Friedrichshafen, Zulagen-Kompromiss

ZF Friedrichshafen: 78,3 Prozent stimmen für neuen Zulagen-Kompromiss

Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 01:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
78,3 Prozent billigen den Kompromiss mit Leistung-Plus, fünf Prozent Festaufschlag und verschobener Tariferhöhung.
Moderne Produktionshalle eines Automobilzulieferers mit Fokus auf Fertigungsmaschinen. Illustration mit AI erstellt.

Die Beschäftigten des Technologiekonzerns ZF am Standort Friedrichshafen haben eine Grundsatzentscheidung über ihre künftige Vergütung getroffen. In einer Abstimmung votierten die Mitarbeiter der Betriebe N und Z mit deutlicher Mehrheit für einen Kompromiss, den Management und Betriebsrat zuvor ausgehandelt hatten.

Wie Medien am 23. Oktober 2026 übereinstimmend berichteten, beendet das Votum eine intensive Auseinandersetzung um die künftige Ausgestaltung der übertariflichen Standortzulagen.

Breites Votum bei hoher Beteiligung der Belegschaft

Das Abstimmungsergebnis spiegelt einen klaren Rückhalt für die erzielte Einigung wider. Insgesamt sprachen sich 4248 Beschäftigte für das Verhandlungsergebnis aus, was einem Anteil von 78,3 Prozent entspricht. Auf die Gegenstimmen entfielen 1173 Stimmen beziehungsweise 21,7 Prozent. An dem Votum beteiligten sich 66 Prozent der Belegschaft. Nach Angaben in den Berichten waren knapp 9000 Tarifbeschäftigte stimmberechtigt.

Ein Sprecher des ZF-Konzerns begrüßte das Abstimmungsergebnis nach Bekanntgabe der Zahlen. Die Verhandlungen waren notwendig geworden, nachdem die Unternehmensführung die bisherige Zulagenregelung zum 1. Juli 2027 gekündigt hatte.

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Neuausrichtung der Vergütung durch Leistung-Plus

Im Kern regelt der verabschiedete Kompromiss die Ablösung einer langjährigen Werksregelung. Die im Jahr 2007 eingeführte sogenannte Zeppelin-Zulage, die sich auf 7 bis 13 Prozent des Monatsgehalts belief, läuft damit aus. An ihre Stelle tritt künftig ein neues Modell namens Leistung-Plus, das als gewinn- und leistungsabhängige Extrazahlung konzipiert ist.

Die künftige Entgeltstruktur setzt sich aus festen und variablen Komponenten zusammen. Vorgesehen ist ein fester Aufschlag von 5 Prozent auf das monatliche Grundgehalt, ergänzt durch einen übertariflichen Bonus. Zusammengenommen beläuft sich die Zulage auf rund 10 Prozent des Brutto-Monatseinkommens.

Um dem Unternehmen im Gegenzug finanziellen Spielraum zu verschaffen, sieht die Vereinbarung zudem eine zeitliche Verschiebung bei der regulären Tarifanpassung vor: Die anstehende Tariflohnerhöhung von 3,1 Prozent wird vom 1. September 2026 auf den 1. Januar 2027 verschoben.

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Betriebsrat und Gewerkschaft sehen Grenze des Machbaren

Arbeitnehmervertreter bewerteten das Verhandlungsergebnis vor dem Hintergrund des ursprünglichen Kündigungsszenarios als vertretbaren Kompromiss. Die Betriebsräte Dietrich und Panic erklärten am Standort Friedrichshafen, die Einigung verhindere massive Einschnitte für die Belegschaft. Betriebsratschef Dietrich hob hervor, dass gegenüber den ursprünglichen Forderungen der Unternehmensseite wichtige Verbesserungen durchgesetzt werden konnten.

Auch von gewerkschaftlicher Seite gab es eine nüchterne Einordnung der Gespräche. IG-Metall-Bevollmächtigte Sommer stellte fest, dass in den Verhandlungen mit der Unternehmensleitung weitergehende Zugeständnisse schlicht nicht erreichbar gewesen seien. Mit dem Votum der Belegschaft ist der Weg für die Umstellung der Vergütungsmodelle nun frei.

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