WDR-Tarifvertrag: 5,73 Prozent Gehaltssteigerung über 35 Monate
10.06.2026 - 19:22:06 | boerse-global.de
Das Paket sieht über 35 Monate hinweg Gehaltssteigerungen von bis zu 5,73 Prozent vor. Doch der Deal sorgt für mächtig Ärger unter den anderen Gewerkschaften.
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Gestaffelte Erhöhungen über drei Jahre
Die Tariferhöhung kommt in mehreren Schritten. Rückwirkend zum 1. Februar gibt es 1,23 Prozent mehr Geld. Ein weiteres Plus von 2,0 Prozent folgt am 1. Februar 2027. Zum 1. Februar 2028 steigen die Gehälter nochmal um 1,0 Prozent – plus zwei optionaler Komponenten.
Eine zusätzliche Anhebung um 1,0 Prozent ist an eine ARD-weite Entsendungsregelung geknüpft. Weitere 0,5 Prozent hängen von einer möglichen Erhöhung des Rundfunkbeitrags ab. Gleichzeitig sinkt der variable Vergütungsanteil von 2,0 auf 0,5 Prozent. Auch die Azubi-Vergütungen steigen. Das gesamte Paket steht noch unter Vorbehalt der Gremienzustimmung.
Knall unter den Gewerkschaften
Die Einigung mit der VRFF hat tiefe Gräben aufgerissen. ver.di, der Deutsche Journalisten-Verband und Unisono hatten ihre Verhandlungen mit dem Sender abgebrochen. Der DJV spricht von einem Tabubruch und wirft der VRFF vor, den Kollegen in den Rücken gefallen zu sein.
Der WDR will das Ergebnis trotzdem auf alle festangestellten Mitarbeiter anwenden. Die Konditionen für die anderen Gewerkschaften orientieren sich am Volumen des VRFF-Abschlusses. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 1. Juli angesetzt.
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Spardruck im ÖRR
Der Tarifabschluss kommt in schwierigen Zeiten für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Beim WDR wird über neue Strukturen für Cosmo und 1Live Diggi diskutiert. Beim MDR stehen drastischere Einschnitte an: Medienberichten zufolge soll „MDR um Zwei“ zum Jahresende eingestellt werden.
Ein wichtiger Termin steht am 23. Juni an. Dann verhandelt das Bundesverfassungsgericht über die Beitragsanpassung. Die Länder hatten eine von der KEF empfohlene Erhöhung blockiert. Ein Urteil wird für den Herbst erwartet. Die KEF empfiehlt einen Beitrag von 18,64 Euro ab Januar 2027 – das hätte auch direkte Auswirkungen auf die bedingten Gehaltsstufen im neuen WDR-Tarifvertrag.
