Wohnungsmangel, Millionen

Wohnungsmangel: 1,4 Millionen Häuser fehlen – alternative Bauweisen boomen

07.06.2026 - 05:30:07 | boerse-global.de

Angesichts fehlender Millionen Wohnungen setzen Kommunen verstärkt auf serielle und modulare Baukonzepte, von Mikrohäusern bis zu Holzhochhäusern.

Wohnungsnot in Deutschland: Alternative Bauweisen im Aufwind
Wohnungsmangel - Ein modernes Mikrohaus mit klarem Design, umgeben von grüner Landschaft unter stimmungsvoller Beleuchtung. 07.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Bis zu 1,4 Millionen Wohnungen fehlen in Deutschland. Alternative Bauweisen boomen.

Kommunen und Projektentwickler setzen zunehmend auf serielle, modulare und flächenoptimierte Konzepte. Von Mikrohäusern auf dem Land bis zu automatisierten Holzhochhäusern in der Stadt – die Bandbreite ist groß.

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Mikrohäuser für den ländlichen Raum

In Wimsheim (Baden-Württemberg) stimmte der Gemeinderat am 1. Juni einstimmig für drei Mikrohäuser im Baugebiet Frischegrund. Die Einheiten von Schwörerhaus sind 14,50 Meter lang und 3,30 Meter breit. Auf 583 Quadratmetern entstehen Objekte für Singles, Paare und Senioren – inklusive Grundstück für rund 360.000 Euro.

Auch in Babenhausen (Hessen) tut sich was. Am 6. Juni erfolgte der Spatenstich für fünf Gebäude des Projekts „Freiraum64“. Bürgermeister Dominik Stadler und Vertreter von Fingerhaus waren vor Ort. Kleinere Kommunen setzen zunehmend auf verdichtete Bauweisen.

Modulare Wohnlösungen – auch auf ehemaligen Militärflächen

Ein ungewöhnliches Beispiel: Die künstliche DDR-Militärinsel „Ostervilm“ vor Rügen wechselte am 5. Juni für 60.000 Euro den Besitzer. Der Käufer McCube aus Österreich ist auf modulare Fertighäuser spezialisiert. Die 250 Quadratmeter große Fläche soll künftig für Kultur- und Eventformate genutzt werden.

Mobilheim-Lösungen gibt es ebenfalls. Das Modell „Tahiti“ startet bei 99.000 Euro. Es wird in zwei Modulen transportiert und eignet sich für Grundstücke mit schwieriger Zuwegung. Der Carado V132 auf Citroën-Basis ist ab 49.999 Euro zu haben.

Serieller Holzbau: Gropyus baut in Berlin-Charlottenburg

In Ballungszentren setzen Unternehmen auf Automatisierung. Das Start-up Gropyus errichtet in Berlin-Charlottenburg für Vonovia serielle Plattenbauten aus Holz. Die siebengeschossigen Gebäude im Innenhof kosten rund 3.600 Euro pro Quadratmeter – preislich auf Niveau konventioneller Bauten. Durch Skalierung will das Unternehmen die Kosten weiter senken.

In Stendal verfolgt die WBGA einen anderen Ansatz: Ein Plattenbau vom Typ WBS-70 wird von 80 auf 30 Einheiten zurückgebaut. Entstehen soll ein terrassenförmiges „Einfamilienhaus-Haus“. Die Finanzierung steht allerdings noch aus.

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In Norderstedt legte man am 4. Juni den Grundstein für das Quartier „Nordlicht“. Bis 2029 entstehen dort 198 Eigentumswohnungen nach Effizienzhaus-Standard 40.

Öffentliche Hand zieht nach

Der Wetteraukreis gründete am 7. Mai eine eigene Gesellschaft für bezahlbaren Wohnraum. 22 Kommunen sind beteiligt. Die GmbH soll Städte und Gemeinden bei Bauvorhaben beraten.

In Essen-Dellwig startete am 5. Juni der Bau von 24 öffentlich geförderten Wohnungen. Die Allbau GmbH investiert 8,4 Millionen Euro in zwei dreigeschossige Gebäude. Fertigstellung ist für das erste Quartal 2028 geplant. Die Mieten sollen zwischen 7,25 und 8,40 Euro pro Quadratmeter liegen.

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