Weiterbildung: 68% der Firmen sehen strategische Priorität
03.06.2026 - 12:26:23 | boerse-global.deEine aktuelle Studie belegt: 68 Prozent der Firmen sehen Weiterbildung als strategische Priorität – allen voran die Themen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz.
Auf dem 18. Tag der Weiterbildung in Wien präsentierten Experten Anfang Juni die Ergebnisse der Weiterbildungsstudie 2026. Demnach bewerten 80 Prozent der befragten Unternehmen die kontinuierliche Fortbildung ihrer Mitarbeiter als entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Rund ein Drittel der Firmen hat die entsprechenden Budgets bereits aufgestockt.
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Die positive Grundeinstellung gegenüber KI ist dabei bemerkenswert: 80 Prozent der Unternehmen blicken optimistisch auf den Einsatz Künstlicher Intelligenz am Arbeitsplatz.
Solarbranche baut Ausbildungskapazitäten aus
Besonders dynamisch zeigt sich der Erneuerbare-Energien-Sektor. Der Solarpionier Enpal verdoppelt die monatliche Kapazität seiner Trainingsakademie im brandenburgischen Dahlewitz. Seit der Gründung 2021 haben dort über 4.000 Fachkräfte ihre Qualifikation erworben.
Für den Rest des Jahres 2026 plant das Unternehmen die Ausbildung von rund 500 Elektrikern. Erstmals öffnet Enpal die Programme auch für externe Handwerksbetriebe. Parallel dazu läuft eine internationale Rekrutierungsoffensive – gezielt angesprochen werden Fachkräfte aus Kolumbien und Brasilien.
SAP startet globale Uni-Initiative für „Agentic AI"
Im Technologiesektor hat SAP Anfang Juni eine akademische Initiative gestartet. Universitäten wie die Technische Universität München und die National University of Singapore erhalten kostenlosen Zugang zu speziellen Software-Tools. Ziel ist die Vorbereitung der nächsten Arbeitnehmergeneration auf sogenannte „Agentic AI" – autonome KI-Systeme.
Der Schritt folgt einer Prognose des Marktforschungsinstituts Gartner: Bis 2028 sollen 15 Prozent aller Arbeitsentscheidungen vollständig automatisiert getroffen werden.
Pflicht-Bootcamps bei Unternehmensberatungen
Auch die großen Managementberatungen standardisieren ihre Weiterbildung. Roland Berger hat für alle Neueinsteiger und Mitarbeiter vor Karriereschritten verpflichtende ein- bis zweiwöchige Bootcamps eingeführt. Die Programme kombinieren Online-Lernen mit Präsenzphasen in Tagungshotels. Pflichtbestandteil: KI-Training für die gesamte Belegschaft.
Bain & Company setzt auf ein abgestuftes System mit „globalen Flaggschiff-Trainings" auf jeder Karrierestufe. Dazu gehören eine Einführungswoche sowie Grundlagenmodule zu Datenanalyse und Künstlicher Intelligenz. Für den DACH-Raum gründete die Firma bereits 2022 die Bain Sustainability Academy.
Die Beratung kobaltblau eröffnete Anfang 2023 ein eigenes Entwicklungszentrum für „IT-Nachhaltigkeit". Damit unterstützt sie Kunden bei ESG-Kriterien und regulatorischen Fahrplänen.
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Neue Plattformen für KI-Kompetenz
Die Nachfrage nach KI-Know-how treibt auch neue Geschäftsmodelle hervor. Am 2. Juni 2026 startete die ehemalige Google-Managerin Evelyn Leu die Plattform „lifturskill". Sie bietet KI-Webinare, Workshops und Coachings speziell für den DACH-Raum. Mehr als 20 Trainer sollen digitale Qualifikationslücken in Unternehmen und im Privatsektor schließen.
Auch Hochschulen mischen mit: Die TU Wien veranstaltet am 19. und 20. Juni einen Masterclass für Führungskräfte zum Thema KI-Strategie. Unter der Leitung von Dr. Isabell Claus erarbeiten die Teilnehmer KI-Fahrpläne und lernen, autonome Technologien in bestehende Geschäftsprozesse zu integrieren.
Spezialisierung bis ins Handwerk
Die Weiterbildungswelle erfasst zunehmend auch traditionelle Gewerke. Der VGL Bayern schloss Ende Mai sein Programm „Talentschmiede" in Freising ab. Top-Auszubildende der Landschaftsbranche erhielten dort Training in Smart-Garden-Technologie und digitaler Planung.
Im norddeutschen Gastgewerbe sorgt die Stralsunder Firma ZUDUBI für frischen Wind. Das Unternehmen wurde Anfang Juni Fördermitglied des regionalen Hotel- und Gaststättenverbands DEHOGA MV und bietet subventionierte Schulungen zu Digitalisierung und Servicequalität an.
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