Weihnachtsgeschenke: Verbraucher planen 262 Euro ein
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 11:57 Uhr | dpa, AD HOC NEWSAusgaben und Erwartungen im Einzelhandel
- Verbraucher planen im Schnitt 262 Euro für Weihnachtsgeschenke ein.
- Gutscheine stehen bei den geplanten Geschenken an erster Stelle.
- Der HDE erwartet für November und Dezember 129,2 Milliarden Euro Einzelhandelsumsatz.
HDE erwartet stabiles Weihnachtsgeschäft trotz Preisdruck
Deutschlands Verbraucher wollen in diesem Jahr im Schnitt 262 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben und damit einen Euro weniger als 2025. Gleichzeitig rechnen viele Einzelhändler wegen der schwachen Konjunktur mit einem schwierigeren Jahresendgeschäft.
Gutscheine führen die Geschenkeliste an
Das geht aus einer repräsentativen YouGov-Umfrage im Auftrag des Handelsverbands Deutschland hervor. Dafür wurden vom 13. bis 15. Oktober knapp 2100 Menschen über 18 Jahren befragt.
Am häufigsten wollen die Verbraucher Gutscheine verschenken. Danach folgen Spielwaren, Bücher, Kosmetik und Bekleidung.
Ausgaben bleiben unter früheren Werten
In den Jahren 2023 und 2024 hatten die Befragten noch jeweils knapp 300 Euro für Geschenke eingeplant. HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth sagte: «Die Zeichen stehen auf Stabilität».
Es gebe eine positive Grundstimmung. «Zu Weihnachten gönnt man sich etwas, Geschenke werden gekauft und nachgefragt», sagte Genth.
Viele Händler erwarten ein schwächeres Geschäft
Eine separate Befragung von 300 Unternehmen zeigt jedoch eine zurückhaltende Stimmung im Handel. Zwei Drittel rechnen mit einem schlechteren oder deutlich schlechteren Weihnachtsgeschäft als im Vorjahr. Nur elf Prozent erwarten ein besseres oder deutlich besseres Geschäft.
85 Prozent der befragten Unternehmen gehen davon aus, dass Verbraucher stärker auf den Preis achten werden, weil vieles teurer geworden ist.
HDE prognostiziert 129,2 Milliarden Euro Umsatz
Für November und Dezember erwartet der Handelsverband im gesamten deutschen Einzelhandel ein Umsatzplus von zwei Prozent auf 129,2 Milliarden Euro. Nach Abzug der Inflation entspräche das einem realen Plus von einem Prozent.
Die Prognose umfasst neben dem Weihnachtsgeschäft auch die übrigen Alltagskäufe im Einzelhandel.
Das Weihnachtsgeschäft fällt für den deutschen Einzelhandel traditionell in eine besonders umsatzstarke Phase. Die Monate November und Dezember sind für viele Branchen entscheidend, weil ein großer Teil des Jahresumsatzes in diesem Zeitraum erzielt wird.
Die Umfragewerte zeigen ein Spannungsfeld: Die geplanten Geschenkausgaben bleiben nahezu stabil, zugleich erwarten viele Unternehmen eine stärkere Preissensibilität. Für Verbraucher bedeutet das voraussichtlich eine größere Bedeutung von Rabatten, Gutscheinen und dem Preisvergleich. Gutscheine ermöglichen zudem, das Risiko eines unpassenden Geschenks zu vermeiden und die Ausgabe zeitlich zu verschieben.
Zwischen Hoffnung und Vorsicht
Die Umsatzprognose des HDE bezieht sich auf den gesamten Einzelhandel und nicht allein auf Weihnachtsgeschenke. Ein nominales Plus kann daher auch durch höhere Preise entstehen; bereinigt um die Inflation fällt der erwartete Zuwachs geringer aus.
Für Händler entsteht daraus ein enger Spielraum. Sie müssen Nachfrage sichern, ohne die Margen durch starke Preisnachlässe zu belasten. Besonders wichtig dürften eine frühzeitige Angebotskommunikation, flexible Sortimente und die Verbindung von stationärem Handel und Onlinegeschäft sein.
Die Entwicklung der Konsumstimmung und der tatsächlichen Kaufkraft wird deshalb entscheidend dafür sein, ob sich die stabile Ausgabenplanung in den beiden letzten Monaten des Jahres bestätigt.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Der Beitrag habe mit Blick auf das Weihnachtsgeschäft eine verbesserte Anschaffungsneigung hervorgehoben. Zugleich betone er die Vorsicht der Verbraucher und setze damit einen stärkeren Akzent auf die Konsumstimmung als die dpa-Meldung.
n-tv: „Der Börsen-Tag: Jeder Euro zählt …“ (03.11.2026)
Der Bericht habe die Bedeutung des Jahresendgeschäfts für die Branchen herausgestellt. Damit bestätige er die hohe Relevanz der Monate November und Dezember, während die dpa-Meldung zusätzlich konkrete Erwartungen zu Geschenkausgaben und Preisbewusstsein nenne.
Beide Beiträge unterstrichen eine vorsichtig positive Ausgangslage. Offen bleibe, wie stark die erwartete Preissensibilität die tatsächlichen Umsätze und die Ertragslage der Händler beeinflussen werde.
