VW-Stellenabbau, Daniela

VW-Stellenabbau: Daniela Cavallo widerspricht den 50.000 Jobs im Zukunftsplan

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 01:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Daniela Cavallo bestreitet eine Zustimmung zu 50.000 Stellenstreichungen. Tarifgespräche stehen noch aus; Ende September prüfen die Parteien Vertragszusagen.

Volkswagen: Betriebsrat widerspricht 50.000-Stellen-Abbau und kritisiert Vorstand
Innenansicht einer großen, menschenleeren Automobil-Produktionshalle mit hohen Stahlträgern und diffusem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Die Betriebsratsvorsitzende von Volkswagen, Daniela Cavallo, hat in einem Interview Darstellungen der Konzernführung zum Umfang des geplanten Personalabbaus widersprochen.

Laut Berichten vom 23. September 2026 betonte Cavallo, dass die Arbeitnehmerseite einer Streichung von 50.000 Stellen nicht zugestimmt habe. Bei dieser im sogenannten Zukunftsplan 2030 genannten Zahl handele es sich lediglich um eine Erhebung des Vorstands und nicht um eine gemeinsam abgestimmte Zielgröße.

Kritik an strategischen Versäumnissen des Vorstands

Cavallo erklärte, dass nach den Vorstellungen des Betriebsrats keine einzige Stelle bei Volkswagen abgebaut werden solle. Entsprechende Verhandlungen auf betrieblicher und tarifvertraglicher Ebene stünden erst noch an.

Die Betriebsratschefin warf dem Vorstand vor, wesentliche Marktentwicklungen vernachlässigt zu haben. Dazu zählte sie den technologischen Wandel in China, die Nachfrage nach Hybridfahrzeugen in Europa sowie die strategische Ausrichtung in Nordamerika.

Darüber hinaus äußerte Cavallo wirtschaftspolitische Bedenken hinsichtlich der politischen Lage in Deutschland. Sie warnte vor einer Bundesregierung unter Beteiligung der AfD und bezeichnete ein solches Szenario als wirtschaftliche Katastrophe. Ein Austritt aus dem Euro oder der Europäischen Union würde deutsche Unternehmen nach ihrer Einschätzung erhebliche Umsätze kosten.

Auch vonseiten der Gewerkschaft IG Metall wurde Kritik laut: Verhandlungsführer Thorsten Gröger bemängelte die jüngste Kommunikation von Konzernchef Oliver Blume. Er forderte zudem die Eigentümerfamilien Porsche und Piëch auf, niedrigeren Dividenden zuzustimmen, um finanzielle Mittel für notwendige Investitionen freizumachen.

Krisentreffen in Hannover zur Überprüfung der Tarifverträge

Für den Vormittag des 30. September 2026 ist ein Überprüfungsgespräch in einem Hotel nahe dem Messegelände in Hannover angesetzt. An diesem Treffen werden neben Daniela Cavallo auch Thorsten Gröger für die IG Metall sowie der Personalchef der VW-Kernmarke, Arne Meiswinkel, teilnehmen. Thema des Gesprächs ist die Einhaltung der Zusagen aus dem Zukunftstarifvertrag vom Dezember 2024.

Die Arbeitnehmervertreter hatten Mitte September die Revisionsklausel dieses Vertrages gezogen und damit das Treffen erzwungen. Die IG Metall fordert vom Unternehmen Erklärungen darüber, wie der Tarifvertrag künftig eingehalten werden soll. Während Gröger betonte, dass Vertragstreue keine Einbahnstraße sei, wies Personalvorstand Meiswinkel den Vorwurf einer Vertragsverletzung zurück.

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Der Konzern verwies auf veränderte Rahmenbedingungen wie geopolitische Spannungen, neue Handelsbarrieren und einen hohen Preisdruck durch chinesische Hersteller, wodurch die bisherigen Maßnahmen nicht mehr ausreichten, um die angestrebte operative Umsatzrendite von neun Prozent zu erreichen.

Verschärfter Sparkurs und veränderte Marktbedingungen

Bereits am 3. September 2026 hatte der VW-Aufsichtsrat dem Zukunftsplan 2030 zugestimmt und Investitionen in Höhe von 135 Milliarden Euro für die kommenden Jahre auf den Weg gebracht. Die Erhebung zu den rund 50.000 abzubauenden Stellen wurde dabei vom Kontrollgremium zur Kenntnis genommen.

Laut IG Metall entspricht diese Zahl der Größenordnung des geplanten Personalumbaus, wobei die Hälfte auf das Inland und die andere Hälfte auf das Ausland entfalle. Konkrete Werksschließungen wurden Anfang September nicht beschlossen, jedoch gilt für die Standorte Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm ab dem Zeitraum 2031 bis 2034 keine gesicherte wettbewerbsfähige Folgebelegung mehr.

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In der deutschen Kernmarke wurden bislang gut 16.300 Austritte vollzogen. Bis zum Jahr 2030 sind bereits Abgänge von knapp 28.800 Beschäftigten fest vereinbart, während das ursprüngliche Ziel bei 35.000 Stellen lag.

Berichten vom 22. September 2026 zufolge plant der Vorstand nun jedoch einen weltweiten Abbau von zusätzlich etwa 50.000 Arbeitsplätzen. Zudem sollen die Produktionskapazitäten in Europa um jährlich 500.000 Fahrzeuge gesenkt werden.

Markenchef Thomas Schäfer kündigte an, das Performance-Programm der Kernmarke deutlich zu verschärfen, da keine Zeit zu verlieren sei. Unterdessen fordert die IG Metall für die rund 130.000 Beschäftigten im VW-Haustarif eine Entgelterhöhung von fünf Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, wobei Warnstreiks ab Januar möglich sind.

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