Wohneigentum: 46 Prozent der Deutschen sehen es als unerreichbar
22.06.2026 - 02:39:16 | boerse-global.de
Immer mehr Deutsche sehen Wohneigentum als unerreichbar.
46 Prozent empfinden Wohneigentum als kaum noch finanzierbar – das sind sieben Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Das zeigt die aktuelle Interhyp-Leistbarkeitsstudie 2026. Das durchschnittliche Budget für Kauf oder Bau stieg von 349.000 auf 384.000 Euro.
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Doch die Preise ziehen weiter an. Im ersten Quartal 2026 legten Wohnimmobilien bundesweit um 2,3 Prozent zu. In den Top-7-Städten fiel das Plus mit 3,6 Prozent deutlicher aus. Spitzenreiter ist Hamburg mit einem Anstieg von 4,9 Prozent.
Finanzierung bleibt teuer
Die Zinsen für zehnjährige Darlehen stabilisierten sich bei rund vier Prozent. Die EZB hält den Leitzins bei 2,25 Prozent, die Inflation lag im Mai bei 3,2 Prozent. Experten von Finanztip raten weiterhin zu einer Eigenkapitalquote von 20 Prozent plus Nebenkosten. Bei einem Kaufpreis von 300.000 Euro wären das rund 90.000 Euro.
Ein Blick zurück zeigt die Dramatik: Zwischen 2010 und 2022 haben sich die Preise in Großstädten verdoppelt.
Baugenehmigungen steigen – aber nicht genug
Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe meldet für April 2026 ein Plus von 9,2 Prozent bei den Baugenehmigungen – insgesamt 20.200 Wohnungen. Das klingt positiv, liegt aber deutlich unter dem geschätzten Monatsbedarf von 26.700 Einheiten. Um das Jahresziel von 320.000 Wohnungen zu erreichen, müsste die Bauwirtschaft deutlich zulegen.
Die Realität sieht anders aus: Im Vorjahr verfielen rund 35.700 bereits erteilte Genehmigungen. Die Hürden in der Baubranche bleiben hoch.
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Neue Projekte trotz Krise
In Krefeld-Uerdingen startete im Juni die Vermarktung eines großen Geländes. Der Projektentwickler Wilma plant dort 124 Einfamilienhäuser und 74 Wohnungen. Erste Reihenhäuser sind bereits verkauft.
In Traunstein-Seiboldsdorf wurde am 20. Juni ein Mehrgenerationenprojekt eingeweiht. Der Vierseithof umfasst 50 Wohnungen, 38 davon staatlich gefördert. Die Gesamtkosten: 16,5 Millionen Euro. Gebaut wurde in Holz-Hybridbauweise.
Andernorts reagieren Bauträger auf die Marktlage mit kreativen Lösungen. In Heidelberg-Neuenheim entschied sich ein Investor, ein Wohnprojekt in prominenter Lage nicht zu verkaufen, sondern größtenteils zu vermieten. Grund für die Verzögerung: nachträgliche Genehmigungsverfahren für eine Unterkellerung. Der Baustart ist nun für Oktober oder November vorgesehen.
Barrierefreiheit und Energieeffizienz im Trend
Neue Projekte setzen verstärkt auf Barrierefreiheit und hohe energetische Standards. Die BayernHeim GmbH stellte Mitte Juni Pläne für 94 barrierefreie Wohneinheiten in Bad Reichenhall vor. Staatliche Förderung soll dort bezahlbaren Wohnraum schaffen.
In Wallersdorf werden Neubauwohnungen im Standard KfW 40 angeboten – mit Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen. Die Preise liegen zwischen 178.000 Euro für kleinere Einheiten und rund 399.000 Euro für barrierefreie 3-Zimmer-Wohnungen.
Auch soziale Projekte gewinnen an Bedeutung. In Miesbach eröffnete eine Wohngemeinschaft für körperlich behinderte Menschen. In Hamm begann der Bau einer städtischen Notschlafstelle mit 32 Plätzen – Eröffnung: Sommer 2027.
In Österreich startete der Verkaufsstart für das Projekt „Berthold & Elisabeth" in Garsten. Es ist mit Luftwärmepumpen und Kühlfunktionen ausgestattet. Baubeginn: drittes Quartal 2026.
