Wohneigentum: Quote in Deutschland fällt auf nur noch 43 bis 44 Prozent
Veröffentlicht am: 03.10.2026 um 23:04 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Wohneigentumsquote in Deutschland ist auf einen neuen Tiefststand gesunken. Wie Analysen des Pestel-Instituts zeigen, liegt der Anteil der Menschen, die in den eigenen vier Wänden wohnen, nur noch bei 43 bis 44 Prozent. Dies markiert den niedrigsten Wert seit dem Jahr 2005. Noch im Jahr 2018 hatte die Quote bei knapp 47 Prozent gelegen.
Besonders für jüngere Generationen gestaltet sich der Weg ins eigene Heim zunehmend schwierig. Bis zum 35. Lebensjahr lebt gegenwärtig lediglich ein Drittel der Menschen in Deutschland im Wohneigentum.
Hohe Erwerbskosten belasten mittlere Einkommen
Die Ursachen für den anhaltenden Rückgang liegen vor allem in den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Immobilienmarkts. Matthias Günther, der Leiter des Pestel-Instituts, wies darauf hin, dass sich untere und mittlere Einkommen sowie selbst Doppelverdiener mit Durchschnittseinkommen Wohneigentum kaum noch leisten können. Die Hürden für den Erwerb seien für breite Teile der Bevölkerung inzwischen zu hoch.
Diese Einschätzung teilt auch der Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland. Jakob Grimm von der Organisation erklärte, dass die Kaufpreise sowie die Erwerbsnebenkosten über Jahre hinweg deutlich schneller gestiegen seien als die Ersparnisse der Bürger.
Die Wohneigentumsquote in Deutschland ist auf 43 bis 44 Prozent gefallen — der niedrigste Stand seit 2005, und selbst Doppelverdiener mit Durchschnittseinkommen kommen kaum noch durch. Wer trotzdem kaufen will, braucht einen belastbaren Plan für Eigenkapital und Nebenkosten. Kostenlosen Leitfaden jetzt anfordern
Das Ansparen des erforderlichen Eigenkapitals stelle viele Haushalte vor nahezu unüberwindbare Hindernisse, da das Einkommens- und Vermögenswachstum mit der Preisentwicklung nicht schritthalten konnte.
Deutschland im europäischen Vergleich fast am Schlusslicht
Im internationalen Vergleich belegt Deutschland bei der Eigentumsbildung traditionell einen der hinteren Plätze. Unter den europäischen Staaten weist gegenwärtig nur die Schweiz eine noch niedrigere Wohneigentumsquote auf als Deutschland.
Kaufpreise und Erwerbsnebenkosten sind über Jahre deutlich schneller gestiegen als die Ersparnisse — deshalb lebt bis zum 35. Lebensjahr nur noch ein Drittel der Menschen in Deutschland im eigenen Heim. Der Leitfaden zeigt, wie Sie Nebenkosten senken und Förderungen nutzen. Schritt-für-Schritt-Checkliste sichern
Andere europäische Länder begegnen dieser Problematik mit gezielten steuerlichen Entlastungen, um insbesondere Erstkäufern den Erwerb von Wohneigentum zu erleichtern. Die Niederlande etwa befreien Ersterwerber im Alter von 18 bis 35 Jahren bis zu einer festgelegten Wertgrenze vollständig von der Grunderwerbsteuer.
Auch in Großbritannien existiert ein Nullsteuersatz für Ersterwerber bis zu einer bestimmten Kaufsumme, um den Einstieg in den Immobilienmarkt zu fördern und zusätzliche Hürden abzubauen. In Deutschland hingegen tragen die staatlich festgelegten Erwerbsnebenkosten weiterhin maßgeblich zur hohen finanziellen Belastung beim Immobilienkauf bei.
