Waffenverbot, Bahnhöfen

Waffenverbot an Bahnhöfen: Bundespolizei sperrt zehn NRW-Stationen

26.06.2026 - 15:04:26 | boerse-global.de

Bundespolizei verhängt Waffenverbote an zehn Bahnhöfen in NRW und verlängert Maßnahmen in Bremen. Hintergrund sind hohe Gewaltdelikte.

Waffenverbot an NRW-Bahnhöfen: Bundespolizei verschärft Kontrollen
Waffenverbot - Eine Hand eines Bundespolizisten, die einen Dienstausweis vor dem verschwommenen Hintergrund eines belebten deutschen Bahnhofs zeigt. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Bundespolizei verbietet ab heute Nachmittag das Mitführen von Messern, Waffen und anderen gefährlichen Gegenständen an zehn Bahnhöfen in Nordrhein-Westfalen sowie am Hauptbahnhof Bremen. Die Maßnahmen gelten für das gesamte letzte Juni-Wochenende.

Zehn Bahnhöfe in NRW betroffen

Die Bundespolizeidirektion Sankt Augustin hat eine Allgemeinverfügung erlassen. Sie tritt am heutigen Freitag um 15:00 Uhr in Kraft und gilt bis zum frühen Morgen des 28. Juni um 03:00 Uhr.

Betroffen sind die Hauptbahnhöfe von Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Essen, Hamm, Köln, Krefeld, Mönchengladbach, Münster und Wuppertal. Zusätzlich erstreckt sich das Verbot auf die S-Bahn-Linie 8 sowie die Strecke zwischen Köln und Bonn.

In diesen Zonen ist das Mitführen von Feuerwaffen, Messern aller Art, Hieb- und Stoßwaffen sowie weiteren gefährlichen Gegenständen wie Baseballschlägern, Eisenstangen oder Werkzeugen untersagt. Ausgenommen sind lediglich die Bereiche der U-Bahnen und Stadtbahnen.

Bei Verstößen drohen Platzverweise, Bahnhofsverbote, Beförderungsausschlüsse und Zwangsgelder. In schweren Fällen leiten die Beamten Ermittlungsverfahren ein.

Bremen verlängert bestehendes Verbot

Parallel dazu hat die Bundespolizeidirektion Hannover das bereits bestehende Mitführverbot am Hauptbahnhof Bremen verlängert. Es bleibt bis zum 31. Juli 2026 in Kraft.

Der Geltungsbereich umfasst den gesamten Gebäudekomplex inklusive der Bahnsteige. Öffentliche Durchgangsbereiche wie die Raschplatzhalle und die Niki-de-Saint-Phalle-Promenade sind explizit ausgenommen.

Anzeige

Die neuen Waffenverbote an zehn NRW-Bahnhöfen und in Bremen betreffen täglich Millionen Pendler. Was ist erlaubt, was verboten? Unser kostenloser Ratgeber klärt auf – mit Checkliste und Verhaltenstipps. Jetzt Ratgeber anfordern

Hintergrund ist die anhaltend hohe Zahl von Körperverletzungsdelikten unter Einsatz von Waffen oder gefährlichen Werkzeugen. Die Bundespolizei will die Hemmschwelle für gewalttätige Auseinandersetzungen erhöhen.

Bilanz: 2.400 sichergestellte Gegenstände seit 2018

Die aktuelle Initiative ist Teil einer langfristigen Strategie. Seit 2018 hat die Bundespolizei insgesamt 75 solcher Allgemeinverfügungen erlassen. Dabei konnten über 2.400 gefährliche Gegenstände sichergestellt werden.

Die Fallzahlen bei Gewaltdelikten in Nordrhein-Westfalen bewegen sich weiterhin auf hohem Niveau. Zwar verzeichnete die Behörde für 2025 einen leichten Rückgang. Angesichts von täglich rund 2,7 Millionen Reisenden im bevölkerungsreichsten Bundesland sieht sie eine verstärkte Präsenz und Kontrolldichte als notwendig an.

Aktuelle Vorfälle unterstreichen Handlungsbedarf

Mehrere Ereignisse der letzten Tage verdeutlichen die Sicherheitslage. In Wuppertal führte der Fund einer vermeintlichen Handgranate bei Bauarbeiten zu einer fast dreistündigen Sperrung der Strecke nach Hagen. Experten gaben später Entwarnung: Es handelte sich um eine Übungshandgranate.

Anzeige

Seit 2018 wurden über 2.400 gefährliche Gegenstände sichergestellt – die Kontrollen werden verschärft. Wer sich nicht auskennt, riskiert Platzverweise oder Strafen. Informieren Sie sich jetzt, was Sie an Bahnhöfen mitführen dürfen. Kostenlosen Rechtsleitfaden sichern

In Dortmund ermittelte die Polizei einen Tatverdächtigen, der mehrfach versuchte, Schließfächer gewaltsam zu öffnen.

Ein besonderer Schwerpunkt ist zudem die Absicherung des Fusion-Festivals in Mecklenburg-Vorpommern. Rund 4.000 der erwarteten 65.000 Besucher reisen mit Sonderzügen an. Die Bundespolizei hat auch hier die Kontrollmaßnahmen intensiviert.

de | wirtschaft | 69633516 |