Zigarrensteuer, Preise

Zigarrensteuer ab Januar: Preise um 50–60 % erhöht, Branche warnt

Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 12:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die geplante Verfünfzehnfachung der Ad-Valorem-Steuer könnte Zigarrenpreise um 50 bis 60 Prozent erhöhen und die Branche belasten.

Tabaksteuer-Reform: Zigarren könnten ab Januar deutlich teurer werden
Trocknende Tabakblätter in einer rustikalen Scheune bei natürlichem Lichteinfall Illustration mit AI erstellt.

Die Koalitionsfraktionen im Bundestag planen eine tiefgreifende Reform der Tabaksteuer, die bereits ab Januar zu einer drastischen Belastung für Liebhaber von Zigarren und Zigarillos führen könnte.

Wie aus einer aktuellen Formulierungshilfe hervorgeht, über die am 15.09.2026 berichtet wurde, ist eine Anpassung der sogenannten Ad-Valorem-Steuer für diese Produktgruppen vorgesehen. Das Vorhaben sieht vor, diesen Steuersatz um das 14-Fache beziehungsweise um 1.332 % anzuheben.

Drastische Preissteigerungen für Verbraucher erwartet

Die wirtschaftlichen Folgen einer solchen Steuererhöhung wären für den Endverbraucher unmittelbar spürbar. Bodo Mehrlein vom Bundesverband der Zigarrenindustrie (BdZ) erläuterte die Konsequenzen im Rahmen der Fachmesse Intertabac in Dortmund. Laut Berichten vom 16.09.2026 müssten Konsumenten bei einer Umsetzung der Pläne mit Preissteigerungen von 50 % bis 60 % rechnen.

Zur Veranschaulichung nannte der Verbandsvertreter ein konkretes Rechenbeispiel: Eine Zigarre, die aktuell für 10 Euro im Handel erhältlich ist, würde sich durch die steuerliche Anpassung auf 16 Euro verteuern.

Diese Entwicklung könnte die deutsche Zigarrenindustrie, die jährlich rund 2 Milliarden Stück absetzt, vor existenzielle Herausforderungen stellen. Die Branche umfasst derzeit sieben Hersteller und 15 Importeure, die insgesamt 1.640 Mitarbeiter beschäftigen. Der Vertrieb erfolgt über etwa 500 spezialisierte Fachhandelsgeschäfte.

Kritik der Fachverbände an der Regierungsstrategie

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Die geplante Anhebung der Ad-Valorem-Steuer für Zigarren und Zigarillos um das 14-Fache würde den Endpreis nach Verbandsangaben um 50 bis 60 Prozent steigen lassen — eine Zigarre für 10 Euro käme auf 16 Euro. Für Fachhandel und Importeure entscheidet die Kalkulation der Übergangszeit über die Marge. Kostenlosen Steuer-Leitfaden für Tabakwarenhändler anfordern

Die geplanten Maßnahmen stoßen bei einem breiten Bündnis der Branche auf massiven Widerstand. Verschiedene Tabak- und Nikotinverbände, darunter der BVTE, der VdR, der BdZ, der VdeH, der BfTG sowie der BTWE, warnen geschlossen vor den Auswirkungen. In gemeinsamen Stellungnahmen kritisieren sie die enorme Belastung für Handel und Industrie.

Nach Einschätzung der Verbände droht durch die massiven Preissprünge eine Abwanderung der Konsumenten in den Schwarzmarkt oder ein Ausweichen auf den grenzüberschreitenden Einkauf im Ausland. Dies hätte zur Folge, dass die angestrebten Steuermehreinnahmen ausbleiben könnten.

Die Organisationen verweisen darauf, dass die Tabaksteuereinnahmen bereits gegenwärtig rückläufig seien. Für das laufende Jahr 2026 wird in der Zigarrenindustrie ohnehin ein Umsatz erwartet, der etwa 6 % bis 7 % unter dem Niveau des Vorjahres liegt.

Forderung nach Planbarkeit und externer Prüfung

Angesichts der drohenden Verwerfungen fordern die Branchenvertreter eine Kehrtwende in der Steuerpolitik. Anstelle sprunghafter Erhöhungen plädieren sie für gestaffelte und damit planbare Steigerungsschritte. Zudem fordern die Verbände eine unabhängige beziehungsweise externe Überprüfung der von der Bundesregierung aufgestellten Einnahmeprognosen.

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Die Branchenverbände warnen, dass die Preissprünge Kunden in den Schwarzmarkt oder ins benachbarte Ausland treiben und die angestrebten Steuermehreinnahmen ausbleiben könnten. Wer sein Geschäft schützen will, braucht belastbare Annahmen statt Prognose-Vertrauen. Der Leitfaden ordnet die Umsatzrisiken ein und zeigt, welche Umstellungsfristen bis Anfang 2027 realistisch bleiben. Risiko-Analyse für Ihren Betrieb jetzt abrufen

Auch der zeitliche Rahmen der Umsetzung wird kritisch bewertet. Der Bundesverband des Tabakwaren-Einzelhandels (BTWE) gab zu bedenken, dass der angestrebte Zeitplan bis Anfang 2027 zu knapp bemessen sei, um den betroffenen Unternehmen eine angemessene Anpassung an die neuen Rahmenbedingungen zu ermöglichen.

Die Branche befürchtet, dass ohne eine Korrektur der Pläne nicht nur staatliche Einnahmen sinken, sondern auch die Strukturen des spezialisierten Fachhandels nachhaltig beschädigt werden könnten.

Mehr zum Thema bei FAZ: „Zigarren und Zigarillos könnten viel teurer werden“

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