Wohnungsmarkt unter Druck: EZB-Zinserhöhung trifft Bauherren hart
17.06.2026 - 22:12:51 | boerse-global.de
Zusammen mit strengeren energetischen Auflagen wird Wohneigentum für viele Deutsche zur immer größeren Herausforderung.
Die steigenden Zinsen und die Inflation setzen privates Vermögen unter Druck – doch klassische Sparmodelle reichen oft nicht mehr aus. Dieser kostenlose Report zeigt Ihnen, wie Sie Ihr Depot jetzt krisensicher aufstellen und von stabilen Erträgen profitieren. Dividenden statt Zinsen: Strategien für die Zinswende jetzt gratis sichern
EZB-Entscheidung trifft Bauherren hart
Am 16. Juni hob die EZB den Leitzins von 2,0 auf 2,25 Prozent. Grund ist die wieder steigende Inflation: Sie kletterte von 1,7 Prozent zu Jahresbeginn auf 3,2 Prozent im Mai. Experten rechnen damit, dass die Bauzinsen – derzeit bei etwa vier Prozent – um weitere 0,5 Prozentpunkte steigen.
Die Folgen sind bereits spürbar. Laut VDIV halten 46 Prozent der Befragten Immobilien für kaum noch finanzierbar – ein Plus von sieben Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Besonders dramatisch ist die Lage in Hamburg: Dort liegt die Eigentumsquote bei nur 20,3 Prozent. In einer Umfrage äußerten 93 Prozent der Bürger Besorgnis über die künftige Entwicklung der Wohnkosten.
Energieeffizienz entscheidet über Kredit
Doch nicht nur die Zinsen machen den Kauf schwerer. Die energetische Beschaffenheit von Gebäuden wird zum entscheidenden Faktor bei der Kreditvergabe. Eine Umfrage von Von Poll Immobilien aus dem Mai 2026 zeigt: Fast die Hälfte der Branchenexperten sieht einen starken Einfluss der Energieeffizienz auf die Kaufentscheidung. Über 60 Prozent beobachten eine rückläufige Nachfrage nach sanierungsbedürftigen Objekten.
Banken reagieren mit spezifischen Angeboten. Die ING Deutschland gewährt etwa ein Modernisierungsdarlehen mit 0,10 Prozent Zinsrabatt – vorausgesetzt, die Energieeffizienzklasse verbessert sich um mindestens eine Stufe und erreicht mindestens Klasse F. Hintergrund ist auch die steigende CO2-Bepreisung, die unsanierte Gebäude immer teurer macht.
Neue Regeln für Verwalter – Makler befreit
Auch gesetzlich hat sich im Juni 2026 einiges getan. Der Bundestag beschloss am 12. Juni, die Fortbildungspflicht für Wohnimmobilienverwalter beizubehalten. Sie müssen weiterhin 20 Stunden Weiterbildung innerhalb von drei Jahren nachweisen. Immerhin: Das behördliche Erklärungsverfahren entfällt, was Bürokratie abbaut. Für Immobilienmakler wurde die Fortbildungspflicht dagegen komplett aufgehoben.
Für Unruhe sorgt ein Urteil des Amtsgerichts Frankfurt vom 10. Juni. Das Gericht erklärte die Verlängerung der hessischen Mieterschutzverordnung für unwirksam. Die Folge: Instrumente wie die Mietpreisbremse oder die verlängerte Kündigungssperrfrist könnten in 49 Kommunen bereits seit Ende des Vorjahres rechtlich nicht mehr greifen. Die Landesregierung prüft die Konsequenzen.
Während sich die rechtlichen Rahmenbedingungen für Vermieter ständig ändern, bleibt die korrekte Mietpreiskalkulation die größte Herausforderung. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Experten-Report, wie Sie den neuen Mietspiegel 2026 rechtssicher anwenden und teure Fehler bei Mieterhöhungen vermeiden. Kostenlosen Mietspiegel-Report 2026 jetzt herunterladen
Neubau bleibt Mangelware
Der Neubau-Markt kommt nicht in Schwung. Laut einer Studie von JLL werden für 2026 etwa 211.000 Fertigstellungen erwartet – das jährliche Neubaudefizit liegt bei rund 80.000 Einheiten. Besonders in den acht größten deutschen Städten bleibt die Bautätigkeit hinter dem Bedarf zurück.
Hinzu kommen steigende Baukosten. Der Iran-Krieg treibt die Preise für Baumaterialien zusätzlich in die Höhe. Trotz aller Widrigkeiten: Der Wunsch nach Wohneigentum bleibt hoch. Rund drei Viertel der Generation Z streben weiterhin den Erwerb einer eigenen Immobilie an. Viele scheitern jedoch an den hohen Kaufnebenkosten und fehlendem Eigenkapital.
