WDR-Streik, Rundfunk-Beschäftigte

WDR-Streik: Rundfunk-Beschäftigte fordern mehr als Nullrunde 2026

08.06.2026 - 14:11:23 | boerse-global.de

WDR-Beschäftigte legen Arbeit nieder und protestieren gegen Gehaltsangebote. Die Gewerkschaft VRFF erhöht den Druck vor der nächsten Verhandlungsrunde.

WDR-Streik: Mitarbeiter fordern bessere Tarifabschlüsse
WDR-Streik - Ein Mikrofon im Vordergrund, im Hintergrund verschwommene streikende Medienmitarbeiter vor einem modernen Rundfunkgebäude. 08.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Seit 2 Uhr morgens streiken die Beschäftigten des Westdeutschen Rundfunks (WDR) und des gemeinsamen Beitragsservice (ZBS). Die Gewerkschaft VRFF will damit den Druck vor der fünften Verhandlungsrunde erhöhen.

Kundgebung vor dem Vierscheibenhaus

Der Ausstand betrifft den gesamten Sendebetrieb. Zwischen 9 und 14 Uhr versammeln sich die Streikenden am Mausdenkmal vor dem Kölner Vierscheibenhaus. Die Gewerkschaft rechnet mit reger Beteiligung. Wie stark das Hörfunk- und Fernsehprogramm betroffen ist, blieb am Morgen noch unklar.

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Die vierte Verhandlungsrunde Ende April war ergebnislos geblieben. Die Gewerkschaft wirft der Sendeanstalt unter Intendantin Katrin Vernau eine unzureichende Verhandlungsbasis vor. Die nächste Runde startet am Dienstag – als offener Termin ohne festes Ende.

Nullrunde für 2026 – Gewerkschaft fordert mehr

Das Arbeitgeberangebot sieht für dieses Jahr eine Nullrunde vor. Erst im Januar 2027 und Januar 2028 sollen die Gehälter um jeweils ein Prozent steigen. Für die Beschäftigten bedeutet das einen realen Verlust.

Die Wirtschaftsweisen prognostizieren für 2026 eine Inflationsrate von 3,0 Prozent. Die KEF empfiehlt Personalkostensteigerungen von 2,46 Prozent. Aus Gewerkschaftssicht ist das Angebot des WDR ein faktischer Reallohnverlust.

Streit um COSMO und ausstehende EU-Richtlinie

Intern sorgt eine geplante Reform für Unmut. Das internationale Hörfunkprogramm COSMO – ein Gemeinschaftsprojekt von WDR, Radio Bremen und RBB – soll in 1LIVE aufgehen. Der Rundfunkrat stimmte bereits zu. Kritiker befürchten den Verlust interkultureller Vielfalt und starteten eine Petition.

Parallel dazu läuft die Frist für die EU-Entgelttransparenz-Richtlinie ab – am 7. Juni war Schluss. Deutschland hat die Vorgaben noch nicht umgesetzt. Bundesfamilienministerin Karin Prien bezeichnet die Regeln als zu bürokratisch und stellt eine Umsetzung erst für Anfang 2027 in Aussicht. Beschäftigte im öffentlichen Dienst können sich aber schon jetzt direkt auf die EU-Vorgaben berufen.

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Streikwelle in ganz Deutschland

Der WDR-Ausstand ist kein Einzelfall. Am gleichen Tag rief die Gewerkschaft NGG die Belegschaft von Bahlsen in Varel zum Warnstreik – das Arbeitgeberangebot lag unter zwei Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern legten Klinikpersonal und Entsorgungsbranche gemeinsam die Arbeit nieder. Schon am Wochenende protestierten Beschäftigte im hessischen Einzelhandel bei Ikea, H&M und Kaufland. Verdi fordert dort deutliche Lohnsteigerungen.

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