Zollkontrolle Köln: 75 Beamte decken 34 Fälle Sozialversicherungsbetrug auf
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 01:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Juli Kölner Gaststätten und ein Konzert der Band „Die Toten Hosen“. Die Bilanz: Dutzende Verstöße gegen Mindestlohn und Sozialversicherungspflicht.
Im Fokus der Aktion standen 17 Gastronomiebetriebe sowie 27 Unternehmen, die beim Konzert der Kultband im Einsatz waren. Insgesamt befragten die Einsatzkräfte 193 Beschäftigte zu ihren Arbeitsverhältnissen.
34 Verdachtsfälle auf Sozialversicherungsbetrug
Die vorläufigen Ergebnisse der Behörde zeichnen ein deutliches Bild. In 34 Fällen ergaben sich Hinweise, dass Arbeitnehmer nicht ordnungsgemäß zur Sozialversicherung gemeldet wurden. Elf weitere Verstöße betreffen die Mindestlohnvorschriften.
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Doch damit nicht genug: Vier Personen hielten sich ohne gültige Aufenthalts- oder Arbeitserlaubnis im Land auf. In vier weiteren Fällen besteht der Verdacht auf Sozialleistungsmissbrauch. Die detaillierte Auswertung der Geschäftsunterlagen läuft noch – erfahrungsgemäß kommen weitere Verfahren hinzu.
Digitale Hilfe für gestresste Gastronomen
Angesichts des hohen Kontrolldrucks setzen immer mehr Betriebe auf digitale Lösungen. Seit dem 19. Juli bietet die Hygieneakademie GmbH ein neues Online-Verfahren für die Arbeitsschutzunterweisung an.
Das System arbeitet mit Lernvideos – für die Nutzer kostenfrei. Wer eine offizielle Teilnahmebescheinigung braucht, zahlt einen Pauschalpreis für die Prüfung. Die Bescheinigung gilt ein Jahr und dient als Nachweis gegenüber den Behörden. Gastronomen erfüllen damit die gesetzlichen Anforderungen nach § 12 Arbeitsschutzgesetz und der DGUV Vorschrift 1.
Neben der Unterweisung ist die Dokumentation entscheidend, um gegenüber Behörden und Versicherungen im Ernstfall abgesichert zu sein. Mit dieser kostenlosen Word-Vorlage erstellen Sie Ihre Unterweisungsnachweise in wenigen Minuten rechtssicher. Kostenlose Vorlage für Unterweisungsnachweise jetzt herunterladen
Krankenkassen bauen Präventionsangebote aus
Auch die gesetzlichen Krankenkassen ziehen mit. 119 Kassen haben eine gemeinsame Datenbank aufgebaut. Rund 369.000 geprüfte Kurse von 116.000 Anbietern sind dort gelistet.
Das Angebot richtet sich an 47 Millionen Versicherte. Die Kurse decken Bewegung, Ernährung, Stressbewältigung und Suchtmittelkonsum ab. Alle drei Jahre werden sie rezertifiziert. Gerade für die physisch belastende Gastrobranche könnten solche Präventionsmaßnahmen den entscheidenden Unterschied machen – weniger Krankheitstage, zufriedenere Mitarbeiter.
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