Wirtschaftskammer: 200 Mitarbeiter zur Kündigung angemeldet
Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 22:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Wirtschaftskammer (WKÖ) hat mit der operativen Umsetzung ihres bereits im Juni angekündigten Sparprogramms begonnen. Wie aus Berichten vom 2. September 2026 hervorgeht, leitete die Organisation die ersten personellen Maßnahmen ein und meldete 200 Mitarbeiter beim Arbeitsmarktservice (AMS) zur Kündigung an. Dieser Schritt markiert den Beginn einer umfassenden Umstrukturierung, die insbesondere die personellen Kapazitäten der Kammer betrifft.
Fokus auf die Bundeskammer in Wien
Der geplante Stellenabbau konzentriert sich maßgeblich auf die Bundeskammer in Wien. Dort sollen bis Ende des Jahres 2027 insgesamt 200 der derzeit etwa 800 vorhandenen Stellen gestrichen werden.
Den vorliegenden Informationen zufolge betrifft diese Reduzierung fast alle Abteilungen der Organisation. Obwohl der Prozess nun offiziell gestartet ist, gelten viele Details zur konkreten Umsetzung in den einzelnen Fachbereichen zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch als offen.
Um den Abbau sozialverträglich zu gestalten, wurde zwischen der Kammerführung und der Arbeitnehmervertretung ein Sozialplan ausgearbeitet. Dieser sieht unter anderem Vereinbarungen über freiwillige Abfertigungen vor, um Anreize für ein einvernehmliches Ausscheiden aus dem Dienstverhältnis zu schaffen.
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Ausnahmen für Nachwuchskräfte und Berücksichtigung der Fluktuation
Trotz der weitreichenden Sparmaßnahmen gibt es klare Ausnahmeregelungen für bestimmte Beschäftigtengruppen. Lehrlinge und Trainees sind von dem aktuellen Stellenabbau explizit nicht betroffen. Damit soll sichergestellt werden, dass die Ausbildung junger Fachkräfte innerhalb der Organisation trotz des Konsolidierungskurses fortgeführt werden kann.
Ein wesentliches Element der langfristigen Strategie ist zudem die Berücksichtigung der natürlichen Fluktuation. Der Betriebsrat der Wirtschaftskammer, vertreten durch die Person Kopf, bestätigte in diesem Zusammenhang, dass die bis zum Jahr 2030 zu erwartenden Abgänge und Pensionierungen fest in den Planungen zum Stellenabbau verankert sind. Durch das Nichtnachbesetzen freiwerdender Stellen soll ein Teil der Reduzierung ohne betriebsbedingte Kündigungen aufgefangen werden.
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Langfristige Einsparziele bis zum Jahr 2030
Hinter der Reduzierung des Personals stehen ambitionierte wirtschaftliche Zielvorgaben. Die Wirtschaftskammer verfolgt das Ziel, ihre Ausgabenstruktur nachhaltig zu verändern. Ab dem Jahr 2030 sollen durch die nun eingeleiteten Maßnahmen sowie die fortlaufende Berücksichtigung der Fluktuation jährlich Einsparungen in Höhe von 100 Mio. Euro realisiert werden.
Während der Sozialplan den Rahmen für die kommenden Monate steckt, bleibt die genaue Verteilung des Stellenabbaus über die verschiedenen Hierarchieebenen und Fachabteilungen Gegenstand der weiteren internen Planungen. Die Anmeldung beim AMS gilt als formaler Startschuss für die Umsetzung der ersten Tranche der Streichungen, die bis Ende 2027 abgeschlossen sein sollen.
Mehr zum Thema bei DER STANDARD: „Wirtschaftskammer meldet 200 Mitarbeiter beim AMS an - Wirtschaft“
