Wohnungsbau: 52.100 genehmigte Wohnungen sind bereits in der Umsetzung
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 23:15 Uhr | Redaktion boerse-global.deBundesbauministerin Verena Hubertz sieht erste Anzeichen für eine Trendwende auf dem deutschen Wohnungsmarkt. Wie aus einem Bericht hervorgeht, bewege sich inzwischen vieles in die richtige Richtung.
Die Ministerin äußerte große Zuversicht und verwies darauf, dass politische Instrumente wie der sogenannte Bauturbo sowie die erleichterte Umwandlung von Gewerbe- in Wohnimmobilien spürbare Wirkung entfalten. Demnach befinden sich rund 52.100 bereits genehmigte Wohnungen inzwischen in der Umsetzung. Zudem verzeichnen die Baugenehmigungen seit 14 Monaten einen kontinuierlichen Anstieg.
Vorgaben sollen gelockert und Standards abgesenkt werden
Um den Wohnungsneubau weiter zu beschleunigen, setzt Hubertz auf die Einführung des Gebäudetyps E für einfaches Bauen sowie auf eine bundeseigene Wohnungsbaugesellschaft. Die Bundesregierung beabsichtigt zudem, bestehende Baustandards abzusenken; entsprechende Details sollen in den nächsten Tagen ausgearbeitet sein.
Bei einem Wohngipfel in Berlin stellte Justizministerin Stefanie Hubig vor dem Hintergrund steigender Bestandsmieten in deutschen Städten bereits vereinfachte rechtliche Vorgaben für kostengünstigeres Bauen vor.
Flankierend lädt die Bundesregierung für die kommende Woche zu einer Investorenkonferenz ein. Hubertz will dort gezielt für Deutschland als verlässlichen Standort für Immobilieninvestitionen werben. In diesem Zusammenhang positionierte sich die Ministerin auch deutlich gegen Enteignungsdebatten.
Einer Forsa-Umfrage im Auftrag des Deutschen Mieterbundes und des DGB zufolge befürworten unterdessen neun von zehn Befragten härtere Strafen gegen Wuchermieten, drei Viertel sprechen sich für eine Mietpreisbremse und zwei Drittel für einen Mietendeckel aus.
Diskussionen um Fördergelder und Anschlussregelungen
Auf der Finanzierungsseite reagiert das Bundesbauministerium auf die hohe Nachfrage nach Fördergeldern für klimafreundliche Wohngebäude im Standard EH55. Da das ursprüngliche Budget von 800 Millionen Euro vorzeitig aufgebraucht gewesen wäre, wird das Programm aufgestockt, sodass die Förderung bis Ende 2026 zur Verfügung steht.
Die Baugenehmigungen steigen seit 14 Monaten, rund 52.100 genehmigte Wohnungen sind laut Bauministerium inzwischen in der Umsetzung. Wer als Investor einordnen will, was das für Förderung und Projektplanung bedeutet, findet hier die belegbaren Zahlen und die offenen Punkte. Kostenlosen Förder-Report jetzt anfordern
Der Verband der Wohnungswirtschaft GdW rechnet mit zusätzlichen Mitteln in Höhe von 250 Millionen Euro und bewertete die Maßnahme als wichtiges Signal.
Aus der Bauwirtschaft kommen dennoch mahnende Stimmen. ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa wies darauf hin, dass die Sonderförderung für EH-55-Neubauten spätestens Ende 2026 ausläuft. Er forderte eine verbindliche Übergangsregelung, um eine drohende Förderlücke bis zum Sommer 2027 zu verhindern. Der Chef des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Müller, forderte zudem eine zweite Stufe des Bauturbos.
Zahlen spiegeln bisherige Baukrise wider
Trotz der optimistischen Signale aus dem Ministerium bleibt das tatsächliche Bauvolumen derzeit noch gedrückt. Laut dem Statistischen Bundesamt sank die Zahl der Baufertigstellungen im Jahr 2025 bundesweit um 18 Prozent auf rund 206.600 Wohnungen – der niedrigste Stand seit 2012. Ende 2025 waren rund 761.000 genehmigte Wohnungen noch nicht fertiggestellt.
Die Sonderförderung für EH-55-Neubauten läuft spätestens Ende 2026 aus, eine Förderlücke bis Sommer 2027 ist laut Bauwirtschaft nicht auszuschließen. Dieser Report zeigt, welche Anschlussregelungen im Gespräch sind und wie Sie Ihre Kalkulation darauf ausrichten. Förderlücken-Check jetzt sichern
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das ifo Institut mit rund 185.000 fertiggestellten Einheiten ein weiteres 15-Jahrestief, wenngleich sich das Geschäftsklima im Wohnungsbau zuletzt von minus 29,0 auf minus 22,7 Punkte aufhellte.
Gleichzeitig verschärft sich die Situation bei den Mietpreisen. Eine Auswertung des Kiel Instituts für Weltwirtschaft für das dritte Quartal 2026 ergab, dass die Angebotsmieten gegenüber dem Vorquartal um 1,2 Prozent zugelegt haben. Der Index von Empirica Regio weist für das dritte Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Plus von 3,8 Prozent bei den Neubaumieten sowie einen Anstieg von 10,2 Prozent bei Bestandswohnungen aus.
