Warsteiner-Krise, Brauerei

Warsteiner-Krise: Brauerei verhandelt über 200 Arbeitsplätze

09.06.2026 - 11:32:01 | boerse-global.de

Warsteiner verhandelt über 200 Stellenstreichungen, Standorte Herford und Paderborn bedroht. Branche leidet unter sinkendem Bierabsatz.

Warsteiner Gruppe: 200 Jobs vor dem Aus, Standorte in Gefahr
Warsteiner-Krise - Ein einsamer Arbeiter steht nachdenklich in einer großen, modernen Brauerei, umgeben von glänzenden Edelstahltanks. 09.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Am 9. Juni 2026 gab es bei den Gesprächen mit der Gewerkschaft NGG keine Einigung. Die Brauerei will den Standort Herford im zweiten Halbjahr 2026 schließen. Der Standort Paderborn steht ebenfalls vor dem Aus – bis Ende des Jahres soll ein Käufer her, sonst droht auch hier das Ende.

Die Gewerkschaft fordert detaillierte Zahlen zur sozialen Absicherung der Beschäftigten. Am 16. Juni geht es in Lippstadt weiter. Immerhin: Die Barre-Brauerei will Auszubildende der betroffenen Standorte übernehmen.

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Minister warnt vor Wettbewerbsverlust

Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer besuchte am 8. Juni die Kulmbacher Brauerei. Thema: die strukturellen Probleme der Branche. Hohe Energiepreise und die geplante Zuckersteuer setzen den Betrieben zu. Der Deutsche Brauer-Bund warnt vor einer weiteren Schwächung der Wettbewerbsfähigkeit.

Die Zahlen untermauern den Druck: 2024 sank der Bierabsatz um 2,0 Prozent auf rund 6,8 Milliarden Liter. 2025 folgte ein Minus von knapp 6 Prozent.

WM 2026: Hoffnungsträger mit schwacher Wirkung

Die Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer 2026 wird die Branche kaum retten. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) prognostiziert zwar einen Mehrumsatz von 400 Millionen Euro. Doch nur 67,4 Millionen Euro davon entfallen auf die Gastronomie.

Veltins rechnet kaum mit Zusatzbestellungen. Bitburger, DFB-Partner, zeigt sich optimistischer und erwartet ein Absatzplus von 5 Prozent im Inland. Karlsberg bringt pünktlich zur WM ein neues alkoholfreies Pils auf den Markt.

Strukturwandel trifft viele Branchen

Die Brauerei-Krise ist kein Einzelfall. In ganz Deutschland bauen Unternehmen Stellen ab:

  • Theo Müller Gruppe (Heilbronn): 200 Mitarbeiter betroffen. Die Produktion im Landliebe-Werk wandert bis Ende 2026 nach Sachsen und Bayern. Grund: ein Investitionsstau von 50 Millionen Euro.
  • Manroland Sheetfed (Offenbach): 750 Jobs weg. Das Werk wickelt seit Anfang Juni letzte Aufträge ab, dann ist Schluss.
  • NTB Bremerhaven: 500 Stellen sollen durch Automatisierung der Containertransporte verschwinden.
  • Dow Chemical (Stade): 110 Stellen fallen im Rahmen eines globalen Transformationsprogramms – etwa 10 Prozent der Belegschaft.
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