Zalando, Erfurt

Zalando Erfurt: Verhandlungen über Sozialplan für 2.000 Mitarbeiter

29.05.2026 - 13:02:50 | boerse-global.de

Zalando und Betriebsrat verhandeln über Sozialplan für das Erfurter Logistikzentrum. Die Schließung ist für September 2026 geplant.

Zalando Erfurt: Verhandlungen über Sozialplan für 2.000 Mitarbeiter - Foto: über boerse-global.de
Zalando Erfurt: Verhandlungen über Sozialplan für 2.000 Mitarbeiter - Foto: über boerse-global.de

Mai 2026 offizielle Verhandlungen über die bevorstehende Schließung des Standorts aufgenommen. Im Zentrum der Gespräche stehen ein Sozialplan und ein Interessenausgleich für die verbliebene Belegschaft. Möglich wurden die Verhandlungen durch einen gerichtlichen Vergleich, der einen Rechtsstreit um die Einsetzung einer Einigungsstelle beigelegt hatte.

Straffer Zeitplan bis zur Schließung

Der DAX-Konzern plant, das Erfurter Logistikzentrum im September 2026 zu schließen. Angesichts der Dringlichkeit haben die Parteien einen ambitionierten Verhandlungsplan aufgestellt: Bis zu drei Treffen pro Woche sind vorgesehen. Die aktuellen Vereinbarungen sehen vor, dass die Gespräche bis zum 20. Juni 2026 außerhalb einer formellen Einigungsstelle fortgeführt werden. Sollte bis dahin keine Einigung erzielt sein, ist die offizielle Einsetzung der Einigungsstelle für den 23. Juni 2026 vorgesehen.

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Die Belegschaft des Standorts hat bereits deutliche Veränderungen durchgemacht. Ursprünglich waren am Standort 2.700 Menschen beschäftigt, aktuell sind es noch rund 2.000 Mitarbeiter. Dieser Rückgang ist auf das Auslaufen mehrerer hundert befristeter Arbeitsverträge zurückzuführen. Betriebsratschef Tony Krause wies darauf hin, dass die geplante Schließung besonders viele schwerbehinderte Beschäftigte trifft.

Positive Signale von anderen Arbeitgebern

Während Zalando seinen Abzug aus Erfurt vorbereitet, haben andere große Unternehmen der Stadt in dieser Woche ihren Verbleib bestätigt. Am 28. Mai 2026 verkündete Bernd Rattey, Chief Information Officer von DB Systel, dass die IT-Tochter der Deutschen Bahn ihren Standort in Erfurt erhalten wird. Derzeit sind dort 566 der insgesamt rund 6.600 Beschäftigten des Unternehmens tätig.

Strategische Neuausrichtung und regulatorische Hürden

Parallel zu den Arbeitsmarkt-Themen reagiert Zalando auf branchenweite Veränderungen. Am 28. Mai 2026 startete der Online-Händler eine strategische Partnerschaft mit Vestiaire Collective, um in 14 europäischen Märkten authentifizierte Luxus-Second-Hand-Artikel anzubieten.

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Im regulatorischen Bereich stemmt sich Zalando gemeinsam mit anderen großen Online-Händlern gegen eine geplante Paketsteuer in Österreich. Die Abgabe, die am 30. September in Kraft treten soll, würde Pakete großer Online-Händler mit zwei Euro belasten. Zalando äußerte verfassungsrechtliche Bedenken gegen die Steuer, mit der Ermäßigungen der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel finanziert werden sollen.

Tarifkonflikte in mehreren Branchen

Die Verhandlungen in Erfurt fallen in eine phase erhöhter Arbeitskampfaktivitäten. Von 28. bis 30. Mai 2026 rief die Gewerkschaft Verdi zu Warnstreiks in Postbank-Filialen und Callcentern bundesweit auf. Gefordert wird eine Gehaltserhöhung von acht Prozent.

Bereits am 26. Mai 2026 begann die vierte Runde der Tarifverhandlungen zwischen Verdi und der Deutschen Telekom. Die Gewerkschaft fordert 6,6 Prozent mehr Lohn für rund 60.000 Beschäftigte. Das aktuelle Angebot der Arbeitgeberseite sieht einen längerfristigen Vertrag bis Ende 2028 vor.

Auch im Gesundheitswesen rumort es: Am 28. Mai 2026 protestierten Beschäftigte in Thüringen und Sachsen gegen die Sparpläne der Bundesregierung, die eine Kürzung der Gesundheitsausgaben um Milliardenbeträge im Jahr 2027 vorsehen.

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