Tabaksteuer, Zigarettenpreise

Zigarettenpreise steigen bis 2030 auf fast zwölf Euro

Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 11:53 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Der Finanzausschuss des Bundestags hat die geplante Erhöhung der Tabaksteuer gebilligt. Bis 2030 soll der Durchschnittspreis für eine 20er-Packung auf 11,78 Euro steigen; der Staat erwartet zusätzliche Milliarden.

Steuerplan verändert Tabakpreise bis 2030

  • Der Finanzausschuss des Bundestags billigte die Novelle am Mittwoch.
  • Der Bundesrat könnte am Freitag Einspruch einlegen.
  • Der Fiskus nahm im vergangenen Jahr 17,6 Milliarden Euro Tabaksteuer ein.
  • Der Kauf dieser Zigaretten hat dem Staat Steuern gebracht - oder sind die Kippen etwa vom Schwarzmarkt? - Bild: Bernd Weißbrod/dpa
    Der Kauf dieser Zigaretten hat dem Staat Steuern gebracht - oder sind die Kippen etwa vom Schwarzmarkt? - Bild: Bernd Weißbrod/dpa
  • Der frühere FDP-Bundespolitiker und jetzige Tabaklobbyist Jan Mücke befürchtet, dass der Zigaretten-Schwarzmarkt zunehmen wird. - Bild: Wolf von Dewitz/dpa
    Der frühere FDP-Bundespolitiker und jetzige Tabaklobbyist Jan Mücke befürchtet, dass der Zigaretten-Schwarzmarkt zunehmen wird. - Bild: Wolf von Dewitz/dpa
  • In Deutschland greifen Millionen Menschen regelmäßig zur Zigarette. - Bild: Sven Hoppe/dpa
    In Deutschland greifen Millionen Menschen regelmäßig zur Zigarette. - Bild: Sven Hoppe/dpa
  • Eine Steueranhebung dürfte den Preis für Zigaretten in Deutschland deutlich erhöhen; die Novelle der Tabaksteuerreform ist auf der Zielgeraden.  - Bild: Sven Hoppe/dpa
    Eine Steueranhebung dürfte den Preis für Zigaretten in Deutschland deutlich erhöhen; die Novelle der Tabaksteuerreform ist auf der Zielgeraden. - Bild: Sven Hoppe/dpa
Der Kauf dieser Zigaretten hat dem Staat Steuern gebracht - oder sind die Kippen etwa vom Schwarzmarkt? - Bild: Bernd Weißbrod/dpa Der frühere FDP-Bundespolitiker und jetzige Tabaklobbyist Jan Mücke befürchtet, dass der Zigaretten-Schwarzmarkt zunehmen wird. - Bild: Wolf von Dewitz/dpa In Deutschland greifen Millionen Menschen regelmäßig zur Zigarette. - Bild: Sven Hoppe/dpa Eine Steueranhebung dürfte den Preis für Zigaretten in Deutschland deutlich erhöhen; die Novelle der Tabaksteuerreform ist auf der Zielgeraden.  - Bild: Sven Hoppe/dpa

Bundestag berät höhere Tabaksteuer

Deutschlands Raucherinnen und Raucher müssen sich auf deutlich höhere Zigarettenpreise einstellen. Der Finanzausschuss des Bundestags billigte am Mittwoch eine Gesetzesnovelle, über die am Donnerstag das Plenum abstimmen soll.

Preise steigen schrittweise

Nach dem Vorhaben sollen Steuern und Preise ab 2027 schrittweise steigen. Der durchschnittliche Preis für eine 20er-Packung soll von derzeit 8,05 Euro auf 9,10 Euro im Jahr 2027, 9,91 Euro im Jahr 2028 und 10,81 Euro im Jahr 2029 klettern.

Für 2030 wird ein Durchschnittspreis von 11,78 Euro erwartet. Markenzigaretten könnten dann bis zu 14 Euro kosten; derzeit liegen sie unter 10 Euro.

