Zeckenwarnung, Bayern

Zeckenwarnung Bayern: 175 FSME-Fälle – Impfschutz entscheidend

Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 12:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bayern meldet 175 FSME-Infektionen bis Anfang August, mehr als im Vorjahr. Gesundheitsministerium rät zu Impfung und Schutzmaßnahmen.

Bayern 2026: FSME-Fälle steigen – Impfschutz und Zeckenschutz im Fokus
Nahaufnahme von hohem Gras und Farnen in einem bayerischen Waldgebiet als Symbol für Zeckengebiete. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Bayern verzeichnet 2026 deutlich mehr FSME-Infektionen als im Vorjahr. Das Gesundheitsministerium mahnt zur Vorsicht und empfiehlt einen konsequenten Impfschutz.

FSME-Fälle über Vorjahresniveau

Mit Stand vom 3. August wurden in Bayern bereits 175 Fälle von Frühsommer-Meningoenzephalitis gemeldet. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 164 beziehungsweise 165 Fälle. Gesundheitsministerin Judith Gerlach warnt vor den unterschätzten Gefahren durch Zecken. Da fast das gesamte Bundesland als FSME-Risikogebiet gilt, sei der Impfschutz entscheidend.

Borreliose: Weniger Fälle, aber hohes Risiko

Bei der Lyme-Borreliose zeigt sich ein gegenläufiger Trend: 2.728 Fälle wurden bis zum 3. August registriert, im Vorjahr waren es zum selben Zeitpunkt 3.216. Dennoch bleibt die Gefahr real – bis zu 30 Prozent der Zecken tragen Borrelien in sich. Bei etwa 2,6 bis 5,6 Prozent der Stiche kommt es zur Infektion. Das FSME-Virus findet sich dagegen nur in 0,1 bis 5 Prozent der Zecken.

Gegen FSME schützt eine Impfung, bei Borreliose zählt frühzeitige Erkennung. Ein Fall aus Thüringen zeigt die möglichen Langzeitfolgen: Eine Infektion aus dem Jahr 2020 führte bei einem Betroffenen zum chronischen Erschöpfungssyndrom ME/CFS.

Schutz für Beschäftigte im Freien

Wer beruflich in der Land- und Forstwirtschaft oder im Gartenbau arbeitet, ist besonders gefährdet. Zecken sind bereits ab etwa 5 Grad Celsius ganzjährig aktiv. Experten raten zu heller Kleidung, auf der die Parasiten leichter zu entdecken sind, sowie zu Hautschutzmitteln. Nach der Arbeit im Freien sollte der Körper gründlich abgesucht werden – Zecken lauern nicht nur im hohen Waldgras, sondern nahezu überall im Freiland.

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Fast ganz Bayern gilt als FSME-Risikogebiet – und die Fallzahlen steigen. Wer im Freien arbeitet, sollte jetzt die wichtigsten Schutzmaßnahmen kennen: von heller Kleidung bis zum Impfplan. Dieser Leitfaden fasst die konkreten Schritte zusammen. Jetzt kostenlosen Zeckenschutz-Leitfaden anfordern

Weitere Gefahren: Eichenprozessionsspinner und West-Nil-Fieber

Die klimatischen Veränderungen verstärken zusätzliche Risiken. In Hessen breitet sich der Eichenprozessionsspinner massiv aus – in Kassel stieg die Zahl betroffener Bäume von 63 auf 602. Seine Gifthaare können schwere allergische Reaktionen auslösen. In Fulda, Wiesbaden und Frankfurt wurden bereits tausende Eichen behandelt.

Das Europäische Zentrum für Krankheitskontrolle (ECDC) meldet zudem über 240 Fälle von West-Nil-Fieber in Europa. Auch in Deutschland traten einzelne autochthone Fälle auf. Die Infektion verläuft meist symptomlos, doch einer von 150 Fällen kann schwere neurologische Schäden verursachen. Einen Impfstoff gibt es nicht.

Schilf-Glasflügelzikade bedroht Ernten

In der Landwirtschaft sorgt die Schilf-Glasflügelzikade für Unruhe. Das Insekt überträgt die Pflanzenkrankheiten SBR und Stolbur und hat sich in allen bayerischen Anbaugebieten für Kartoffeln und Zuckerrüben ausgebreitet. Besonders Kartoffelkulturen sind seit 2021 betroffen – mit erheblichen Ernteeinbußen.

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Bis zu 30 Prozent der Zecken tragen Borrelien in sich – eine Infektion kann langfristige Folgen haben. Wer die Frühsymptome kennt und richtig reagiert, senkt sein Risiko deutlich. Der Leitfaden zeigt, worauf Sie nach einem Stich achten müssen. Leitfaden zur Symptom-Früherkennung jetzt sichern

Forschung: Stallbakterien als Allergieschutz

Trotz der wachsenden Risiken gibt es positive Nachrichten aus der Wissenschaft. Forscher von Helmholtz Munich identifizierten in Kuhställen Bakterien, die das Immunsystem trainieren. Romboutsia timonensis und Glutamicibacter arilaitensis könnten den sogenannten Bauernhofeffekt erklären, der vor allergischem Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitis schützt. Die Erkenntnisse sollen künftig präventive Ansätze auch für Stadtbewohner ermöglichen.

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