Wohngeld-Kürzung, Haushalte

Wohngeld-Kürzung: Bis zu 500.000 Haushalte könnten die Hilfe verlieren

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 19:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Mieterbund meldet wachsende finanzielle Belastungen und fordert mehr Sozialwohnungen; geplante Wohngeldkürzungen könnten Hunderttausende Haushalte treffen.

Mietenreport 2026: Mieterbund warnt vor Wohnkosten und Wohngeldkürzungen
Eine dichte, anonyme Wohnblocksiedlung bei trübem Tageslicht, die die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt verdeutlicht. Illustration mit AI erstellt.

Der Deutsche Mieterbund hat mit seinem Mietenreport 2026 vor einer weiteren Verschärfung der Wohnkrise und steigenden finanziellen Risiken für Millionen Mieterhaushalte gewarnt.

Der Verband stützt seine Erhebung unter anderem auf eine forsa-Befragung von 1.021 Mieterinnen und Mietern aus dem Zeitraum vom 29. Juni bis 7. Juli 2026 sowie auf Daten des Mikrozensus und der europäischen Erhebung über Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC). Die Ergebnisse zeichnen das Bild einer zunehmenden Überlastung vieler privater Haushalte.

Wachsender Druck auf private Haushalte

Laut der Erhebung gaben 58 Prozent der befragten Mieterinnen und Mieter an, dass ihre Wohnkosten binnen zwölf Monaten gestiegen sind. Rund ein Drittel der Befragten – konkret 29 Prozent – fürchtet mittlerweile, die Miete künftig nicht mehr aufbringen zu können.

Die finanzielle Anspannung schlägt sich zunehmend auf andere Lebensbereiche nieder: 15 Prozent der Befragten sparen nach Angaben des Mieterbundes bereits bei der Gesundheit, um die laufenden Wohnkosten decken zu können.

Zudem verfügen viele Haushalte über kaum noch finanzielle Rücklagen. Jede vierte befragte Person könnte demnach die eigene Wohnung im Falle eines Einkommensausfalls höchstens drei Monate halten. Zehn Prozent der Befragten gaben an, eine solche Situation nicht einmal einen Monat lang überbrücken zu können.

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Hohe Wohnkostenbelastung und Defizite im Bestand

Insgesamt geben 11 Prozent der Gesamtbevölkerung mehr als 40 Prozent ihres Einkommens für das Wohnen aus. Während 52,8 Prozent der Bevölkerung in Deutschland zur Miete wohnen, liegt dieser Anteil unter den von Armut betroffenen Menschen bei 78,4 Prozent. In dieser Gruppe sind nach Feststellung des Mieterbundes 35 Prozent extrem wohnkostenüberlastet, was mehr als einem Drittel der Betroffenen entspricht.

Verstärkt wird der Druck durch ein anhaltendes strukturelles Angebotsdefizit. Nach Berechnungen des Verbandes fehlen bundesweit rund 1,4 Millionen Wohnungen. Gleichzeitig habe es im Jahr 2025 nur noch rund 1,03 Millionen Sozialwohnungen gegeben.

Forderung nach Mietenstopp und Kritik an Wohngeldplänen

Als Konsequenz aus den Erhebungen fordert der Deutsche Mieterbund einen bundesweiten Mietenstopp sowie den Aufbau von zwei Millionen Sozialwohnungen bis zum Jahr 2030.

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Zugleich richtet der Verband seinen Blick auf die anstehende Bundesratssitzung am Freitag. Gemeinsam mit der Arbeiterwohlfahrt rief der Deutsche Mieterbund die Bundesländer dazu auf, gegen die von der Bundesregierung geplanten Einsparungen beim Wohngeld zu stimmen. Laut Mieterbund sieht der Bund eine Kürzung des Wohngeldetats um 45 Prozent vor, was beide Organisationen als unverhältnismäßig und als sozialpolitischen Rückschritt kritisieren.

Den Angaben zufolge sind 93 Prozent der Wohngeldempfänger Mieterhaushalte. Ende 2024 hatten rund 1,2 Millionen Haushalte die staatliche Unterstützung bezogen. Durch die vorgesehenen Kürzungen könnten schätzungsweise 380.000 Haushalte aus dem Bezug fallen; der Mieterbund rechnet sogar mit bis zu 500.000 betroffenen Haushalten.

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