Wachstumspotenzial: IW-Studie erwartet 0,7 Prozent pro Jahr ab 2030
Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 03:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deDas Wachstumspotenzial der deutschen Wirtschaft könnte sich ab dem kommenden Jahrzehnt wieder spürbar beschleunigen. Einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft zufolge, über die Medien am 16. Oktober 2026 berichteten, wird für den Zeitraum zwischen 2030 und 2035 ein Anstieg des Potenzialwachstums auf 0,7 Prozent pro Jahr erwartet.
In der laufenden Dekade bis 2030 liegt dieser Wert demnach lediglich bei 0,3 Prozent pro Jahr. In der zweiten Hälfte der 2030er Jahre soll das jährliche Wachstumspotenzial sogar weiter auf 1 Prozent anziehen.
Digitalisierung und Künstliche Intelligenz als Wachstumstreiber
Als maßgebliche Treiber dieser mittelfristigen Beschleunigung gelten der Studie zufolge Fortschritte bei der Digitalisierung sowie der verstärkte Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Diese technologischen Entwicklungen dürften die Produktivität der Gesamtwirtschaft nachhaltig stützen.
Nach den Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft soll der Kapitaleinsatz im Schnitt 0,5 Prozentpunkte zum künftigen Wachstumspotenzial beisteuern. Das Institut legte diese Modellrechnungen im Rahmen einer Untersuchung vor, die zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch unveröffentlicht war.
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Schrumpfende Erwerbsbevölkerung bremst Arbeitsbeitrag
Während von Investitionen und Technologie positive Effekte erwartet werden, bleibt der Beitrag des Faktors Arbeit in den kommenden 15 Jahren leicht negativ. Die demografische Entwicklung führt demnach zu einem spürbaren Rückgang der Erwerbsbevölkerung.
Für das Jahr 2040 prognostiziert die Untersuchung nur noch 50,8 Millionen Erwerbsfähige in Deutschland. Dies entspricht einem Minus von 7,7 Prozent beziehungsweise einem Rückgang um 4,3 Millionen Personen im Vergleich zum Basisjahr 2025.
Damit kehrt sich ein langfristiger Trend am Arbeitsmarkt um. Zwischen 2005 und 2023 gingen noch positive Impulse vom gesamten Arbeitsvolumen aus. Gleichzeitig sank die jährliche Arbeitszeit je Erwerbstätigen in dieser Zeitspanne von rund 1.530 Stunden auf 1.330 Stunden. In Zukunft können rein quantitative Ausweitungen der Erwerbstätigkeit den Produktivitätsbedarf angesichts der Alterung nicht mehr tragen.
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Investitionsstandort im Fokus der Wirtschaftspolitik
Die langfristigen Perspektiven der Wirtschaft stehen auch im Zentrum der aktuellen Bundespolitik. Die Bundesregierung plant für die kommende Woche einen internationalen Investorengipfel in Berlin.
Das Treffen soll vor dem Hintergrund der strukturellen Herausforderungen und des anstehenden technologischen Wandels Signale für private und institutionelle Kapitalgeber setzen, um Investitionen in zukunftsfähige Infrastruktur und neue Schlüsseltechnologien zu stärken.
