Wohnungsbau, TU-Ökonom

Wohnungsbau: TU-Ökonom Christian Leßmann fordert deutlich mehr Neubau

Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 16:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Christian Leßmann plädiert für mehr Neubau in allen Segmenten und Förderanreize, die regionale Marktbedingungen berücksichtigen.
Eine Baustelle mit Rohbauten und Baugerüsten in der Dämmerung, die den Umfang der Wohnungsbauaktivitäten verdeutlicht. Illustration mit AI erstellt.

Angesichts steigender Mieten und anhaltender Engpässe auf dem Immobilienmarkt fordert der Ökonom Christian Leßmann von der Technischen Universität Dresden eine deutliche Intensivierung der Bautätigkeit.

In einem Interview sprach sich der Wirtschaftswissenschaftler für eine forcierte Baupolitik aus, um den Mietpreisexplosionen und der Wohnungsnot wirksam zu begegnen. Nach seinen Vorstellungen müsse die Bautätigkeit über alle Segmente hinweg massiv ausgeweitet werden, von geförderten Sozialwohnungen bis hin zu Luxusappartements.

Kritik an politischem Sachverstand und bisherigen Maßnahmen

Leßmann übte deutliche Kritik an den bisherigen politischen Weichenstellungen. Dass die Wohnungsbaupolitik ihre selbst gesteckten Ziele regelmäßig verfehle, liege aus seiner Sicht vor allem an mangelndem Sachverstand bei den Entscheidungsträgern. Um den stockenden Wohnungsneubau wieder in Gang zu bringen, dürfe die Politik das Marktgeschehen nicht durch starre Vorgaben bremsen, sondern müsse gezielte Rahmenbedingungen schaffen.

Vor diesem Hintergrund sprach sich der Wirtschaftsforscher für spürbare Anreize für private Investoren aus. Dabei sei es jedoch unerlässlich, regionale Unterschiede zu berücksichtigen. Ein einheitlicher Ansatz werde den sehr unterschiedlichen Bedingungen auf den lokalen Märkten nicht gerecht, da sich der Bedarf und die wirtschaftlichen Voraussetzungen zwischen Ballungsräumen und ländlichen Regionen grundlegend unterscheiden.

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Wissenschaftlicher Fokus auf regionale Unterschiede

Christian Leßmann beschäftigt sich an der TU Dresden schwerpunktmäßig mit Fragen der räumlichen Ungleichheit und des lokalen Wirtschaftswachstums. In seiner Forschungsarbeit nutzt er unter anderem innovative Methoden der empirischen Wirtschaftsforschung.

So greift der Ökonom auf Satellitenbilder nächtlicher Lichtemissionen zurück, um die reale wirtschaftliche Aktivität in einzelnen Regionen präzise zu messen und wirtschaftsgeografische Dynamiken detailliert zu analysieren.

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Die Debatte um den Wohnungsbau wird flankiert von wachsenden Sorgen in der Bevölkerung über die Bezahlbarkeit von Wohnraum. Während Branchenveranstaltungen wie regionale Baumessen Hürden beim Erwerb von Wohneigentum beleuchten, stellen viele Bürger den Traum von den eigenen vier Wänden angesichts der Marktlage zunehmend infrage. Ökonomen drängen daher darauf, das Angebot an neuem Wohnraum schnellstmöglich auf breiter Front zu vergrößern.

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