Waldbrand-Früherkennung, Drohnen

Waldbrand-Früherkennung: Drohnen erkennen Feuer aus 3 km Entfernung

Veröffentlicht am: 13.09.2026 um 06:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Internationale Projekte zeigen, wie Drohnen und künstliche Intelligenz Brände erkennen, überwachen und Einsätze im Brand- und Katastrophenschutz unterstützen.

Drohnen und KI stärken weltweit die Früherkennung von Bränden
Weitläufige Waldlandschaft mit trockenem Waldboden zur Dämmerung als Symbol für Brandprävention. Illustration mit AI erstellt.

Aktuelle Berichte thematisieren verstärkt den Einsatz von Drohnentechnologie und KI-gestützten Systemen zur Früherkennung von Brandgefahren. Die Integration dieser Technologien in moderne Sicherheitskonzepte gewinnt international an Bedeutung, wie verschiedene Einsätze und Pilotprojekte der vergangenen Wochen verdeutlichen.

Internationale Einsätze zur Bekämpfung von Wald- und Flächenbränden

In Indonesien setzte die Polizei der Provinz Riau (Polda Riau) im September Drohnen und eine spezielle Löschformel namens „X Fire“ ein, um Wald- und Landbrände in den Gebieten Siak und Pelalawan zu bekämpfen. In Desa Suka Mulya wurden neun Brandherde identifiziert.

Bis zu einem Freitagnachmittag konnten fünf davon gelöscht werden, während die Arbeiten an den verbleibenden vier Brandstellen fortgesetzt wurden. Die eingesetzte Formel ermöglicht es laut Berichten, tief in Torfböden einzudringen, um auch unterirdische Glutnester zu neutralisieren.

Für den Einsatz in Pelalawan wurden 300 Jeriken der Formel à 20 Liter bereitgestellt. An den Maßnahmen waren neben der Polizei auch Einheiten des Militärs (TNI) sowie zivile Katastrophenschutzbehörden (BPBD) beteiligt.

Auch in Europa werden Drohnen für großflächige Überwachungsprogramme genutzt. In der italienischen Region Kalabrien wurden im Rahmen der Operation „Tolleranza Zero“ zwischen Ende Juni und Ende August 2026 insgesamt 4.899 Drohnenflüge durchgeführt. Dabei legten die Geräte über 104.000 Kilometer zurück und erreichten 361 Gemeinden.

Allein im August konnten durch diese Überwachung 73 Brände frühzeitig erkannt werden. Seit dem Start einer speziellen Plattform Ende Juli wurden zudem zahlreiche Video- und Fotodossiers erstellt, um Brandstiftungen und illegale Abfallverbrennungen zu dokumentieren.

Technologische Entwicklung und kommunale Investitionen

In Südkorea investiert die Stadt Sangju in der Provinz Nord-Gyeongsang rund 1,3 Milliarden Won in ein KI-basiertes smartes Überwachungssystem für Waldbrände.

Das Projekt hat eine Laufzeit von 18 Monaten und soll bis Mai 2027 abgeschlossen sein. Es umfasst Komponenten wie KI-CCTV, spezielle Erkennungsalgorithmen und automatisierte Drohnenstationen. Bei einer Felddemonstration in einer ehemaligen Mittelschule wurden die Funktionen des Systems kürzlich Vertretern der Stadtverwaltung präsentiert.

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In Deutschland setzt Sachsen-Anhalt aktuell auf ein KI-gestütztes Kamerasystem an 16 Standorten zur Früherkennung. Bereits im Jahr 2023 zeigte ein Pilotprojekt im Harz die Effektivität dieser Technik, als eine Drohne einen Brand mit einer Fläche von maximal einem Quadratmeter aus einer Entfernung von zwei bis drei Kilometern identifizierte.

Die Kosten für eine solche Drohne liegen bei etwa 30.000 Euro. Aktuelle Forschungsarbeiten konzentrieren sich zudem auf die Entwicklung von Brennstoffzellenantrieben, die Flugzeiten von bis zu acht Stunden ermöglichen sollen.

Simulationen und spezialisierte Anwendungen in der Landwirtschaft

Neben der aktiven Brandbekämpfung dienen Drohnen auch der Ausbildung und spezialisierten Überwachung. Die Feuerwehr Gussendorf in Österreich hielt im September eine Nachtübung ab, bei der Drohnen mit Wärmebild- und Infrarotkameras eingesetzt wurden.

Das System verfügte über eine KI-basierte Fundorterkennung und GPS-Markierungen via QR-Code. Innerhalb von zwei Stunden konnten so fünf vermisste Personen in einem simulierten Pkw-Vorfall lokalisiert werden.

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Ein weiteres Anwendungsfeld findet sich in der Landwirtschaft. In Gols (Burgenland) setzt die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) Drohnen ein, um Rebzikaden und die damit verbundene Goldgelbe Vergilbungskrankheit in Weingärten aufzuspüren.

Eine KI analysiert dabei Luftbilder von rund 45 Hektar Fläche, um Befalls-Hotspots zu identifizieren. Dieses Projekt soll in den kommenden drei Jahren die Zuverlässigkeit der Luftsuche unter Beweis stellen.

Dass die schnelle Erkennung essenziell bleibt, zeigte zudem ein Flächenbrand an der Ifersguntenalpe in Egg (Vorarlberg). Ein Polizeihubschrauber entdeckte das Feuer am frühen Nachmittag. Rund 110 Einsatzkräfte waren nötig, um den Brand auf einer Fläche von circa 800 Quadratmetern zu löschen. Die Behörden ermitteln in diesem Fall wegen des Verdachts auf fahrlässige Brandstiftung.

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