Wohnungsbau, Fertigstellungen

Wohnungsbau 2025: Nur 206.600 Fertigstellungen – 18% Rückgang

25.05.2026 - 20:20:31 | boerse-global.de

2025 wurden nur 206.600 Wohnungen fertig, ein Minus von 18 Prozent. Die Baukrise belastet besonders den Hochbau, während München Spitzenpreise hält.

Wohnungsbau 2025: Nur 206.600 Fertigstellungen – 18% Rückgang - Foto: über boerse-global.de
Wohnungsbau 2025: Nur 206.600 Fertigstellungen – 18% Rückgang - Foto: über boerse-global.de

2025 wurden nur 206.600 Wohnungen fertiggestellt – ein Rückgang von 18 Prozent zum Vorjahr. Das ist der niedrigste Stand seit 2012. Das Regierungsziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr wird damit erneut und deutlich verfehlt.

Baugewerbe unter Druck

Der Abwärtstrend zeigt sich auch in der Stimmung der Bauwirtschaft. Das ifo Institut meldet für den Hochbau einen negativen Saldo von minus 5,9 Punkten bei den selbstkostendeckenden Preisen. Besonders dramatisch: Der öffentliche Hochbau rutschte auf minus 15,0 Punkte ab. Viele Projekte decken kaum noch ihre Kosten.

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Der Tiefbau steht dagegen mit plus 6,0 Punkten besser da. Die Unterschiede zwischen den Sparten werden immer größer.

München bleibt unbezahlbar

Trotz der Baukrise bleiben die Preise in den Top-Lagen extrem hoch. Eine Analyse von immowelt zeigt: München stellt elf der 20 teuersten Viertel Deutschlands. Spitzenreiter ist Altstadt-Lehel mit durchschnittlich 12.689 Euro pro Quadratmeter.

Nur Hamburg-Harvestehude schafft es mit 10.241 Euro in die Top 5. Das andere Extrem: Duisburg-Marxloh, wo der Quadratmeter für 1.256 Euro zu haben ist.

Frankfurt zeigt zweigeteilte Entwicklung

In der Mainmetropole stiegen die Wohnungskäufe 2025 um 17 Prozent auf knapp 3.000 Transaktionen. Bestandswohnungen verteuerten sich moderat um 3,4 Prozent auf rund 434.657 Euro. Doch Neubauwohnungen verbilligten sich um 4 Prozent – bei einem Einbruch der Transaktionen um über 31 Prozent.

Norddeutschland: Leichte Entspannung

In Hamburg zeichnet sich eine Konsolidierung ab. Häuser kosten im Schnitt 5.411 Euro pro Quadratmeter – ein Minus von 4,2 Prozent. Eigentumswohnungen verbilligten sich um 1,7 Prozent auf 6.208 Euro. Marktbeobachter sprechen von einer Stabilisierungsphase.

An den Küsten zeigt sich ein gemischtes Bild. Die Nordfriesischen Inseln wie Amrum erzielen mit fast 10.000 Euro Spitzenpreise, verzeichnen aber einen Rückgang um 4,7 Prozent.

Innovative Projekte trotz Krise

In Berlin-Lichtenburg entstanden 136 neue Wohnungen direkt über einer modernisierten ALDI-Filiale. 48 Einheiten sind öffentlich gefördert – die Nettokaltmiete beginnt bei 6,80 Euro pro Quadratmeter.

Im Westmünsterland meldet die WohnBau Westmünsterland eG den Abschluss des Projekts HWQ in Borken. Das Unternehmen hat derzeit 750 Wohnungen fertiggestellt, weitere 520 sind im Bau.

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Rechtliche Klarstellungen

Der Bundesgerichtshof präzisierte die Kündigungsmöglichkeiten nach § 573a BGB. Entscheidend ist die allgemeine Verkehrsauffassung, was als einheitliches Gebäude gilt. Separate Eingänge oder unterschiedliche Hausnummern allein reichen nicht aus.

Auch beim Datenschutz gibt es Neuigkeiten: Vermieter dürfen keine Informationen über Familienplanung, ethnische Herkunft oder Krankheiten verlangen. Unzulässige Fragen müssen nicht wahrheitsgemäß beantwortet werden.

Ausblick: Talsohle erreicht?

Die gestiegene Nachfrage in Hamburg und Frankfurt deutet darauf hin, dass die Preiskorrekturen in vielen A-Lagen ihr Ende gefunden haben könnten. Doch die Rentabilität von Neubauten bleibt das zentrale Problem für eine Markterholung. Impulse könnten von Großprojekten wie in Berlin oder im Westmünsterland ausgehen – sie zeigen, wie effizientere Flächennutzung funktionieren kann.

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