Auch Feinschnitt wird teurer

Besonders stark dürfte sich die Reform auf Feinschnitt auswirken. Der Preis einer 30-Gramm-Packung könnte nach gut acht Euro im kommenden Jahr auf mehr als 12 Euro im Jahr 2030 steigen.

Der Verband der deutschen Rauchtabakindustrie warnt, der geringere Preisabstand zu Fertigzigaretten könne Verbraucher in den illegalen Markt oder zum Einkauf im EU-Ausland treiben. Auch Zigarren, Zigarillos und Wasserpfeifentabak sollen teurer werden, allerdings weniger stark als zwischenzeitlich vorgesehen.

Bund rechnet mit Milliarden

Die Bundesregierung begründet die Reform mit der Konsolidierung des Haushalts und dem Gesundheitsschutz. Im vergangenen Jahr nahm der Fiskus 17,6 Milliarden Euro Tabaksteuer ein; für 2027 werden 1,5 Milliarden Euro zusätzliche Einnahmen erwartet, für 2030 rund 4,5 Milliarden Euro.

Die Tabakbranche hält diese Prognosen für unrealistisch und verweist auf mögliche Ausweichbewegungen. Das Bundesfinanzministerium sieht dafür keine unabhängigen empirischen Daten. Die SPD-Abgeordnete Frauke Heiligenstadt setzt im Kampf gegen den Schwarzmarkt auf einen starken Zoll.

Forscher erwarten weniger Raucher

Krebsforscher unterstützen die Steuererhöhung, weil höhere Preise den Rauchstopp fördern könnten. Das Deutsche Krebsforschungszentrum bezeichnet eine Tabaksteuererhöhung als besonders wirksame Einzelmaßnahme zur Motivation zum Nichtrauchen.

Kritik kommt unter anderem von Grünen und Linken. Ihnen geht die Erhöhung teils nicht weit genug oder sie befürchten eine zusätzliche Belastung für Menschen mit kleinen Einkommen.

Millionen Menschen rauchen

Nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums starben 2023 rund 131.000 Menschen in Deutschland an tabakbedingten Erkrankungen. Der Mikrozensus 2025 weist unter den Menschen ab 15 Jahren einen Raucheranteil von 19 Prozent aus.

14 Prozent rauchen demnach regelmäßig, fünf Prozent gelegentlich. Der Bundestag soll am Donnerstag über die Novelle entscheiden; der Bundesrat könnte am Freitag Einspruch einlegen.

Die geplante Tabaksteuererhöhung verbindet zwei Ziele, die politisch häufig gemeinsam genannt werden, aber unterschiedliche Wirkungen haben: höhere Einnahmen für den Staat und weniger Tabakkonsum. Der Gesetzesentwurf sieht steigende Preise über mehrere Jahre vor. Damit sollen Verbraucher nicht mit einem einmaligen Sprung, sondern schrittweise stärker belastet werden.

Für den Bundeshaushalt ist die Maßnahme vor allem wegen der bereits hohen Ausgangsbasis relevant. 2025 nahm der Fiskus 17,6 Milliarden Euro Tabaksteuer ein. Die erwarteten Mehreinnahmen hängen jedoch davon ab, wie viele Menschen weiter legale Tabakwaren kaufen, ihren Konsum reduzieren oder auf andere Bezugsquellen ausweichen.

Gesundheit und Schwarzmarkt

Aus gesundheitspolitischer Sicht gelten höhere Tabakpreise als wirksames Mittel, insbesondere weil sie den Einstieg junger Menschen erschweren und den Ausstieg fördern können. Zugleich trifft die Erhöhung Menschen mit geringem Einkommen relativ stark, da Tabakausgaben einen größeren Anteil ihres Budgets ausmachen können.

Die Debatte über den Schwarzmarkt konzentriert sich deshalb auf die praktische Umsetzung: Entscheidend sind Kontrollen von Lieferketten, Zollfahndung und die Entwicklung illegaler Verkaufswege. Für Verbraucher bedeutet die Reform vor allem, dass Zigaretten, Feinschnitt und weitere Tabakprodukte ab 2027 schrittweise teurer werden sollen.

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