Wasserstoff-Lkw, EKPO

Wasserstoff-Lkw: EKPO und Akkodis testen 40-Tonner ab September

Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 06:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

EKPO und Akkodis erproben einen 400-kW-Brennstoffzellenstack im Schwerlast-Lkw und planen anschließend Praxiseinsätze bei Logistikunternehmen.

EKPO und Akkodis testen Wasserstoffantrieb im 40-Tonnen-Lkw
Ein schwerer 40-Tonnen-Lkw in einer modernen Logistikanlage mit Fokus auf die wasserstoffbasierte Antriebstechnik. Illustration mit AI erstellt.

In Dettingen hat ein neues Pilotprojekt zur Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs begonnen. Die Unternehmen EKPO Fuel Cell Technologies und der Technologiedienstleister Akkodis haben am 2. September 2026 mit der Integration eines leistungsstarken Brennstoffzellenstacks in einen 40-Tonnen-Lkw begonnen.

Das Vorhaben zielt darauf ab, die Praxistauglichkeit wasserstoffbasierter Antriebe unter den extremen Anforderungen des Schwerlastverkehrs zu demonstrieren.

Technische Spezifikationen und Leistungsdaten

Im Zentrum des Projekts steht der NM20-PEM-Brennstoffzellenstack von EKPO. Diese Technologie wurde speziell für Anwendungen entwickelt, die eine hohe Leistungsdichte und eine lange Betriebsdauer erfordern.

Nach Angaben der Projektpartner erreicht der Stack eine maximale Leistung von bis zu 400 kW. Für den Einsatz im schweren Güterverkehr ist insbesondere die Robustheit der Komponenten entscheidend; die Lebensdauer des Systems wird mit mehr als 25.000 Stunden angegeben.

Das aktuelle Demonstrationsfahrzeug, ein schwerer Lastkraftwagen der 40-Tonnen-Klasse, soll unter realen Bedingungen getestet werden. Erste Messwerte belegen eine Systemleistung von 360 kW.

Ein wesentlicher Aspekt der Effizienzbewertung ist der Wirkungsgrad des Antriebssystems, der im Rahmen der Erprobung mit 61 % beziffert wird. Solche Werte sind für den wirtschaftlichen Betrieb von Wasserstoff-Lkw von zentraler Bedeutung, da sie die Reichweite und die Betriebskosten direkt beeinflussen.

Integration und Übergabe an die Logistikbranche

Der Entwicklungspartner Akkodis, eine Tochtergesellschaft der Adecco Group, verantwortet die technische Einbettung der Brennstoffzellentechnologie in die Fahrzeugplattformen. Die Expertise des Dienstleisters liegt in der komplexen Systemintegration, um die Wasserstoff-Komponenten mit der bestehenden Fahrzeugsteuerung und dem elektrischen Antriebsstrang zu harmonisieren.

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Nach der erfolgreichen Fertigstellung und den ersten Testläufen in Dettingen ist ein weiterer operativer Schritt geplant. Die mit der EKPO-Technologie ausgestatteten Wasserstoff-Lkw sollen an verschiedene Logistikunternehmen übergeben werden.

Diese Firmen werden die Fahrzeuge in ihre regulären Flotten integrieren, um wertvolle Daten über die Zuverlässigkeit und Handhabung im Arbeitsalltag zu sammeln. Damit wird die Brücke von der theoretischen Entwicklung zur industriellen Anwendung geschlagen.

Herausforderungen im Schwerlastverkehr

Der Schwerlastverkehr gilt unter Experten als der anspruchsvollste Bereich für die Einführung alternativer Antriebstechnologien. Während im Pkw-Sektor batterieelektrische Lösungen bereits weit verbreitet sind, stellen das hohe Gesamtgewicht von 40 Tonnen und die geforderten täglichen Laufleistungen im Fernverkehr besondere Hürden dar.

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Brennstoffzellen auf Basis von Protonenaustauschmembranen (PEM) gelten hier als aussichtsreiche Lösung, da sie schnelle Betankungszeiten mit einer hohen Energiedichte kombinieren können.

Das Projekt in Dettingen soll zeigen, dass moderne Brennstoffzellensysteme wie der NM20-PEM-Stack die notwendige Reife besitzen, um fossile Brennstoffe in der Logistikbranche langfristig zu ersetzen.

Die Kooperation zwischen einem spezialisierten Komponentenhersteller wie EKPO und einem weltweit agierenden Technologiedienstleister wie Akkodis unterstreicht die Notwendigkeit fachübergreifender Partnerschaften, um die komplexen Anforderungen der globalen Verkehrswende zu bewältigen.

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