WISTA-Leitfaden: Reedereien sollen mindestens zwei Frauen pro Schiff einsetzen
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 07:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Branchenorganisation WISTA Germany hat gemeinsam mit der Initiative Frauen zur See einen Praxisleitfaden zur Rekrutierung und Einbindung von weiblichen Fachkräften auf Schiffen herausgegeben.
Das Dokument mit dem Titel Best Practice Guide for the Recruitment and Integration of Women on Board richtet sich direkt an Reedereien und enthält konkrete Handlungsempfehlungen, um bestehende Hürden in der maritimen Arbeitswelt systematisch abzubauen.
Wie Fachmedien wie safety4sea und worldports.org in Berichten von Oktober 2026 darlegen, zielt die Initiative auf eine nachhaltige Veränderung der Arbeitsbedingungen auf See ab.
Anpassungen im Rekrutierungsprozess und Teambesetzung
Ein zentraler Schwerpunkt des Leitfadens liegt auf den Einstellungsverfahren der Schifffahrtsunternehmen. Reedereien wird darin geraten, Stellenanzeigen geschlechtsneutral zu gestalten und das Auswahlverfahren strikt kompetenzbasiert auszurichten. Auf diese Weise sollen Verzerrungen bereits bei der ersten Kontaktaufnahme mit potenziellen Bewerberinnen vermieden werden.
Neben der Personalgewinnung thematisiert der Leitfaden auch die konkrete personelle Zusammensetzung der Schiffsbesatzungen. Um Isolation an Bord zu verhindern und den Arbeitsalltag zu erleichtern, empfehlen WISTA Germany und Frauen zur See den Reedereien, nach Möglichkeit mindestens zwei Frauen gleichzeitig auf einem Schiff einzusetzen.
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Dieser Ansatz soll die gegenseitige Unterstützung stärken und dazu beitragen, den Schritt in ein traditionell stark männlich dominiertes Arbeitsumfeld zu erleichtern.
Schutzmaßnahmen, Arbeitsbedingungen und Ausrüstung
Ein weiterer Schwerpunkt des Leitfadens betrifft das Arbeitsklima und die Sicherheit an Bord. Die Organisationen plädieren für die Einführung und strikte Durchsetzung einer Null-Toleranz-Politik gegenüber Belästigungen jeglicher Art. Ergänzend dazu sollen Reedereien anonyme Meldekanäle einrichten, über die Betroffene Vorfälle sicher und ohne Angst vor beruflichen Nachteilen weitergeben können.
Auch alltägliche praktische Anforderungen finden in der Handreichung Beachtung. So fordern die Initiatorinnen die Bereitstellung von persönlicher Schutzausrüstung in passenden Größen für weibliche Besatzungsmitglieder, da unpassende Ausrüstungsgegenstände ein Sicherheitsrisiko im Schiffsbetrieb darstellen können.
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Darüber hinaus regen die Verfasserinnen transparente Kriterien für Beförderungen sowie eine flexiblere Gestaltung der Crew-Rotation an, um berufliche Entwicklungsperspektiven auf See verlässlicher zu gestalten.
Messbare Kriterien für langfristige Erfolge
Damit die empfohlenen Veränderungen nicht rein theoretischer Natur bleiben, setzt der Leitfaden auf eine strukturierte Überprüfung der Umsetzung. Reedereien wird empfohlen, den Fortschritt ihrer Maßnahmen anhand konkreter Indikatoren regelmäßig zu evaluieren.
Als wesentliche Kennzahlen schlagen die Initiativen dabei den Frauenanteil aufgeschlüsselt nach den jeweiligen Rängen an Bord sowie die Verbleibquoten des weiblichen Personals vor. Auf dieser Datenbasis sollen Schifffahrtsunternehmen den tatsächlichen Erfolg ihrer Initiativen überprüfen und Anpassungen im Personalmanagement vornehmen können.
