Wohnungsmieten, Bestandswohnungen

Wohnungsmieten: Bestandswohnungen verteuern sich um 10,2 Prozent

Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 11:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Empirica meldet für Bestandswohnungen 10,2 Prozent höhere Mieten; Neubauwohnungen verteuerten sich im Jahresvergleich um 3,8 Prozent.
Moderne Wohnblocks in einem deutschen Stadtviertel bei Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Aktuelle Analysen zur Preisentwicklung am deutschen Wohnungsmarkt zeichnen ein differenziertes, aber von deutlichen Zuwächsen geprägtes Bild. Nach Auswertungen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW Kiel) über den Greix-Mietpreisindex, der Immobilienangebote in 37 deutschen Städten und Regionen analysiert, hat sich der Anstieg der Angebotsmieten in einigen Großstädten zuletzt spürbar beschleunigt. In anderen Regionen fiel das Plus moderater aus. Überdurchschnittlich stark legten die Mieten für Bestandsimmobilien zu.

Eine deutliche Spreizung zwischen Neu- und Bestandsbauten dokumentiert auch der Empirica-Regio-Index für das dritte Quartal 2026, der Daten für alle 400 deutschen Kreise und kreisfreien Städte umfasst.

Während die Neubaumieten im Vergleich zum Vorjahresquartal um 3,8 Prozent anzogen, kletterten die Mieten für Bestandswohnungen um 10,2 Prozent. Zugleich stiegen nach Angaben von Empirica auch die Kaufpreise für Neu- und Bestandsimmobilien bei erheblichen regionalen Differenzen.

Regionale Unterschiede bei Kauf- und Mietpreisen

Die regionalen Abweichungen verdeutlicht eine Auswertung des Immobilienportals Immowelt mit Stichtag zum 1. Oktober 2026, die Bestandswohnungen mit 75 Quadratmetern Wohnfläche im Vergleich zum 1. Oktober 2025 untersuchte. In 113 von 121 Kreisen in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland stiegen die Angebotspreise. Der Median für den Westen legte um 3,7 Prozent zu.

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Im Ruhrgebiet verzeichneten alle elf kreisfreien Städte Preisanstiege, der Median lag hier bei einem Plus von 5,9 Prozent. Den stärksten Zuwachs verbuchte Essen mit 6,5 Prozent auf 2.799 Euro pro Quadratmeter, während Dortmund um 1,8 Prozent auf 2.603 Euro stieg.

Unter den weiteren Großstädten der Erhebung lag Frankfurt am Main bei 5.585 Euro je Quadratmeter (+2,8 Prozent), Köln bei 4.874 Euro (+2,1 Prozent) und Düsseldorf bei 4.537 Euro (+5,6 Prozent).

In Bonn hingegen gaben die Angebotspreise um 2,5 Prozent auf 4.071 Euro nach. Den kräftigsten Anstieg innerhalb der Auswertung wies der Landkreis Limburg-Weilburg mit 9,2 Prozent auf 2.309 Euro je Quadratmeter auf.

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Druck auf den Bestand bei anhaltend geringem Neubau

Der anhaltende Druck auf Bestandswohnungen trifft auf eine spürbare Marktverknappung. Nach Angaben der NRW.BANK waren freie Mietwohnungen in Nordrhein-Westfalen im ersten Halbjahr 2025 im Schnitt 19 Tage am Markt verfügbar – vier Tage kürzer als im Vorjahreszeitraum.

Gleichzeitig bleibt der Zuwachs an neuem Wohnraum trotz jüngster Zuwächse bei den Genehmigungen begrenzt. Laut dem Statistischen Bundesamt wurden im August 2026 Genehmigungen für 20.600 neue Wohnungen erteilt, was einem Plus von 6,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht.

Von Januar bis August 2026 lag die Gesamtzahl bei 169.400 Wohnungen (+12,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum). Allerdings lagen Ende 2025 noch rund 450.000 genehmigte Wohnungen auf Eis, während im Vergleichszeitraum des Jahres 2021 mehr als 250.000 Wohnungen genehmigt worden waren.

Die Branchenstimmung bleibt verhalten. Der Aengevelt Residential Investment Index sank in der Umfrage im Sommer 2026 um 7,5 Punkte auf 58,5 Zähler. Demnach erwarten 69 Prozent der Marktteilnehmer weiter steigende Mieten, während lediglich vier Prozent von mehr Investitionen in den neuen Mietwohnungsbau ausgehen und 58 Prozent einen Rückgang erwarten. Nach 206.600 fertiggestellten Wohnungen im Jahr 2025 prognostiziert das ifo Institut für 2026 nur noch 185.000 Fertigstellungen.

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