Windows 11: Microsofts GDID lässt sich nicht abschalten
Veröffentlicht: 18.07.2026 um 17:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Selbst wenn Nutzer sämtliche Datenschutz-Optionen deaktivieren, bleibt der 64-Bit-Identifikator aktiv und wird über Telemetriedaten übertragen. Die Kennung übersteht Systemupdates und lässt sich auch durch VPNs nicht verbergen.
Das FBI nutzte die GDID bereits 2026, um ein mutmaßliches Mitglied der Hacker-Gruppe „Scattered Spider“ zu identifizieren. Einzige Lösung: eine vollständige Neuinstallation des Betriebssystems. Denn ein Blockieren des Identifikators würde Dienste wie die Windows-Aktivierung oder den Microsoft Store lahmlegen.
Microsoft Teams ortet Mitarbeiter im Büro
Parallel dazu führt Microsoft im Juli 2026 „Workplace Check-in“ ein. Das Feature erfasst die Büroanwesenheit von Mitarbeitern über WLAN-Daten oder registrierte Peripheriegeräte. Administratoren können zwischen Opt-in und Opt-out wählen.
Microsoft betont, dass keine permanente Verfolgung stattfinde – die Ortung erfolge nur beim Verbindungsaufbau oder Aufwachen des Geräts. Kritiker warnen vor Missbrauch zur Mitarbeiterüberwachung. In Deutschland unterliegen solche Systeme der Mitbestimmungspflicht gemäß Paragraf 87 des Betriebsverfassungsgesetzes.
Rekord-Patchday mit über 570 Korrekturen
Angesichts der Rekordzahl an Schwachstellen und der Unausweichlichkeit bestimmter Windows-Identifikatoren wird die korrekte Systemkonfiguration für Nutzer immer wichtiger. Dieser kostenlose PDF-Report hilft Ihnen, typische Windows-11-Probleme und Sicherheitsrisiken ohne teure IT-Hilfe selbst zu lösen. 5 häufige Windows-11-Fehler sofort selbst beheben
Der Juli-Patchday von Microsoft markiert einen neuen Höchststand: Über 570 behobene Schwachstellen, darunter rund 60 kritische Lücken und zwei aktiv ausgenutzte Zero-Day-Exploits. Besonders schwer wiegt eine Lücke in SharePoint Server mit einem CVSS-Wert von 9,8 (CVE-2026-58644).
Der Exploit „LegacyHive“ bleibt trotz der aktuellen Patches ein Risiko. Am 14. Juli 2026 endete zudem der Support für SharePoint Server 2016 und 2019 sowie für SQL Server 2016. Das BSI warnt: Windows Hello for Business schützt biometrische Daten nur im Enhanced Sign-in Security (ESS)-Modus zuverlässig.
Geheimdienste sollen Wohnungen betreten dürfen
Ein Gesetzentwurf zur Reform des Nachrichtendienstrechts sorgt im Juli 2026 für Diskussionen. Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) soll künftig heimlich in Wohnungen eindringen dürfen, um Abhörgeräte und Kameras zu installieren. Juristen und ehemalige Sicherheitsbeamte zweifeln an der Verfassungsmäßigkeit.
Der Entwurf erlaubt zudem Hackbacks und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Streitpunkt ist das „ADINT“-Verfahren: Geheimdienste kaufen Daten aus der Werbeindustrie von kommerziellen Datenhändlern. Das Innenministerium stuft diese als allgemein zugängliche Quellen ein – Datenschützer vermissen eine explizite Rechtsgrundlage.
Bereits am 10. Juli 2026 traten Änderungen im Bundespolizeigesetz in Kraft. Sie ermöglichen anlasslose Kontrollen in Waffenverbotszonen sowie den Einsatz von Drohnen, Kennzeichenscannern und IMSI-Catchern. Ein Sicherheitspaket aus April 2026 erlaubt dem BKA vernetzte Datenbankabfragen und automatisierte Datenanalysen.
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Smart-Home-Kameras geben Standorte preis
Sicherheitsanalysen deckten erhebliche Mängel bei TP-Link Kameras der Kasa-Serie auf. Über eine Schwachstelle (CVE-2026-13230) ließen sich Standortkoordinaten unverschlüsselt auslesen. Zudem verwenden alle Geräte einer Serie identische RSA-Schlüssel (CVE-2026-9770).
Im Unternehmensbereich zeigt eine Studie: KI-Agenten und Bots übersteigen die Zahl menschlicher Nutzer inzwischen um das 45-Fache. 68 Prozent der deutschen Unternehmen berichten von Sicherheitsproblemen mit KI – viele IT-Entscheider bremsen daher neue KI-Technologien.
Auch mobile Apps bleiben problematisch: Mozilla-Forscher fanden heraus, dass die Gesundheits-App Stardust sensible Daten an Analyseplattformen weitergab – obwohl das Unternehmen mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung warb. Als sicherer gelten Apps, die Daten ausschließlich lokal speichern.
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