VW-Umbau, Arbeitsplätze

VW-Umbau: 100.000 bis 140.000 Arbeitsplätze gefährdet

02.07.2026 - 20:22:21 | boerse-global.de

Volkswagen plant tiefgreifende Reformen mit neuer Managervergütung, Stellenabbau und 50 Milliarden Euro Sparziel bis 2031.

VW-Konzernumbau: Neue Vergütung, weniger Manager und Sparziele
VW-Umbau - Eine stilisierte, moderne Grafik, die eine schlankere, hierarchische Unternehmensstruktur mit weniger Ebenen darstellt. 02.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Sie betrifft die Vergütung der Führungsebene, die globale Personalstrategie und die deutschen Standorte. Ziel ist eine operative Umsatzrendite von 9 Prozent bis 2031.

Manager sollen künftig leistungsabhängiger verdienen

Das Vergütungssystem für das Management steht vor einem grundlegenden Wandel. Ab 2027 soll ein neues Modell greifen, das die individuelle Leistung stärker belohnt. Der individuelle Bonusanteil steigt von bisher 13 bis 17 Prozent auf 35 Prozent. Im Gegenzug sinkt die langfristige variable Vergütung von 50 bis 60 Prozent auf 40 Prozent.

Das Bewertungssystem basiert auf drei Säulen: Zielerreichung, persönliches Verhalten und erzielte Wirkung. Zur Differenzierung der Leistung führt VW ein Sternesystem ein. Zudem prüft der Konzern einen separaten Spar-Bonus, der zusätzliche Anreize für Effizienzsteigerungen schaffen soll.

Führungsebene schrumpft drastisch

Parallel zur neuen Vergütungsstruktur plant Volkswagen eine erhebliche Reduzierung der Managementpositionen. Die Zahl der Führungskräfte sinkt weltweit von rund 21.500 auf 16.000. Die Hierarchie wird auf ein Vier-Level-Modell vereinfacht.

Die Verteilung der verbleibenden Positionen:
- Level 1: 400 Top-Manager
- Level 2: 1.200 Führungskräfte
- Level 3: 3.600 Führungskräfte
- Level 4: 10.800 Führungskräfte

Rückstufungen von Managern sind explizit als Option vorgesehen. Das soll die Flexibilität innerhalb der Struktur erhöhen.

Deutsche Werke unter Druck

Die wirtschaftliche Lage zwingt VW zu weitreichenden Überlegungen für die deutschen Produktionsstandorte. Für die Aufsichtsratssitzung am 9. Juli 2026 erwartet der Vorstand weitreichende Sparpläne vorzulegen. Weltweit könnten zwischen 100.000 und 140.000 Arbeitsplätze von Kürzungen betroffen sein.

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Besonders die Werke in Hannover, Zwickau, Emden und der Audi-Standort Neckarsulm stehen zur Disposition. Diese Standorte sollen zunächst keine neuen Modelle erhalten. Um die Auslastung zu sichern, prüft VW die Fertigung von in China entwickelten Modellen in Europa. Ein konkreter Kandidat ist der ID.Era 9X, entwickelt mit SAIC. Weitere Fahrzeuge auf der CSP-Plattform könnten frühestens Ende 2027 marktreif sein.

50 Milliarden Euro Einsparungen bis 2031

Das übergeordnete Ziel des Konzernumbaus ist eine massive Kostensenkung. Bis 2031 sollen Einsparungen von insgesamt 50 Milliarden Euro realisiert werden. Die Investitionen sinken um etwa 15 Prozent auf gut 130 Milliarden Euro. Auch das Produktportfolio wird gestrafft: Die Modellvielfalt reduziert sich um 50 Prozent, die Anzahl der Varianten um bis zu 75 Prozent.

In der Markenstrategie zeichnet sich ab, dass Seat möglicherweise seine Eigenständigkeit verliert. Cupra soll dagegen als Wachstumsmarke weiter ausgebaut werden.

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Technologischer Kurswechsel beim autonomen Fahren

Volkswagen vollzieht auch technologisch einen Richtungswechsel. Die „Automated Driving Alliance“ mit Bosch und Cariad soll aufgelöst werden. Rund 1,5 Milliarden Euro flossen bislang in die Kooperation. Künftig will der Konzern Hard- und Software für das autonome Fahren extern zukaufen. Innerhalb der Belegschaft und des Betriebsrats stößt dieser Schritt auf Kritik. Die Abgabe von Zukunftstechnologien wird als riskant bewertet.

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