Wohnungsmarkt, Leerstandsquote

Wohnungsmarkt: Leerstandsquote sinkt auf 0,93% – niedrigster Stand seit 2013

Veröffentlicht am: 13.09.2026 um 09:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

In der Schweiz sinkt der Wohnungsleerstand auf den tiefsten Wert seit 2013. Gleichzeitig beschließt Gotha die Räumung eines umstrittenen Gebäudes.

Wohnungsnot verschärft sich: Leerstandsquote fällt auf 0,93 Prozent
Fassade eines dichten Wohngebäudes in einer europäischen Stadt bei Dämmerung mit Fokus auf Fensterreihen. Illustration mit AI erstellt.

Die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt führt zu zunehmenden Konflikten und einer deutlichen Verknappung des verfügbaren Wohnraums. In Gotha hat der Stadtrat nun die Räumung eines Gebäudes beschlossen, das nach Angaben der Stadtverwaltung illegal bewohnt wird.

Diese Entscheidung trifft die betroffenen Bewohner Nico Lerch sowie den Eigentümer Martin Sülzenbrück, die nach dem Beschluss um ihre weitere Zukunft fürchten. Während andere Anwohner in der unmittelbaren Nachbarschaft vorerst bleiben dürfen, verdeutlicht dieser Fall die wachsende Instabilität in prekären Wohnverhältnissen.

Diese Entwicklung in Gotha steht im Kontext einer überregionalen Verschärfung der Wohnungsnot, die sich auch in aktuellen statistischen Erhebungen widerspiegelt. Wie das Bundesamt für Statistik (BFS) für die Schweiz mitteilte, ist die Leerstandsquote zum Stichtag Anfang Juni auf 0,93 Prozent gesunken. Dies stellt den niedrigsten Stand seit dem Jahr 2013 dar und markiert den sechsten Rückgang in Folge.

Massiver Rückgang des verfügbaren Wohnraums

Die Erhebungen des Bundesamtes verdeutlichen den hohen Druck auf den Immobilienmarkt. Zum Stichtag Anfang Juni wurden insgesamt 45.493 leerstehende Wohnungen registriert. Dies entspricht einem Rückgang von 2.962 Wohneinheiten oder 6,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Besonders betroffen ist der Mietmarkt: Von den leerstehenden Objekten waren 34.690 Wohnungen zur Miete ausgeschrieben, was einem Minus von 6,7 Prozent entspricht. Die Zahl der zum Verkauf stehenden leeren Wohnungen belief sich auf 10.803 Einheiten.

Die regionale Verteilung zeigt dabei extreme Engpässe in den wirtschaftlichen Zentren und begehrten Wohnlagen. In insgesamt 15 Kantonen liegt die Leerstandsquote mittlerweile unter der kritischen Marke von einem Prozent. Die bundesweit niedrigsten Quoten verzeichnen:

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Der Rückgang der Leerstandsquote auf 0,93 Prozent — der sechste in Folge — verschiebt das Kräfteverhältnis zwischen Vermietern und Mietern weiter zugunsten der Eigentümer. Wer die regionalen Unterschiede kennt, erkennt, in welchen Kantonen sich Engpass-Renditen erzielen lassen und wo die Leerstandsquote noch Luft lässt. Kostenlosen Immobilien-Report anfordern

  • Zug (0,20 Prozent)
  • Genf (0,31 Prozent)
  • Obwalden (0,38 Prozent)

Im Großraum Zürich wurde hingegen eine leichte Entspannung registriert; hier stieg die Quote geringfügig auf 0,52 Prozent an.

Regionale Unterschiede und Marktdynamik

Trotz des allgemeinen Abwärtstrends gibt es Regionen, in denen die Leerstandsquoten deutlich über dem Durchschnitt liegen. Die höchsten Werte verzeichnen laut Bundesamt für Statistik die Kantone Jura mit 3,35 Prozent, Solothurn mit 1,91 Prozent sowie das Tessin mit 1,78 Prozent. Auch in Neuenburg liegt die Quote mit 1,64 Prozent noch vergleichsweise hoch, wenngleich der landesweite Trend zur Verknappung anhält.

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In 15 Kantonen liegt die Leerstandsquote unter einem Prozent — dort wird die Auswahl an Mietinteressenten größer, aber auch das Risiko rechtlicher Auseinandersetzungen um Räumungen und Zweckentfremdung. Der Report ordnet ein, wie Sie Vermietungsprozesse in angespannten Märkten rechtssicher aufsetzen. Leitfaden für Engpassmärkte jetzt sichern

Die sinkenden Zahlen bei den Leerständen gelten als Indikator für eine weitere Verschärfung der Wohnungsnot. Experten und Marktbeobachter wiesen bereits in den vergangenen Monaten darauf hin, dass die Bautätigkeit in vielen Bereichen nicht mit der Nachfrage schritthalten könne.

Die statistischen Daten belegen nun, dass sich dieser Trend im Laufe des Jahres massiv verfestigt hat. Während lokale Behörden wie in Gotha mit ordnungsrechtlichen Maßnahmen auf unklare Wohnverhältnisse reagieren, bleibt die strukturelle Knappheit das bestimmende Thema auf dem Immobilienmarkt.

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