Wärmepumpen-Boom: 73,6% der Neubauten nutzen die Technologie
10.06.2026 - 20:46:44 | boerse-global.de
2025 setzten 73,6 Prozent aller Bauherren auf die Technologie – mehr als doppelt so viele wie noch vor zehn Jahren.
Das Statistische Bundesamt (Destatis) bestätigt den Trend: Von den rund 58.900 fertiggestellten Wohngebäuden heizt fast jedes dritte mit einer Wärmepumpe. 2015 lag der Anteil bei mageren 31,4 Prozent.
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Erdgas verliert dramatisch an Bedeutung
Der Siegeszug der Wärmepumpe geht zulasten fossiler Brennstoffe. Heizten 2015 noch mehr als die Hälfte aller Neubauten mit Gas, sank dieser Anteil 2025 auf 10,5 Prozent. Insgesamt setzten 78,2 Prozent der Bauherren auf erneuerbare Energien.
Die Vorliebe für die Wärmepumpe hängt stark vom Gebäudetyp ab. In Ein- und Zweifamilienhäusern liegt die Quote bei rund 78 Prozent. Bei Mehrfamilienhäusern sind es nur 52,7 Prozent.
Die Baugenehmigungen für 2025 zeigen: Der Trend setzt sich fort. Für 83 Prozent der Vorhaben war eine Wärmepumpe geplant. Erdgas tauchte nur noch in 2,2 Prozent der Anträge auf.
Alte Gebäude: Wärmewende bleibt Mammutaufgabe
Im Bestand sieht die Lage anders aus. Laut Zensus 2022 heizten 53,9 Prozent aller Wohnungen mit Gas, 24,7 Prozent mit Öl. Nur 10,2 Prozent nutzten erneuerbare Energien. Wärmepumpen fanden sich in gerade einmal 4,2 Prozent der bestehenden Gebäude.
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Der Gebäudesektor verursacht rund ein Drittel der CO2-Emissionen. Der Modernisierungsbedarf ist enorm. Die Bundesregierung reformierte das Gebäudeenergiegesetz, strich aber die ursprüngliche 65-Prozent-Vorgabe für erneuerbare Energien.
In der Branche wird jetzt über eine Grüngasquote diskutiert. Unternehmen wie Uniper und Sefe fordern sie für Biomethan und Wasserstoff ab 2028. Konzerne wie Eon und EWE warnen vor Risiken und setzen auf Elektrifizierung und Wärmenetze.
Europa produziert mehr, als es verbaut
Die EU könnte deutlich mehr Wärmepumpen einbauen. Ein Bericht der Denkfabrik Ember zeigt: Die Produktionskapazitäten liegen dreimal so hoch wie die tatsächlichen Installationen. Ähnlich sieht es bei Windrädern aus – hier ist die Produktion doppelt so hoch wie die Nachfrage.
Nur bei der Solartechnik bleibt die EU abhängig. Gerade einmal 60 Prozent der Produktionsschritte finden innerhalb der Union statt.
Die geopolitische Lage unterstreicht die wirtschaftliche Bedeutung der Wärmewende. Der Iran-Krieg belastete die EU in den ersten zwei Monaten mit Mehrkosten von 8,5 Milliarden Euro für Öl- und Gasimporte. Gleichzeitig sparten Effizienzsteigerungen und E-Mobilität 2025 rund 67 Millionen Barrel Öl – ein Wert von über 4 Milliarden Euro.
Erfolge gibt es auch auf kommunaler Ebene: Wien ersetzte innerhalb von zwei Jahren über 1.000 Gasheizungen durch erneuerbare Systeme und wurde dafür ausgezeichnet.
