Wohnungsmarkt 2024: Fertigstellungen fallen um 14,4% auf 252.000
25.05.2026 - 20:22:09 | boerse-global.deIm Stadtteil Altstadt-Lehel werden durchschnittlich 12.689 Euro pro Quadratmeter fällig. Das zeigt eine aktuelle Analyse des Portals immowelt. Zum Vergleich: Berlin-Mitte liegt mit 6.647 Euro auf einem deutlich niedrigeren Niveau.
Am anderen Ende der Skala findet sich Duisburg-Marxloh. Dort kosten Wohnungen gerade einmal 1.256 Euro pro Quadratmeter. Die enorme Differenz spiegelt die unterschiedliche wirtschaftliche Dynamik der Standorte wider.
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Hamburg und Frankfurt: Stabilisierung oder Wachstum?
In der Hansestadt zeichnet sich eine Phase der Stabilisierung ab. Daten von Engel & Völkers weisen für Häuser einen durchschnittlichen Angebotspreis von 5.571 Euro pro Quadratmeter aus. Das entspricht einem leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahreswert von 5.625 Euro. Wohnungen hingegen verteuerten sich leicht auf 6.366 Euro.
Frankfurt zeigt ein gemischtes Bild. Die Zahl der verkauften Bestandswohnungen stieg 2025 um 17 Prozent auf 2.987 Einheiten. Der durchschnittliche Kaufpreis kletterte um 3,4 Prozent auf rund 434.657 Euro. Im Neubausegment sieht es anders aus: Die Verkaufszahlen brachen um über 31 Prozent auf lediglich 185 Einheiten ein.
Wohnungsbau verfehlt Ziel deutlich
Die Statistiken des Bundesamtes untermauern die angespannte Lage. 2024 wurden 251.937 Wohnungen fertiggestellt – ein Rückgang von 14,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Regierungsziel von 400.000 neuen Wohneinheiten pro Jahr wurde erneut klar verfehlt. Hauptgrund: gestiegene Baupreise, die viele Projekte unwirtschaftlich machen.
Alternative Konzepte gewinnen daher an Bedeutung. In Berlin-Lichtenberg entstanden 136 neue Wohnungen direkt über einer ALDI-Filiale. 48 Einheiten sind öffentlich gefördert, die Nettokaltmiete beginnt bei 6,80 Euro pro Quadratmeter. Seit Mitte Mai ist die Filiale geöffnet.
Bauwirtschaft unter Druck
Die Stimmung im Bauhauptgewerbe bleibt fragil. Der Saldo der Selbsteinschätzung zu den Baupreisen lag im Dezember 2025 bei minus 0,8 Punkten. Der Tiefbau hält sich mit plus 6,0 Punkten vergleichsweise stabil. Der Hochbau leidet mit minus 5,9 Punkten unter schwacher Nachfrage und Kostendruck.
Mietrechtsreform bringt Änderungen
Die Bundesregierung plant mit „Miete II“ umfassende Neuerungen. Vorgesehen sind eine Offenlegungspflicht für Möblierungszuschläge und die Begrenzung von Indexmieten in angespannten Märkten. Kurzzeitmietverträge sollen auf maximal sechs Monate befristet werden. Auch Kündigungen wegen Mietschulden könnten durch Nachzahlungen abwendbar werden.
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Rechtliche Klarstellungen
Das Landgericht Regensburg entschied im Juni 2025: Ein einheitlicher Baukörper gilt trotz separater Eingänge als ein Gebäude im Sinne des § 573a BGB. Das erschwert in bestimmten Fällen die Berufung auf erleichterte Kündigungsrechte.
Küstenlage bleibt teuer
Auf den Nordfriesischen Inseln liegen die Preise bei durchschnittlich 9.922 Euro pro Quadratmeter. Zwar ein Rückgang von 4,7 Prozent zum Vorjahr – doch für viele bleibt das Niveau unerschwinglich. Sozialverbände wie die AWO fordern eine Wiedereinführung der Vermögenssteuer, um Mittel für soziale Infrastruktur zu generieren.
Ausblick
Die Bauwirtschaft wird weiter mit dem Spagat zwischen Preisanpassungen und mangelnder Zahlungsbereitschaft kämpfen. Die politische Debatte dreht sich um die Mietrechtsreform. International zeigt sich ein Trend zu stärkerem Mieterschutz – etwa durch den „Renters’ Rights Act“ in England, der Kündigungen ohne gesetzlichen Grund verbietet.
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