VW-Rückruf, Fahrzeuge

VW-Rückruf: Mindestens 950.000 Fahrzeuge in Deutschland betroffen

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 15:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

VW senkt die Renditeerwartung für 2026 auf maximal ein Prozent; fehlende Ersatzschrauben machen einen zweiten Werkstattbesuch nötig.

Volkswagen-Rückruf: Millionen Fahrzeuge wegen möglicher Lenkungskorrosion betroffen
Nahaufnahme einer korrodierten Metallschraube in einem mechanischen Bauteil. Illustration mit AI erstellt.

Der Volkswagen-Konzern hat eine großflächige Rückrufaktion für Fahrzeuge der Marken VW, Audi und Seat eingeleitet. Grund für die Maßnahme ist die potenzielle Korrosion an einer Befestigungsschraube der Lenkung, die im extremsten Fall zu einem Ausfall der Lenkung führen kann.

Wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) sowie mehrere Medien am 25. September 2026 berichteten, sind bisher keine Sach- oder Personenschäden im Zusammenhang mit diesem Defekt bekannt.

Umfangreiche Betroffenheit über mehrere Konzernmarken

Das Ausmaß der Vorsichtsmaßnahme ist erheblich. Nach Daten des KBA sind allein von der Marke VW weltweit 2.159.054 Fahrzeuge betroffen, davon entfallen 895.832 Einheiten auf den deutschen Markt. Ein Unternehmenssprecher von Volkswagen bestätigte diese Größenordnung und sprach von rund 2,1 Millionen Fahrzeugen weltweit sowie 895.000 in Deutschland.

Zusätzlich umfasst der Rückruf weitere Konzernmarken. Für Seat weist die KBA-Datenbank rund 44.000 betroffene Fahrzeuge in Deutschland und insgesamt über 66.000 weltweit aus. Insgesamt beläuft sich die Zahl der betroffenen VW-, Audi- und Seat-Modelle in Deutschland laut Berichten vom 25. September 2026 auf mindestens 950.000 Fahrzeuge.

In Österreich sind mindestens 95.000 Fahrzeuge registriert. Schätzungen des KBA zufolge könnten konzernweit sogar bis zu 4 Millionen Fahrzeuge betroffen sein. Auch die Marke Skoda steht im Fokus; laut Brancheninsidern könnten hier weltweit über 1 Million Fahrzeuge betroffen sein, wobei offizielle Datenbankeinträge hierzu zunächst ausstanden.

Technische Ursachen und Werkstattabwicklung

Die technische Ursache für den Rückruf liegt in der Einwirkung von Streusalz und Feuchtigkeit, die zu einer Korrosion der Lenkungsverschraubung führen können. Sollte die Schraube infolgedessen abreißen, droht ein Verlust der Lenkfähigkeit. Die betroffenen Halter werden schriftlich informiert. Ein VW-Sprecher betonte, dass das Weiterfahren bis zum Werkstatttermin möglich sei.

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Die betroffenen Halter werden zwar schriftlich informiert — doch wer wissen will, ob das eigene Fahrzeug dabei ist und was der Werkstatttermin bedeutet, braucht mehr als einen Brief. Der kostenlose Leitfaden zeigt Ihnen den FIN-Check auf die Codes 48VS, 48LG und 48T7 und führt Sie Schritt für Schritt durch den Ablauf. Kostenlosen Leitfaden jetzt anfordern

Für die Behebung des Defekts ist ein kostenloser Austausch der Schraube vorgesehen, der etwa eine Stunde Zeit in Anspruch nehmen soll. Die Rückrufe werden unter folgenden Codes geführt:
* VW: 48VS
* Audi: 48LG
* Seat: 48T7

Engpässe bei Ersatzteilen führen zu zweistufigem Verfahren

Aktuelle Berichte vom 26. September 2026 deuten jedoch auf logistische Herausforderungen hin. Laut Informationen des Nachrichtenmagazins SPIEGEL mangelt es derzeit an den speziell vorgeschriebenen Ersatzschrauben für den millionenfachen Austausch. Um die Sicherheit dennoch kurzfristig zu gewährleisten, sieht eine interne Werkstattmeldung vor, zunächst eine alternative Schraube ohne speziellen Rostschutz einzubauen.

Sobald die korrekt spezifizierten, korrosionsgeschützten Schrauben verfügbar sind, müssen die Fahrzeuge ein zweites Mal in die Werkstatt gerufen werden. Volkswagen bezeichnete dieses Vorgehen als eine sinnhafte Vorgehensweise, um dem Sicherheitsrisiko zeitnah zu begegnen.

Fachmedien wie „Auto, Motor und Sport“ schätzen unterdessen, dass rechnerisch lediglich etwa 1 % der zurückgerufenen Fahrzeuge tatsächlich von einer bereits fortgeschrittenen Korrosion betroffen sein dürften.

Wirtschaftliche Belastungen für den VW-Konzern

Die Rückrufaktion trifft das Unternehmen in einer wirtschaftlich angespannten Phase. Experten ordneten die Maßnahme bereits als die größte Rückrufaktion seit dem Dieselskandal ein und warnten vor erheblichen Reputationsschäden. Finanziell belasten Sonderaufwendungen in Höhe von rund 10 Milliarden Euro die Bilanz, worin auch Abschreibungen auf Porsche enthalten sind.

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Weil die vorgeschriebenen Ersatzschrauben knapp sind, kann zunächst nur eine Variante ohne Rostschutz eingebaut werden — ein zweiter Werkstatttermin wird dann nötig. Wer jetzt vorbereitet ist, spart Zeit und Diskussionen. Der Leitfaden liefert die Checkliste zu Kostenübernahme und Ersatzwagen für genau diesen Fall. Checkliste jetzt sichern

In der Folge passte Volkswagen seine Prognosen an: Für das Jahr 2026 wird nur noch eine operative Umsatzrendite von maximal 1 % erwartet, nachdem zuvor ein Zielkorridor von 4,0 bis 5,5 % kommuniziert worden war. Die VW-Vorzugsaktie notierte am 25. September 2026 bei rund 71 Euro und damit in der Nähe ihres Jahrestiefs.

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