Wohnungsmarkt, Scout24-Chef

Wohnungsmarkt: Scout24-Chef Ralf Weitz warnt vor wachsendem Graumarkt

Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 02:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ralf Weitz sieht durch strengere Regeln mehr Wohnungen außerhalb öffentlicher Inserate und fordert stärkere Förderung von Wohneigentum.
Eine ruhig beleuchtete Wohnstraße mit modernen Mietshäusern in der Abenddämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Der Vorstandschef von Scout24, Ralf Weitz, warnt vor einer zunehmenden Verlagerung der Wohnungsvermittlung in den Graumarkt. Wie aus einem Bericht vom 07.11.2026 über ein Interview mit der Zeitung WELT AM SONNTAG hervorgeht, dränge eine schärfere Regulierung auf dem Wohnungsmarkt verfügbare Einheiten vermehrt aus den öffentlichen Angeboten heraus. Eine solche Entwicklung lasse sich unter anderem in Berlin beobachten.

Intransparenz durch inoffizielle Vermittlung

Nach Einschätzung von Weitz gibt es auf dem Markt gegenwärtig mehr Angebote, als für Suchende auf den offiziellen Wegen sichtbar ist. Viele Wohnungen würden stattdessen offline und im privaten Umfeld weitergegeben, ohne jemals als öffentliches Inserat zu erscheinen.

Scout24 betreibt mit ImmoScout24 die größte Online-Plattform für Wohn- und Gewerbeimmobilien in Deutschland und registriert die Auswirkungen der veränderten Rahmenbedingungen im Vermietungssektor.

Dass Mietinteressenten mit inoffiziellen Wegen konfrontiert werden, belegen auch frühere Erhebungen des Plattformbetreibers. Laut einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Appinio, die im Auftrag von ImmoScout24 im März durchgeführt wurde, gaben rund 22 Prozent der Befragten an, schon einmal eine Wohnung ohne regulären Mietvertrag oder als inoffizielle Untermiete angeboten bekommen zu haben.

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Weitz warnt davor, dass die fortschreitende gesetzliche Regulierung diesen Graumarkt bei Mietwohnungen weiter anheize, da Vermieter vor öffentlichen Ausschreibungen zurückschreckten.

Forderung nach mehr Eigentumsförderung

Vor diesem Hintergrund fordert der Scout24-Chef einen grundlegenden Kurswechsel in der Wohnungs- und Baupolitik. Deutschland sei nach seinen Worten zu sehr ein Mieterland. Um den Markt langfristig zu stabilisieren und Entlastung zu schaffen, müsse Wohneigentum deutlich stärker als bisher gefördert werden.

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Konkret plädiert Weitz dafür, den erstmaligen Erwerb einer selbst genutzten Immobilie gezielt staatlich zu unterstützen. Zudem spricht er sich für spürbare Freibeträge bei der Grunderwerbsteuer aus, um den Erwerb von Wohneigentum für Bürger finanziell erreichbarer zu machen und Abhängigkeiten vom regulierten Mietmarkt zu verringern.

Mehr zum Thema bei WELT: „Regulierung: Scout24-Chef warnt vor wachsendem Graumarkt für Wohnungen“

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