Zollamt Garching: 23 Paviane für Export nach Bosnien freigegeben
27.05.2026 - 12:30:41 | boerse-global.deDas Münchner Zollamt Garching-Hochbrück hat am heutigen Mittwoch eine ungewöhnliche Fracht abgefertigt: 23 Mantelpaviane aus dem Tierpark Hellabrunn wurden für den Export nach Bosnien und Algerien freigegeben. Die Aktion ist Teil einer größeren Umstrukturierung des Zoos, der Platz für eine neue Attraktion schaffen muss.
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Strenge Kontrollen nach internationalem Artenschutzrecht
Die Abfertigung der Primaten erforderte umfangreiche bürokratische und logistische Vorbereitungen. Jedes einzelne Tier musste einer sogenannten „Beschau" unterzogen werden – einer speziellen Zollkontrolle, bei der Identität und Gesundheitszustand mit den Begleitpapieren abgeglichen werden.
Grundlage dafür ist das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES). Thomas Meister, Sprecher des Münchner Hauptzollamts, betont: „Der Schutz bedrohter Arten endet nicht an nationalen Grenzen." Für jeden Pavian lag eine gültige CITES-Exportgenehmigung vor – eine Auflage, die den illegalen Handel mit Wildtieren verhindern soll.
Die Vorbereitungen für die Aktion liefen bereits seit Mitte Mai. Der Zollvorgang selbst dauerte mehrere Stunden, da jedes Dokument geprüft und jedes Tier physisch kontrolliert werden musste.
Strategische Neuausrichtung des Tierparks
Hinter der Umsiedlung steckt mehr als nur eine tierische Reise. Zoodirektor Rasem Baban koordinierte die Abgabe der Paviane mit dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP). Dieses Programm stellt sicher, dass Populationen in europäischen Zoos genetisch vielfältig und nachhaltig gemanagt werden.
Die 23 Tiere wurden als Spende an Einrichtungen in Bosnien und Algerien übergeben. Damit schafft Hellabrunn nicht nur Platz, sondern unterstützt auch den Aufbau zoologischer Sammlungen in anderen Regionen.
Der eigentliche Grund für den Pavian-Abzug liegt jedoch woanders: Der Zoo bereitet sich auf die Ankunft von zwei Großen Pandas aus China vor. Deren spezielles Gehege soll bis 2028 fertiggestellt werden – genau dort, wo bisher die Paviane lebten. Die Pandas stellen hohe Anforderungen an Klima und Ernährung, weshalb der Umbau frühzeitig beginnen muss.
Logistische Herausforderung: 23 Primaten auf Reisen
Der Transport von fast zwei Dutzend Primaten über Ländergrenzen hinweg erforderte ein präzises Zusammenspiel von Zollbeamten, Zootierärzten und spezialisierten Transportunternehmen. Nach Abschluss der Zollformalitäten wurden die Paviane nach ihren Zielorten aufgeteilt.
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Die Tiere für Bosnien reisten auf dem Landweg in Spezialfahrzeugen mit Klimakontrolle. Die Gruppe für Algerien wurde per Flugzeug transportiert, um die Reisezeit kurz zu halten. Vor dem Verladen absolvierten alle Tiere umfassende Gesundheitschecks.
Besonderes Augenmerk legten die Beteiligten auf das Wohl der Tiere: Die Koordination zwischen Zoo und Zoll war darauf ausgelegt, die Zeit in den Transportkisten so kurz wie möglich zu halten.
Regionale Sicherheitslage: Ein ereignisreicher Mai
Die Pavian-Abfertigung fiel in eine Woche mit intensiver Behördenaktivität in der Region München und Garching. In der Nacht zum 25. Mai ermittelten Behörden wegen eines Brandanschlags auf zwei Hochspannungsmasten nahe Garching. Die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus übernahm die Ermittlungen – rund 15.000 Haushalte waren für 45 Minuten ohne Strom.
Einen Tag später, am 26. Mai, nahmen Bundespolizisten am Münchner Flughafen einen 31-Jährigen fest, der in der Schweiz zu über sechs Jahren Haft verurteilt worden war. Im Landkreis Ebersberg sorgte derweil ein Elch auf der Fahrbahn für Verkehrsbehinderungen und Polizeieinsatz.
Diese Vorfälle zeigen das breite Spektrum an Herausforderungen, mit denen die Behörden im Großraum München gleichzeitig konfrontiert sind – von Artenschutz und Zollabwicklung bis hin zu Terrorbekämpfung und öffentlicher Sicherheit.
Ausblick: Countdown für die Pandas
Mit der Zollfreigabe der 23 Mantelpaviane ist der Münchner Teil der internationalen Umsiedlung abgeschlossen. Für Hellabrunn beginnt nun die nächste Phase: der Umbau des ehemaligen Pavian-Geheges zur neuen Panda-Anlage.
Das Münchner Zollamt wird auch künftig internationale Tiertransporte im Rahmen der CITES-Regularien überwachen. Der reibungslose Ablauf dieser ungewöhnlichen Aktion zeigt, dass die Behörden auch für komplexe Artenschutz-Exporte gerüstet sind. Mit der wachsenden internationalen Zusammenarbeit unter Programmen wie dem EEP dürften solche Einsätze künftig noch häufiger werden.
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