Winterreifen: ADAC warnt vor 50% Leistungsverlust bei 2 mm Profil
Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 04:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In einer aktuellen Veröffentlichung hat der ÖAMTC Testergebnisse zu gebrauchten Winterreifen vorgelegt, die erhebliche Sicherheitsdefizite bei sinkender Profiltiefe aufzeigen.
Laut den am 7. September 2026 publizierten Daten verlieren Reifen mit einem Restprofil von 4 mm bis zu 25 % ihrer ursprünglichen Leistungsfähigkeit bei der Wasserverdrängung. Sinkt die Profiltiefe weiter auf lediglich 2 mm, reduziert sich diese Leistung im Vergleich zum Neuzustand sogar um über 50 %.
Die Experten des Mobilitätsclubs stellten fest, dass die kritischen Leistungseinbußen primär bei Nässe und weniger auf geschlossener Schneedecke auftreten. Ein wesentliches Ergebnis des Tests ist zudem, dass die tatsächliche Profiltiefe eine entscheidendere Rolle für die Fahrsicherheit spielt als das spezifische Reifenmodell oder die Preisklasse des gewählten Produkts. Die Sicherheitsreserven nehmen bereits ab einer Tiefe von 4 mm spürbar ab.
Massive Einbußen bei Aquaplaning und Bremswegen
Ergänzend zu den Ergebnissen des ÖAMTC zeigt eine Studie des ADAC die physikalischen Auswirkungen des Profilverlusts auf. Wie aus einem Bericht vom 7. September 2026 hervorgeht, weisen Winterreifen mit 2 mm Restprofil einen erheblichen Leistungseinbruch auf. Beim Längs-Aquaplaning wurde ein Minus von 22 % gemessen, während Reifen mit 4 mm Profil bei diesem Testabschnitt eine Reduktion von 12 % zeigten.
Noch deutlicher fielen die Messwerte beim Quer-Aquaplaning aus, bei dem der Leistungsverlust bei einer Profiltiefe von 2 mm bei 25 % lag. Auch auf winterlichem Untergrund wirkt sich die Abnutzung unmittelbar auf den Bremsweg aus: Laut ADAC-Untersuchung verschlechtert sich das Bremsverhalten auf Schnee bei 2 mm Restprofil um 20 %.
Gesetzliche Rahmenbedingungen und internationale Differenzen
Trotz der belegten Sicherheitsrisiken weichen die gesetzlichen Vorgaben teilweise deutlich von den Empfehlungen der Fachverbände ab. In Deutschland beträgt die gesetzliche Mindestprofiltiefe lediglich 1,6 mm. Die Experten des ADAC raten jedoch dringend dazu, den Reifenwechsel bereits bei Erreichen von 4 mm vorzunehmen.
Die ADAC-Studie zeigt: Winterreifen mit nur 2 mm Restprofil verlieren über 50 % ihrer Leistung – das kann auf nasser Fahrbahn lebensgefährlich werden. Erfahren Sie, ab welcher Profiltiefe Sie wechseln sollten und wie Sie Bußgelder vermeiden. Jetzt kostenlosen Winterreifen-Leitfaden sichern
Im europäischen Vergleich bestehen zudem unterschiedliche rechtliche Ansätze. Während die Regelung in Deutschland situativ an die Straßenverhältnisse gebunden ist, schreibt der Gesetzgeber in Österreich für den Zeitraum vom 1. November bis zum 15. April eine feste Mindestprofiltiefe von 4 mm vor. In der Schweiz hingegen besteht keine explizite gesetzliche Winterreifenpflicht.
Verschärfte Nachweispflicht durch das Alpine-Symbol
Neben der Profiltiefe müssen Fahrzeughalter seit geraumer Zeit verschärfte technische Anforderungen beachten. Seit dem 1. Oktober 2024 gilt ausschließlich das Alpine-Symbol (ein Bergpiktogramm mit Schneeflocke) als zulässiger Nachweis für die Wintertauglichkeit eines Reifens.
Eine alleinige M+S-Kennzeichnung ist für neuere gesetzliche Anforderungen nicht mehr ausreichend. Dies gilt ausdrücklich auch für Ganzjahresreifen, die ohne das Alpine-Symbol nicht mehr als wintertauglich eingestuft werden.
Verstöße gegen diese Ausrüstungspflicht werden mit Bußgeldern geahndet. Bei einer einfachen Zuwiderhandlung droht eine Strafe von 60 Euro sowie ein Punkt im Fahreignungsregister. Verursacht ein Fahrzeug aufgrund unzulässiger Bereifung einen Unfall, kann das Bußgeld auf bis zu 120 Euro steigen.
Regelmäßige Kontrolle nach Belastungsphasen
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Vor dem Hintergrund dieser Erkenntnisse mahnen Automobilclubs zu einer gewissenhaften Wartung. Der ACV empfiehlt Fahrzeughaltern, die Profiltiefe insbesondere nach intensiven Nutzungsphasen wie Urlaubsreisen zu kontrollieren.
Während für den Sommerbetrieb eine Tiefe von 3 mm als sicherheitskritische Grenze gilt, raten Experten für die anstehende Wintersaison einhellig zu einem Restprofil von mindestens 4 mm, um die notwendigen Sicherheitsreserven bei Aquaplaning und Schneeglätte aufrechtzuerhalten.
