Wachstum, BDI

Wachstum 2026: BDI hebt Prognose für Deutschland auf 1 Prozent an

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 07:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Industrieverband verlangt niedrigere Standortkosten, mehr Technologieinvestitionen und geringere Abhängigkeiten bei Rohstoffen und Handel.

BDI fordert Kurswechsel für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit
Weite Industrielandschaft mit modernen Fabrikgebäuden und Windkraftanlagen bei Sonnenaufgang Illustration mit AI erstellt.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) dringt mit einem Grundsatzpapier auf eine grundlegende Neuausrichtung der deutschen Wirtschafts- und Handelspolitik.

Unter dem Titel „Grundsätze der Wirtschafts- und Handelspolitik“ formuliert der Spitzenverband Kernforderungen, um das Wirtschaftswachstum und die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland langfristig abzusichern. Das Dokument dient als gemeinsame Leitlinie für die 38 Mitgliedsverbände des BDI, die zusammen rund 100.000 Einzelunternehmen repräsentieren.

Priorität für Wachstum und Kostenentlastung

Aus Sicht des BDI müssen wirtschaftliches Wachstum und die internationale Wettbewerbsfähigkeit künftig wieder zur obersten Priorität der Politik erklärt werden. Um den Standort krisenfest aufzustellen, fordert der Verband spürbare Senkungen bei den Arbeits-, Energie- und Steuerkosten. Hohe Belastungen in diesen Bereichen schwächen nach Ansicht der Industrie die Attraktivität Deutschlands im internationalen Vergleich.

Zugleich setzt sich der Verband für strikte staatliche Ausgabendisziplin und ein Festhalten an der Schuldenbremse ein. Finanzielle Spielräume müssten durch Prioritätensetzungen im Haushalt geschaffen werden, anstatt die Verschuldung auszuweiten. Auch bei der Transformation zur Klimaneutralität mahnt der BDI Realismus an: Der Verband fordert kurzfristige Entlastungen für Unternehmen, um den industriellen Umbau ohne Strukturbrüche zu bewältigen.

Für das Gesamtjahr 2026 rechnet der BDI in seiner eigenen Prognose mit einem Wirtschaftswachstum von 1 % in Deutschland, nachdem zuvor ein Zuwachs von 0,6 % erwartet worden war.

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Rohstoffsicherung, Technologie und Außenwirtschaft

Neben der Standortpolitik im Inland rücken geopolitische und technologische Weichenstellungen in den Mittelpunkt des Papiers. Der BDI verlangt den Ausbau von mehr digitaler Rechenleistung sowie verstärkte Anstrengungen bei der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz, um bei Schlüsseltechnologien den Anschluss nicht zu verlieren.

In der Rohstoffversorgung drängt die Industrie auf diversifizierte Bezugsquellen. Um Versorgungsrisiken zu minimieren, fordert der Spitzenverband den Ausbau europäischer Förder-, Verarbeitungs- und Recyclingkapazitäten.

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Außenwirtschaftlich positioniert sich der Verband für eine strategische Neuorientierung: Gegenüber China fordert der BDI ein stringenteres De-Risking sowie eine konsequentere Verringerung bestehender Abhängigkeiten. Gleichzeitig spricht sich der Industrieverband für ein selbstbewusstes Auftreten der Europäischen Union im Verhältnis zu den USA aus, um europäische Interessen in Handelsfragen auf Augenhöhe durchzusetzen.

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