Zalando Erfurt: Einigungsstelle entscheidet über 2.000 Arbeitsplätze
21.06.2026 - 20:21:57 | boerse-global.de
Der Betriebsrat brach die Gespräche am Samstag ab. Nun muss eine Einigungsstelle über die Zukunft der rund 2.000 Beschäftigten entscheiden.
Die Fronten zwischen Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertretung sind verhärtet. Betriebsratschef Tony Krause begründete den Abbruch mit einer massiven finanziellen Diskrepanz. Das Management bot zuletzt 30 Millionen Euro für den Sozialplan – die Arbeitnehmerseite fordert 100 Millionen Euro.
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Einigungsstelle unter neutralem Vorsitz
Da eine direkte Einigung nicht möglich war, übernimmt nun ein externes Gremium. Eine ehemalige Arbeitsrichterin leitet die Einigungsstelle. Sie soll bereits am Dienstag ihre Arbeit aufnehmen. Ziel ist ein verbindlicher Kompromiss zwischen den Interessen des Arbeitgebers und der Belegschaft.
Der Zeitplan ist eng: Die letzte Sitzung ist für den 9. Juli angesetzt. Bis dahin muss ein rechtsverbindliches Ergebnis vorliegen, das die Bedingungen für das Ausscheiden der Mitarbeiter regelt.
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Kritik an Marketingausgaben
Zalando hält am Schließungstermin 30. September fest. Rund 2.000 Arbeitsplätze in der thüringischen Landeshauptstadt sind betroffen. Betriebsrätin Jana Clausen bezeichnete das Angebot des Managements als unangemessen.
Die Kritik der Belegschaftsvertretung geht weiter: Das Unternehmen gebe beträchtliche Summen für Luxus-Marketing und Sport-Sponsoring aus – während beim Sozialplan für langjährige Mitarbeiter gespart werde.
Auch aus der Landespolitik gab es Kritik. Die Linke-Landtagsfraktion verurteilte das Vorgehen des Versandhändlers deutlich.
Die Zalando-Aktie blieb von den lokalen Konflikten weitgehend unbeeindruckt. Sie notierte am Freitag bei 24,13 Euro.
Für die Betroffenen in Erfurt ist die Entscheidung der Einigungsstelle im Juli die letzte Instanz, um die wirtschaftlichen Folgen der Standortschließung abzufedern.
