Wohnraumförderung in Frankfurt: Bindungen laufen künftig bis zu 30 Jahre
Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 18:34 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Stadt Frankfurt am Main reformiert ihre Förderbedingungen für den Ankauf von Belegungsrechten, um bezahlbaren Wohnraum im Stadtgebiet langfristig zu sichern.
Die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung beschloss das entsprechende Maßnahmenpaket am 5. November 2026 mit großer Mehrheit. Durch die neuen Rahmenbedingungen sollen Eigentümer und Wohnungsunternehmen stärkere wirtschaftliche Anreize erhalten, Mietpreis- und Belegungsbindungen an die Kommune zu vergeben.
Angepasste Pauschalen und Wegfall starrer Obergrenzen
Im Zentrum der beschlossenen Reform stehen finanzielle und strukturelle Anpassungen bei den Vereinbarungen zwischen der Stadt und Immobilieneigentümern. Dem Beschluss zufolge steigt die Aufwandspauschale für Belegungsrechte auf 1 Euro pro Quadratmeter und Monat.
Gleichzeitig verabschiedet sich die Stadt von bisherigen Limitierungen: Die bisherige starre Mietobergrenze von maximal 10 Euro pro Quadratmeter beziehungsweise 12 Euro pro Quadratmeter bei kleinen Wohnungen entfällt künftig vollständig.
Mit dieser Flexibilisierung reagiert die Kommune auf veränderte Marktgegebenheiten, um Bestandswohnungen für die Belegungsbindung attraktiv zu halten. Für Bestandswohnungen wurde die Einstiegsmiete im Zuge des Beschlusses auf 6 Euro pro Quadratmeter angehoben. Neben den monetären Parametern wurde auch der zeitliche Rahmen deutlich erweitert: Die maximale Förderdauer verlängert sich von bislang 20 auf nunmehr 30 Jahre.
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Debatte über Einstiegspreise und Laufzeiten
Über die konkrete Ausgestaltung der Richtlinien gab es im Stadtparlament unterschiedliche Vorstellungen. Die Fraktion Die Linke brachte weitergehende Forderungen in die Beratungen ein. Sie verlangte eine niedrigere Einstiegsmiete von 5 Euro pro Quadratmeter sowie eine noch längere Förderdauer von 40 Jahren, konnte sich mit diesem Vorstoß im Parlament jedoch nicht durchsetzen.
Der Ankauf von Belegungsrechten ist für die hessische Metropole ein zentrales Instrument, um Wohnungen ohne Neubau für Haushalte mit geringeren Einkommen verfügbar zu machen. Wie der Frankfurter Planungsdezernent Marcus Gwechenberger (SPD) ausführte, erwarb die Stadt in den vergangenen Jahren insgesamt mehr als 4700 Belegungsrechte.
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Allein im Vorjahr sicherte sich die Kommune rund 630 solcher Bindungen. Mit den neuen Fördersätzen und den verlängerten Bindungszeiträumen soll dieses Fördervolumen künftig verstetigt und ausgeweitet werden.
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