Weinernte 2026, Deutscher Weinbau

Weinernte 2026: Statistikamt erwartet 8,0 Millionen Hektoliter

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 11:42 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Nach dem heißen und trockenen Sommer erwarten deutsche Winzer eine unterdurchschnittliche Erntemenge. Beim Umfang gehen die Schätzungen von Statistikamt und Weininstitut jedoch deutlich auseinander.

  • Hitze und Sonne haben kleine aber hoch konzentrierte Trauben hervorgebracht. (Archivbild) - Bild: Bernd Weißbrod/dpa
    Hitze und Sonne haben kleine aber hoch konzentrierte Trauben hervorgebracht. (Archivbild) - Bild: Bernd Weißbrod/dpa
  • Der Ertrag der Lese fällt 2026 geringer aus als im Durchschnitt. Die genaue Menge kann bisher nur geschätzt werden.  - Bild: Daniel Vogl/dpa
    Der Ertrag der Lese fällt 2026 geringer aus als im Durchschnitt. Die genaue Menge kann bisher nur geschätzt werden. - Bild: Daniel Vogl/dpa
Hitze und Sonne haben kleine aber hoch konzentrierte Trauben hervorgebracht. (Archivbild) - Bild: Bernd Weißbrod/dpa Der Ertrag der Lese fällt 2026 geringer aus als im Durchschnitt. Die genaue Menge kann bisher nur geschätzt werden.  - Bild: Daniel Vogl/dpa

Schätzungen zur Weinlese 2026

  • Das Statistische Bundesamt erwartet 8,0 Millionen Hektoliter und damit mehr als im Vorjahr mit 7,7 Millionen.
  • Das Deutsche Weininstitut veranschlagt die Ernte auf rund 20 Prozent unter dem zehnjährigen Durchschnitt von 8,7 Millionen Hektolitern.
  • Rheinhessen und die Pfalz liefern voraussichtlich 56 Prozent der deutschen Lesemenge.
  • Etwa 70 Prozent der erwarteten Ernte entfallen auf weiße Rebsorten, 30 Prozent auf rote Trauben.

Die Weinlese in Deutschland ist nach dem heißen und trockenen Sommer bis auf wenige Ausnahmen abgeschlossen.

Qualität trotz geringerer Menge

Die Winzerinnen und Winzer rechnen 2026 mit einer geringeren Ausbeute als in einem Durchschnittsjahr, erwarten aber einen qualitativ guten Jahrgang. Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden und das Deutsche Weininstitut im rheinhessischen Bodenheim kommen bei der Menge zu unterschiedlichen Ergebnissen.

Statistikamt erwartet moderates Minus

Das Statistische Bundesamt geht von einer Ernte aus, die vier Prozent unter dem Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2025 liegt. Das entspräche einem Rückgang von etwa 30 Millionen Litern und einer Gesamtmenge von voraussichtlich 8,0 Millionen Hektolitern.

Damit läge die Ernte über dem Vorjahreswert von 7,7 Millionen Hektolitern. Grundlage der Schätzung war eine Erhebung zum 20. September.

Weininstitut sieht niedrigsten Wert seit 2010

Das Deutsche Weininstitut prognostiziert dagegen eine Menge von rund 20 Prozent unter dem zehnjährigen Durchschnitt von 8,7 Millionen Hektolitern. Nach dieser Einschätzung wäre die Ernte so niedrig wie seit 16 Jahren nicht mehr; 2010 waren 7,1 Millionen Hektoliter gelesen worden.

Die Abweichung zwischen den Prognosen kann mit den besonders kleinen Trauben zusammenhängen, die sich infolge von Hitze und Sonne gebildet haben. Die aktuellere DWI-Schätzung berücksichtigt nach Angaben des Instituts die geringere Saftausbeute beim Pressen.

Rebenalter beeinflusst den Ertrag

Die Ertragslage fällt innerhalb der Anbaugebiete unterschiedlich aus. Ältere Reben hätten die Trockenheit dank ihrer tiefen Wurzeln teilweise gut überstanden, während jüngere Weinberge und Anlagen auf leichten Böden stärker unter der Wasserknappheit gelitten hätten.

Riesling und Dornfelder mit Zuwächsen

Rheinhessen kommt voraussichtlich auf 2,4 Millionen Hektoliter, die Pfalz auf 2,1 Millionen. Ein weiteres knappes Viertel der deutschen Ernte entfällt auf Baden und Württemberg.

Bei den Rebsorten entfallen rund 70 Prozent der Ernte auf Weißmost und 30 Prozent auf rote Trauben. Zuwächse werden vor allem bei Riesling und Dornfelder erwartet, während Grüner Silvaner und Blauer Portugieser etwas geringere Mengen liefern.

Ertrag und Qualität entwickeln sich auseinander

Die deutsche Weinernte 2026 steht für ein Muster, das in vielen landwirtschaftlichen Bereichen an Bedeutung gewinnt: Hohe Temperaturen und viel Sonnenschein können die Reife fördern, zugleich aber Wasserreserven und Beerengröße begrenzen. Für Winzer zählt deshalb nicht allein der Traubenbehang, sondern auch, wie viel Saft sich tatsächlich aus den Trauben gewinnen lässt.

Die beiden Prognosen zeigen zudem, wie stark das Ergebnis vom Messzeitpunkt und von der Methode abhängt. Eine frühere Schätzung kann den Bestand im Weinberg abbilden, während eine spätere Einschätzung die Verarbeitung und die tatsächliche Saftausbeute stärker berücksichtigt. Die endgültige Erntemenge wird damit erst nach Abschluss der Auswertung belastbar einzuordnen sein.

Regionale Unterschiede bleiben entscheidend

Rheinhessen und die Pfalz tragen den größten Teil der deutschen Weinproduktion. Zugleich können Bodenbeschaffenheit, Rebalter und verfügbare Wasserspeicher die Erträge innerhalb eines Anbaugebiets deutlich auseinanderlaufen lassen. Tief wurzelnde ältere Reben sind unter trockenen Bedingungen häufig im Vorteil, während junge Anlagen auf leichten Böden empfindlicher reagieren.

Für Verbraucher bedeutet ein kleinerer Ertrag nicht automatisch eine schlechtere Weinqualität. Ein qualitativ guter Jahrgang kann bei geringerer Menge entstehen, allerdings können knappe Ernten den wirtschaftlichen Druck auf Betriebe erhöhen. Neben dem Wetter bleibt daher entscheidend, wie sich Preise, Nachfrage und die Kosten für Bewässerung, Pflege und Verarbeitung entwickeln.

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