Zollkontrolle, Kiel

Zollkontrolle in Kiel: 55 Verstöße bei Sicherheitsfirmen aufgedeckt

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 19:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bei einer Nachprüfung in Kiel registrierte der Zoll Meldeverstöße und Verdachtsfälle; weitere Ermittlungen zu einem Unternehmen laufen.

Zollkontrolle in Kiel: Verstöße bei Sicherheitsfirmen festgestellt
Die Außenfassade eines leeren Fußballstadions in der Abenddämmerung mit Fokus auf Architektur und Metallzäune. Illustration mit AI erstellt.

Das Hauptzollamt Kiel hat am 19. September 2026 im Rahmen eines Fußballspiels in Kiel einen Großeinsatz gegen Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung durchgeführt. Insgesamt 140 Zöllnerinnen und Zöllner überprüften dabei rund 240 Beschäftigte von zwölf Sicherheitsunternehmen.

Die Bilanz der Kontrollaktion ergab 55 Verstöße gegen die gesetzliche Sofortmeldepflicht, 14 Verdachtsfälle nicht abgeführter Sozialversicherungsbeiträge sowie einen Fall von Beschäftigung ohne die erforderliche Arbeitsgenehmigung.

Hohe Beanstandungsquote bei eingesetzten Sicherheitsfirmen

Die Kontrollen offenbarten eine erhebliche Quote an Unregelmäßigkeiten unter den vor Ort tätigen Dienstleistern. Wie Gabriele Oder vom Hauptzollamt Kiel mitteilte, stellten die Einsatzkräfte bei mindestens neun der zwölf kontrollierten Arbeitgeber Beanstandungen fest.

Für Arbeitgeber in der Wach- und Sicherheitsbranche gilt eine strikte Verpflichtung zur Sofortmeldung neuer Mitarbeiter bei der Sozialversicherung spätestens zum Zeitpunkt der Arbeitsaufnahme. Wer dieser Pflicht nicht ordnungsgemäß nachkommt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Nach Angaben des Hauptzollamts Kiel drohen bei Verstößen gegen die Sofortmeldepflicht Bußgelder von bis zu 25.000 Euro.

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Verdacht auf systematische Verstöße und Leistungsmissbrauch

Neben den festgestellten Meldeverstößen ergaben sich während der Maßnahme Hinweise auf schwerwiegendere Verfehlungen. Nach Feststellungen des Hauptzollamts Kiel steht ein Unternehmen unter dem Verdacht, dass weit mehr als 100 Arbeitnehmer nicht zur Sozialversicherung angemeldet worden waren. Die weiteren Prüfungen der Geschäftsunterlagen und Personaldaten dauern an.

Parallel zu den zollrechtlichen Prüfungen deckten die Erhebungen des Jobcenters Kiel im Zuge der Kontrollaktion 47 Verdachtsfälle von unrechtmäßigem Leistungsmissbrauch auf. Dies betrifft Situationen, in denen Personen Arbeitsentgelte bezogen haben könnten, ohne diese Einnahmen vorschriftsmäßig bei den zuständigen Behörden für die Grundsicherung anzugeben.

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Fortsetzung vorangegangener Überprüfungen aus dem Frühjahr

Die Maßnahme am 19. September 2026 war nach Angaben des Hauptzollamts Kiel als gezielte Nachprüfung zu einem früheren Einsatz angelegt. Bereits bei einer Kontrolle im April, über die das Amt in einer Pressemitteilung vom 21. April 2026 berichtete, waren 110 Sicherheitskräfte überprüft worden.

Damals verzeichneten die Behörden 60 Verstöße gegen die Sofortmeldepflicht und 50 Verdachtsfälle von Leistungsbetrug. Die erneute Überprüfung zeigt, dass die Einhaltung sozialversicherungsrechtlicher Vorgaben in der Branche weiterhin engmaschig überwacht wird.

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