Weinernte 2026: Deutschland erwartet 8,0 Millionen Hektoliter
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 08:15 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSWeinregionen erwarten unterschiedliche Erträge
- Destatis schätzt die deutsche Weinmosternte 2026 auf 8,0 Millionen Hektoliter.
- Rheinhessen und die Pfalz kommen zusammen auf 4,5 Millionen Hektoliter und damit 56 Prozent der erwarteten Ernte.
- Der Riesling-Ertrag steigt voraussichtlich um acht Prozent auf 1,8 Millionen Hektoliter.
Die deutschen Weinbaubetriebe erwarten 2026 eine Ernte von 8,0 Millionen Hektolitern Weinmost. Nach der zweiten Schätzung zum 20. September liegt die Menge damit vier Prozent unter dem Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2025, aber fünf Prozent über dem Vorjahreswert.
Trockenheit prägt die Vegetationsperiode
Die Schätzung beruht auf Angaben freiwilliger Berichterstatter und kann sich im weiteren Vegetationsverlauf noch verändern. Entscheidend sind unter anderem die Witterung, lokale Wetterereignisse, Pflanzenkrankheiten und Schädlinge.
Das Weinjahr 2026 war bislang von Trockenheit und Hitze geprägt. Der Wassermangel hält die Traubenbeeren kleiner und begrenzt dadurch die erwartete Menge. Zugleich kann die stärkere Konzentration der Inhaltsstoffe einen qualitativ guten Jahrgang ermöglichen. Abgesehen von örtlich begrenzten Hagelschäden wurden bislang keine großflächigen Schäden erwartet.
Rheinhessen und Pfalz bleiben führend
Auf Rheinhessen entfallen voraussichtlich 2,4 Millionen Hektoliter, auf die Pfalz 2,1 Millionen. Zusammen stellen die beiden größten deutschen Anbaugebiete 56 Prozent der erwarteten Gesamternte.
Baden trägt 1,2 Millionen Hektoliter bei, Württemberg 772.000 Hektoliter. Gegenüber 2025 werden besonders in der Pfalz, in Baden und in Rheinhessen höhere Erträge erwartet. Diese Zuwächse stehen allerdings teilweise im Zusammenhang mit den deutlichen Rückgängen des Vorjahres.
Einbußen an Mosel und Ahr
Rückgänge gegenüber 2025 werden unter anderem an der Mosel mit 16 Prozent, in Franken mit 19 Prozent und an der Ahr mit 50 Prozent erwartet. Auch Saale-Unstrut und Sachsen liegen nach der Schätzung unter dem Vorjahresniveau.
Weißmost macht voraussichtlich 70 Prozent der gesamten Erntemenge aus, Rotmost 30 Prozent. Besonders hohe Weißmost-Anteile werden an Mosel, Rheingau und in Franken erwartet, während an der Ahr und in Württemberg Rotmost überwiegt.
Riesling legt deutlich zu
Die Riesling-Ernte soll um 140.000 Hektoliter beziehungsweise acht Prozent auf 1,8 Millionen Hektoliter steigen. Beim Dornfelder wird ein Zuwachs von neun Prozent auf 601.000 Hektoliter erwartet.
Rückgänge zeichnen sich dagegen beim Grünen Silvaner und beim Blauen Portugieser ab. Ihre erwarteten Mengen sinken auf 304.000 beziehungsweise 173.000 Hektoliter.
Wetter prägt Ertrag und Qualität
Die zweite Schätzung zeigt ein geteiltes Bild: Die erwartete Menge liegt unter dem Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2025, zugleich aber über dem schwachen Vorjahreswert. Damit ist 2026 mengenmäßig kein Spitzenjahr, sondern vor allem eine Erholung gegenüber 2025.
Trockenheit und Hitze verkleinern die Beeren und drücken dadurch das Volumen. Eine höhere Konzentration der Inhaltsstoffe kann jedoch die Qualität des Leseguts begünstigen. Für Verbraucher bedeutet eine kleinere Ernte nicht automatisch weniger verfügbare Weine, weil der Markt auch von Lagerbeständen, Importen und der Nachfrage nach einzelnen Sorten abhängt.
Regionale Unterschiede bleiben groß
Mehr als die Hälfte der erwarteten Ernte stammt aus Rheinhessen und der Pfalz. Die Zuwächse dort fallen besonders ins Gewicht, weil beide Gebiete 2025 deutliche Rückgänge verzeichneten. Gleichzeitig belasten die erwarteten Einbußen an Mosel, in Franken und an der Ahr die Bilanz einzelner Regionen erheblich.
Die Entwicklung bei Riesling und Dornfelder verweist zudem auf unterschiedliche Sortentrends. Riesling gewinnt voraussichtlich deutlich hinzu, während Grüner Silvaner und Blauer Portugieser zurückgehen. Da die Schätzung witterungsabhängig bleibt, können spätere Wetterereignisse die Mengen bis zum Abschluss der Ernte noch verändern.
