Zahnarztpraxen, DGUV-Regeln

Zahnarztpraxen: Neue DGUV-Regeln erleichtern Arbeitsschutz ab Juni

08.06.2026 - 12:41:09 | boerse-global.de

Hessische Behörden prüfen ab 8. Juni Baustellengerüste. Nur jede fünfte Baustelle erfüllte bisher alle Sicherheitsvorgaben.

Hessen startet Kontrolloffensive für sichere Baustellengerüste
Zahnarztpraxen - Ein Bauarbeiter in Schutzkleidung auf einem Gerüst überprüft Sicherheitsvorschriften auf einem Tablet, mit einer Stadtkulisse im Hintergrund. 08.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Vom 8. bis 12. Juni überprüfen Teams in Darmstadt, Gießen und Kassel die Sicherheit von Baustellengerüsten. Der Grund: Absturzunfälle machten zwischen 2009 und 2023 rund 31 Prozent aller tödlichen Arbeitsunfälle aus.

Die Bilanz früherer Kontrollen ist ernüchternd. Lediglich 21 Prozent der geprüften Baustellen erfüllten die Sicherheitsvorgaben vollständig. Besonders häufig fehlen Aufbau- und Verwendungsanleitungen, technische Sicherungssysteme sind mangelhaft oder Gerüstkonstruktionen wurden unsachgemäß verändert. Die Aktionswoche ist Teil der bundesweiten Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA).

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Neue Regeln für Zahnarztpraxen

Seit dem 1. Juni gilt eine überarbeitete Fassung der DGUV Vorschrift 2 für Zahnarztpraxen. Die wichtigste Änderung: Die Schwelle für die vereinfachte Regelbetreuung steigt von 10 auf 20 Beschäftigte. Größere Praxen erhalten damit mehr Flexibilität bei der Organisation des Arbeitsschutzes.

Feste Einsatzzeiten für Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit entfallen künftig. Stattdessen können bis zu einem Drittel der Betreuungsleistungen per Telefon oder Video erbracht werden – vorausgesetzt, es gab bereits ein persönliches Kennenlernen. Bestehende Verträge haben bis zum 31. Mai 2027 Zeit für die Umstellung.

Psychische Belastungen im Fokus

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat ein neues Handbuch zur Gefährdungsbeurteilung vorgelegt. Es integriert aktuelle Forschungsergebnisse zur psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz. Die Zahlen zeigen die Dimension: Für 2018 verzeichneten die Behörden über 708 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage. Die Produktionsausfälle summierten sich auf geschätzt 85 Milliarden Euro. Hinzu kamen mehr als 949.000 Arbeitsunfälle.

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Hitzegefahr nicht unterschätzen

Zum Hitzeaktionstag am 11. Juni warnen Experten vor den Risiken extremer Temperaturen. Symptome wie feucht-kalte Haut, hoher Puls oder Muskelkrämpfe sind Alarmzeichen für Hitzeerschöpfung. Ohne sofortige Gegenmaßnahmen droht ein Hitzeschlag. Arbeitgeber müssen kühle Räume und elektrolythaltige Getränke bereitstellen.

Sicherheitskräfte für den Nahverkehr

In Nordrhein-Westfalen startet ein Pilotprojekt zur Sicherheit im öffentlichen Personenverkehr. Die IHK-zertifizierte Weiterbildung „Sicherheitskraft im ÖPV“ in Gelsenkirchen umfasst 300 Unterrichtsstunden. Das Land fördert das Programm mit 230.000 Euro. Kooperationspartner sind VIAS Rail und die WestfalenBahn.

Der Bedarf ist groß: Allein die Kölner Verkehrsbetriebe meldeten 2025 insgesamt 543 Unfälle mit Stadtbahnen. Auch die Rheinbahn verzeichnete zuletzt Zwischenfälle mit Verletzten und hohen Sachschäden. Die Branche setzt daher verstärkt auf Fahrerassistenzsysteme und spezialisierte Sicherheitsausbildungen.

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