Wirtschaftswachstum, Deutschland

Wirtschaftswachstum: Deutschland wächst, Insolvenzen steigen um 8,3%

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 13:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das Bruttoinlandsprodukt legte im Frühjahr 2026 um 0,2 Prozent zu und übertraf damit die Prognosen der Analysten.

Deutsche Wirtschaft: BIP wächst im zweiten Quartal 2026 leicht
Moderne Industrieanlage mit dezenten digitalen Grafikelementen als Symbol für das deutsche Wirtschaftswachstum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt legte im zweiten Quartal 2026 um 0,2 Prozent zu. Das Statistische Bundesamt bestätigte damit eine moderate Erholung – und übertraf die Erwartungen der Analysten leicht. Im Vergleich zum Vorjahresquartal betrug das preisbereinigte Wachstum 0,9 Prozent.

Exporte als Stütze, Konsum und Investitionen schwächeln

Das Plus von April bis Juni ist der dritte Zuwachs in Folge. Bereits im vierten Quartal 2025 wuchs die Wirtschaft um revidierte 0,3 Prozent, im ersten Quartal 2026 um 0,4 Prozent. Haupttreiber: gestiegene Exporte. Die privaten Konsumausgaben blieben dagegen verhalten, die Investitionen gingen sogar zurück.

Die Behörde legte zudem revidierte Zahlen für frühere Zeiträume vor. Demnach stagnierte die Wirtschaft 2024 bei 0,0 Prozent – statt des zuvor gemeldeten Minus von 0,5 Prozent. Für 2025 blieb es bei 0,2 Prozent. Eine Sommerüberarbeitung für 2011 bis 2021 ergab ein um 0,8 Prozentpunkte höheres Wachstum als bislang angenommen.

Stimmungsindikatoren hellen sich auf

Das Ifo-Geschäftsklima stieg im Juli auf 86,6 Punkte – der dritte Anstieg in Folge. Auch der S&P-Einkaufsmanagerindex verbesserte sich zuletzt. Die Industrie verfügt über einen hohen Auftragsbestand mit einer Reichweite von durchschnittlich 8,9 Monaten.

Das Bundeswirtschaftsministerium rechnet für das dritte Quartal mit einem weiteren Wachstum von rund 0,4 Prozent. Die Bundesbank bremst die Erwartungen: Die Belastungen könnten zwar nachlassen, das BIP-Wachstum dürfte sich aber dennoch etwas abschwächen.

Arbeitsmarkt bleibt angespannt

Trotz des leichten Wirtschaftswachstums sank die Zahl der Erwerbstätigen im Mai um rund 8.000 Personen. Die Arbeitslosenzahlen für Juni blieben nahezu unverändert. Der DIHK erklärte, von einem selbsttragenden Aufschwung sei man „noch weit entfernt“.

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Ein weiteres Warnsignal: die Unternehmensinsolvenzen. Von Mai 2025 bis April 2026 wurden 24.599 Fälle registriert – ein Plus von 8,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Inflation lag im Juni bei 2,3 Prozent. Experten rechnen für Juli mit einem leichten Anstieg, da staatliche Entlastungen wie der Tankrabatt ausgelaufen sind.

Risiken und Ausblick

Die konjunkturelle Entwicklung bleibt fragil. Der Nahost-Konflikt trieb die Ölpreise zeitweise über 100 US-Dollar – erst eine Rahmenvereinbarung zwischen den USA und dem Iran Mitte Juni sorgte für Entspannung. Weitere Risiken: mögliche US-Handelszölle, die starke Konkurrenz aus China und logistische Probleme durch Niedrigwasser am Rhein.

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Die Bundesregierung verabschiedete Anfang Juli ein Reformpaket mit Bürokratieabbau und Stabilisierung der Sozialabgaben. Für das Gesamtjahr 2026 wird ein Wachstum von rund 0,5 Prozent erwartet. Die Commerzbank hob ihre Prognose zuletzt auf 1,0 Prozent an. Einen spürbaren Aufschwung prognosticieren Branchenkreise jedoch erst für 2027.

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