Wohn-Investments, Milliarden

Wohn-Investments: 5,9 Milliarden Euro nach neun Monaten, Rückgang um 5 Prozent

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 11:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Mehrere Marktberichte beziffern das Wohninvestmentvolumen auf rund sechs Milliarden Euro; höhere Renditen erschweren die Preisfindung.

Wohninvestments in Deutschland: Neunmonatsvolumen sinkt um fünf Prozent
Moderne Wohnhausanlage in einer deutschen Großstadt bei sanftem Nachmittagslicht. Illustration mit AI erstellt.

Auf dem deutschen Markt für Wohninvestitionen hat das Transaktionsvolumen bis zum Ende des dritten Quartals 2026 einen Wert von 5,9 Mrd. € erreicht. Wie das Beratungsunternehmen BNP Paribas Real Estate in einem Bericht vom 05.10.2026 mitteilte, entspricht dieses Ergebnis einem Rückgang von 5 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auf das dritte Quartal 2026 entfiel dabei ein Umsatz von 1,6 Mrd. €.

Portfoliostruktur und Großabschlüsse bei BNP Paribas Real Estate

Nach Erhebungen von BNP Paribas Real Estate machten Transaktionen mit einem Volumen von über 100 Mio. € im bisherigen Jahresverlauf 35 % beziehungsweise knapp 2,1 Mrd. € aus, womit sie deutlich unter dem Zehnjahresschnitt von 52 % blieben.

Verkäufe im Segment zwischen 25 und 50 Mio. € erreichten einen Anteil von 25 % beziehungsweise knapp 1,5 Mrd. €. Bestandsportfolios stellten 49 % des gesamten Volumens, während Forward Deals auf einen Anteil von 22 % kamen, was 1,3 Mrd. € entspricht, nach 1,9 Mrd. € im Vorjahr.

Als bedeutendster Einzelmarkt kristallisierte sich Berlin mit einem Volumen von knapp 950 Mio. € heraus. Die höchste Netto-Spitzenrendite registrierte das Unternehmen in München mit 3,60 %.

In den deutschen A-Städten zogen die Renditen im dritten Quartal um 10 Basispunkte an, während in Berlin ein Plus von 15 Basispunkte verzeichnet wurde. Das Unternehmen wies darauf hin, dass höhere Kapitalmarktrenditen und geopolitische Unsicherheit die Preisfindung am Markt erschweren.

Weitere Marktbeobachter registrieren Portfolioaktivität

Andere Immobiliendienstleister beziffern das Marktgeschehen in ähnlicher Größenordnung. Laut CBRE lag das Transaktionsvolumen in den ersten drei Quartalen bei knapp 5,9 Mrd. €, was einem Minus von 4 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das dritte Quartal entwickelte sich dort mit 2,3 Mrd. € und einem Zuwachs von 17 % im Vergleich zum Vorquartal zum stärksten Dreimonatszeitraum des Jahres.

Auf das Wohnsegment entfielen 25 % des gesamten deutschen Immobilieninvestmentvolumens. Im dritten Quartal entfielen über 50 % des Volumens auf größere Portfolios, Portfolios insgesamt standen für 75 % und Bestandsobjekte für 89 %.

Bei 44 gezählten Abschlüssen im dritten Quartal – nach 51 im Vorquartal – stellten internationale Käufer rund drei Viertel des Volumens. CBRE ermittelte eine Top-7-Spitzenrendite für Mehrfamilienhäuser von 3,59 % (+0,2 Prozentpunkte gegenüber dem zweiten Quartal) und rechnet im Gesamtjahr mit rund 8 Mrd. €, abhängig von Abschlüssen im Schlussquartal.

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Das Transaktionsvolumen für Wohninvestments erreichte bis Ende des dritten Quartals 5,9 Mrd. Euro — ein Rückgang von 5 Prozent zum Vorjahr. Gleichzeitig liegen Großdeals mit 35 Prozent klar unter dem Zehnjahresschnitt von 52 Prozent, und die Preisfindung bleibt durch höhere Kapitalmarktrenditen und geopolitische Unsicherheit erschwert. Unser kostenloser Report ordnet die Zahlen der führenden Marktbeobachter ein und zeigt, wo Renditen und Kapital in den A-Städten tatsächlich fließen. Kostenlosen Markt-Report anfordern

Colliers wiederum bezifferte das Volumen für die ersten drei Quartale auf rund 6,1 Mrd. € (?7 % zum Vorjahr), wovon rund 1,9 Mrd. € im dritten Quartal umgesetzt wurden. Portfolios standen für 1,1 Mrd. € beziehungsweise 58 % des Quartalsvolumens, während Deals zwischen 15 und 50 Mio. € kumuliert 2,3 Mrd. € (38 %) ausmachten.

Zu den größten Abschlüssen des Quartals zählten laut Colliers der Verkauf von Highground Living an H.I.G. Capital für rund 400 Mio. € sowie die Veräußerung des Polarlicht-Portfolios an Net Zero Properties für rund 350 Mio. €.

Die Top-7-Märkte kamen auf 2,9 Mrd. € (+41 %), angeführt von Berlin mit 1,6 Mrd. €. Für die Top-7-Städte gab Colliers die Spitzenrendite mit 4,25 % an und verwies auf eine Pipeline seit 2022 eingeworbener Mittel von rund 8,4 Mrd. €.

Differenzierte Daten zu Einzelabschlüssen und Volumina

Cushman & Wakefield erfasste für die ersten drei Quartale 5,75 Mrd. € (?1,6 % gegenüber 5,84 Mrd. €). Im dritten Quartal lag das Volumen bei 1,65 Mrd. € (?17 % gegenüber dem Vorjahresquartal; ?26 % gegenüber dem Vorquartal).

Auf Portfolios entfielen 965 Mio. € (59 %), auf Einzelobjekte 684 Mio. €. Das gehandelte Polarlicht-Portfolio umfasste demnach rund 5.600 Wohnungen bei einem Kaufpreis von laut Medienberichten rund 350 Mio. €. Auslandsinvestoren zeichneten im Quartal für 618 Mio. € (38 %) verantwortlich; die Spitzenrendite für Mehrfamilienhäuser verharrte bei 3,80 %.

NAI apollo bezifferte den Markt für Wohnportfolios ab 30 Einheiten in den ersten drei Quartalen auf 6,2 Mrd. € (Vorjahreszeitraum: 6,3 Mrd. €), mit 1,7 Mrd. € im dritten Quartal.

Transaktionen unter 100 Mio. € machten 4,2 Mrd. € (68,9 %) aus, während Deals über dieser Marke um 21,9 % auf rund 2 Mrd. € sanken. Internationale Käufer investierten 2,6 Mrd. € (+7 %), inländische Akteure 3,6 Mrd. €. Für das Gesamtjahr erwartet NAI apollo weniger als 10 Mrd. €.

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Nach Daten von JLL belief sich das Neunmonatsvolumen auf rund 6,2 Mrd. € (Vorjahreszeitraum: 6,4 Mrd. €), davon rund 1,9 Mrd. € im dritten Quartal bei 53 Transaktionen und rund 50.000 gehandelten Einheiten.

Im Segment ab 100 Mio. € wurden elf Abschlüsse über zusammen rund 2,2 Mrd. € registriert; B- und C-Standorte zogen 61,3 % des Kapitals an. JLL gab die Top-7-Core-Rendite mit 3,61 % an und rechnet im vierten Quartal mit einer stabilen Entwicklung.

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