Windows-Lizenzen, Microsoft

Windows-Lizenzen: Microsoft erhöht OEM-Preise um bis zu 10 Prozent

Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 00:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft verteuert Windows-OEM-Lizenzen um bis zu zehn Prozent. PC-Hersteller wie Asus und Acer reagieren mit Preisanpassungen, was die Anschaffungskosten für Unternehmen steigen lässt.

Microsoft erhöht Windows-OEM-Preise: PC-Hersteller geben Kosten an Kunden weiter
Ein IT-Einkäufer arbeitet an einem modernen Büroarbeitsplatz mit Laptops und professioneller Hardware-Ausstattung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Kostenstruktur für die IT-Beschaffung in Unternehmen unterliegt derzeit einem spürbaren Wandel. In einer Bestätigung vom 11. August 2026 konkretisierte Microsoft eine Anhebung der OEM-Lizenzpreise um bis zu 10 Prozent. Diese Entwicklung, die sich bereits seit dem Sommerbeginn abgezeichnet hat, wirkt sich unmittelbar auf die Kalkulation von PC-Herstellern aus und hat zudem indirekte Folgen für die steuerliche Behandlung von IT-Hardware in der betrieblichen Buchhaltung.

Details der Preisanpassung für Windows-Lizenzen

Bereits seit Juli 2026 setzt Microsoft eine Erhöhung der Preise für Windows-OEM-Lizenzen um 7 bis 10 Prozent um. Berichte der Economic Daily News hatten diesen Schritt im Vorfeld antizipiert. Ein wesentlicher Aspekt dieser Anpassung ist die Differenzierung nach Hardware-Leistung: Die Preise für die Lizenzen richten sich nach der jeweiligen Prozessorleistung der Geräte. Damit weicht das Unternehmen von der bisherigen Praxis ab, bei der Preissteigerungen für PC-Hersteller üblicherweise im niedrigen einstelligen Prozentbereich lagen.

Wichtig für IT-Einkäufer ist die Unterscheidung der Lizenzmodelle. Die aktuelle Erhöhung betrifft ausschließlich OEM-Lizenzen, die direkt an die Hardware gebunden sind und von Herstellern vorinstalliert werden. Retail-Lizenzen, die separat im Einzelhandel erworben werden können, bleiben von dieser spezifischen Maßnahme unberührt. Branchenexperten gehen zudem davon aus, dass dies nicht der letzte Schritt bleibt; eine weitere Erhöhung der OEM-Lizenzpreise um etwa 5 Prozent wird bereits für die nahe Zukunft erwartet.

Reaktionen der Hardware-Hersteller und Marktkontext

Die PC-Produzenten geben den Kostendruck zunehmend an den Markt weiter. Das Unternehmen Framework nannte bereits im Juli 2026 die gestiegenen Lizenzkosten als einen der wesentlichen Preistreiber für neue Computersysteme. Auch Branchengrößen wie Asus und Acer reagierten auf die veränderten Bedingungen und kündigten für das dritte Quartal 2026 eine allgemeine Preiserhöhung von 5 Prozent an.

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Besonders deutlich zeigt sich die Tendenz in regionalen Märkten wie Taiwan. Dort verzeichnete Asus seit dem vierten Quartal 2025 bis zum Mai 2026 einen Anstieg der PC-Preise um 30 Prozent. Die gestiegenen Lizenzkosten für Windows 11 sind bei Herstellern wie Acer und Asus bereits fest in die Hardware-Preise eingepreist. Für Endkunden ist der reine Anteil der Lizenzkosten am Gesamtpreis jedoch oft schwer isoliert wahrnehmbar, da gleichzeitig die Preise für Speichermodule stark steigen und die Endpreise zusätzlich beeinflussen.

Auswirkungen auf Beschaffung und Abschreibung

Für die Unternehmens-IT bedeutet der Anstieg der Hardware-Preise durch teurere OEM-Lizenzen eine Veränderung der Anschaffungskosten. Da OEM-Lizenzen integraler Bestandteil des Hardwaresystems sind, erhöhen sie die Basis für die steuerliche Abschreibung. In Deutschland ist dieser Punkt relevant für die Bewertung geringwertiger Wirtschaftsgüter (GWG) sowie für die planmäßige Abschreibung über die Nutzungsdauer.

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Die Marktlage für PC-Systeme bleibt derweil angespannt. Laut Daten von Counterpoint erreichten die PC-Auslieferungen im zweiten Quartal 2026 ein Volumen von 65 Millionen Einheiten. Dies entspricht einem Rückgang von 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. In diesem schrumpfenden Markt stellen die Preiserhöhungen bei den Betriebssystem-Lizenzen eine zusätzliche Herausforderung für die Margen der Hersteller und die Budgetplanung der Unternehmenskunden dar. Während die Lizenzkosten pro Gerät steigen, zwingt die Marktlage die Hersteller dazu, ihre Preisstrategien kontinuierlich an die steigenden Kosten für Komponenten und Softwarelizenzen anzupassen.

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