VW-Tarifverhandlungen, Metall

VW-Tarifverhandlungen: IG Metall fordert 5% für 130.000 Beschäftigte

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 06:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die IG Metall verlangt bei Volkswagen fünf Prozent mehr Lohn für rund 130.000 Beschäftigte, während Sparpläne die Tarifrunde belasten.

Volkswagen: IG Metall fordert fünf Prozent mehr Entgelt
Eine leere, weitläufige Fabrikhalle mit hohen Decken und einfallendem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Im Vorfeld der anstehenden Haustarifverhandlungen bei Volkswagen fordert die IG Metall ein spürbares Entgeltplus für die Belegschaft. Wie mehrere Medien am 22. September 2026 übereinstimmend berichteten, hat die Gewerkschaft einstimmig beschlossen, eine Anhebung der Vergütungen um fünf Prozent für rund 130.000 VW-Beschäftigte einzufordern.

Die Tarifforderung umfasst eine Vertragslaufzeit von 12 Monaten und gilt gleichermaßen für Auszubildende, deren Vergütung ebenfalls um fünf Prozent steigen soll. Zudem sieht der Beschluss der Gewerkschaft eine gesonderte soziale Komponente für die unteren Entgeltgruppen vor. Inhaltlich orientiert sich der Vorstoß an den Vorgaben für die bundesweite Metall- und Elektroindustrie.

Geltungsbereich und drohende Arbeitskämpfe ab Januar

Der Haustarifvertrag gilt nach Gewerkschaftsangaben für die Beschäftigten an neun deutschen Standorten des Konzerns: Braunschweig, Chemnitz, Dresden, Emden, Hannover, Kassel, Salzgitter, Wolfsburg sowie Zwickau. Das aktuelle Vertragswerk ist zum 31. Dezember gekündigt worden.

Mit dem Ablauf der Friedenspflicht am 1. Januar werden ab Beginn des neuen Jahres Warnstreiks rechtlich möglich. Ein konkreter Termin für den Beginn der Verhandlungen zwischen den Tarifparteien steht derzeit noch nicht fest.

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IG-Metall-Verhandlungsführer Thorsten Gröger stellte sich bereits auf schwierige Gespräche ein und erklärte, er rechne mit einer härteren und konfliktäreren Tarifrunde als im Jahr 2024. Die Antwort auf aktuelle Herausforderungen könne laut Gröger nicht darin bestehen, die Beschäftigten gegen die Zukunft des Automobilkonzerns auszuspielen.

Sparpläne des Konzerns belasten die Verhandlungen

Die Verhandlungen finden vor dem Hintergrund weitreichender Restrukturierungspläne bei Volkswagen statt. Nach Angaben aus den Medienberichten plant der Konzernvorstand, weltweit weitere 50.000 Arbeitsplätze abzubauen, wovon etwa die Hälfte auf Standorte in Deutschland entfallen soll. Die Zukunft der VW-Fahrzeugwerke in Emden, Hannover und Zwickau sowie des Audi-Standorts Neckarsulm gilt derzeit als offen.

Demgegenüber verweist die Arbeitnehmervertretung auf die finanzielle Gesamtlage des Automobilherstellers. Laut IG Metall lag die Personalaufwandsquote bei Volkswagen im Jahr 2025 bei rund 15 Prozent und war damit rückläufig. Zudem schüttete der Konzern im Geschäftsjahr 2025 rund 2,6 Milliarden Euro an seine Aktionäre aus.

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Bereits der im Jahr 2024 gefundene Kompromiss hatte den Beschäftigten erhebliche Zugeständnisse abverlangt. Vereinbart worden war damals ein Abbau von 35.000 Arbeitsplätzen in Deutschland bis 2030, verbunden mit Kürzungen bei Bonuszahlungen und Zulagen sowie einem vorläufigen Einfrieren regulärer Lohnerhöhungen.

Zwar erhielten die VW-Beschäftigten 2024 eine Flächenerhöhung von 5,5 Prozent Entgelt, die spezifische VW-Steigerung wurde jedoch bis 2031 verschoben, begleitet von Einschnitten bei Sonderzahlungen und der Ergebnisbeteiligung.

Im Gegenzug waren betriebsbedingte Kündigungen und Werksschließungen ausgeschlossen worden. Angesichts der neuen Sparpläne zeichnet sich für die kommenden Monate eine intensive Auseinandersetzung über die künftige Ausrichtung des Haustarifvertrags ab.

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