VW-Rückruf, Lenkungsschraube

VW-Rückruf: Manche Fahrer müssen zweimal in die Werkstatt

Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 13:26 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Eine korrodierende Befestigungsschraube kann bei Millionen Fahrzeugen von VW, Audi und Seat die Lenkung beeinträchtigen. Weil zunächst nicht genügend Originalteile verfügbar sein könnten, müssen manche Halter möglicherweise zweimal in die Werkstatt.

Wegen einer fehlenden Schraube müssen VW-Fahrer für einen vorsorglichen Rückruf möglicherweise zweimal in die Werkstatt. (Symbolbild) - Bild: Hannes P. Albert/dpa
Wegen einer fehlenden Schraube müssen VW-Fahrer für einen vorsorglichen Rückruf möglicherweise zweimal in die Werkstatt. (Symbolbild) - Bild: Hannes P. Albert/dpa

Wegen einer korrosionsgefährdeten Befestigungsschraube an der Lenkung müssen Halter bestimmter Modelle von Volkswagen, Audi und Seat möglicherweise zweimal in die Werkstatt.

Ersatzschraube zunächst möglicherweise knapp

Zum Start des millionenfachen Rückrufs könne die vorgeschriebene Schraube nicht in ausreichender Menge verfügbar sein, geht aus einer internen Werkstattmeldung zur Ersatzteilversorgung hervor. In diesem Fall dürfe vorübergehend eine andere Schraube eingebaut werden.

Der Rückruf gelte damit allerdings noch nicht als abgeschlossen. Die betreffenden Fahrzeuge müssten erneut einbestellt werden, sobald die korrekte Schraube zur Verfügung stehe. Ein VW-Sprecher bezeichnete das Vorgehen als „sinnhafte Vorgehensweise“.

895.000 VW-Fahrzeuge in Deutschland

So sollen Werkstätten von Korrosion betroffene Fahrzeuge nicht ohne Reparatur zurückweisen müssen, wenn das richtige Ersatzteil fehlt. Für die Marke VW geht es in Deutschland um 895.000 Fahrzeuge, weltweit um rund 2,1 Millionen.

Nach Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes sind in Deutschland insgesamt mindestens 950.000 Autos von VW und seinen Konzerntöchtern Audi und Seat betroffen. Bei den VW-Modellen Tiguan, Touran, Golf Variant, Golf Sportsvan und Caddy reicht der Produktionszeitraum von September 2013 bis Juli 2024.

Audi Q3 und Seat Ateca betroffen

Auch die Seat-Modelle Ateca und Tarraco sind betroffen, wenn sie zwischen April 2016 und September 2024 hergestellt wurden. Eine genaue Zahl für Seat lag zunächst nicht vor.

Beim Audi Q3 betrifft der Rückruf Fahrzeuge aus dem Produktionszeitraum Oktober 2017 bis Mai 2024. Weltweit sind hier laut Kraftfahrt-Bundesamt fast 700.000 Fahrzeuge potenziell betroffen, davon gut 58.500 in Deutschland.

Korrosion durch Umwelteinflüsse

Bei bestimmten Umwelteinflüssen und langjährigem Betrieb unter Streusalzeinfluss kann die Befestigungsschraube der Lenkung korrodieren. Schreitet die Korrosion fort, können die Befestigung der Lenkung und damit ihre Funktion beeinträchtigt werden.

Die Instandsetzung dauert bis zu einer Stunde. Ein Audi-Sprecher erklärte, bislang seien in diesem Zusammenhang keine Personen- oder weitergehenden Sachschäden bekannt.

Sicherheitsrelevanter Rückruf mit großer Reichweite

Der Rückruf betrifft Fahrzeuge aus einem langen Produktionszeitraum und damit nicht nur jüngere Autos. Hintergrund ist, dass Korrosion an sicherheitsrelevanten Bauteilen oft erst nach Jahren unter bestimmten Umweltbedingungen sichtbar wird. Besonders Streusalz und Feuchtigkeit können die Alterung der Befestigungsschraube begünstigen.

Die Größenordnung ist erheblich: In Deutschland sind nach Angaben aus der Meldung mindestens rund 950.000 Fahrzeuge von VW, Audi und Seat erfasst, weltweit mehrere Millionen. Das bedeutet für Hersteller und Werkstätten eine logistische Herausforderung. Ersatzteile müssen beschafft, Halter angeschrieben und Reparaturtermine organisiert werden.

Was die zweite Reparatur bedeutet

Die zunächst mögliche Übergangslösung soll verhindern, dass betroffene Fahrzeuge ohne Reparatur bleiben. Für Halter bedeutet sie jedoch zusätzlichen Aufwand: Der Rückruf gilt erst als erledigt, wenn die korrosionsbeständige Originalschraube eingebaut ist. Betroffene sollten deshalb die zweite Einladung ernst nehmen und ihre Kontaktdaten beim Hersteller aktuell halten.

Die Reparatur ist kostenlos und dauert nach Herstellerangaben bis zu einer Stunde. Wer prüfen möchte, ob sein Fahrzeug betroffen ist, kann die Fahrzeug-Identifizierungsnummer nutzen und sich an einen autorisierten Servicebetrieb wenden. Für die betroffenen Modelle ist kein Softwareupdate vorgesehen, weil der Mangel ein mechanisches Bauteil betrifft.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau: „VW, Audi und Seat Das müssen Autobesitzer über den Rückruf wissen“ (25.09.2026)

Der Bericht erläutere den technischen Ablauf der möglichen Korrosion und ordne ein, dass die Lenkung bislang noch nicht ausgefallen sei und keine Verletzten oder Schäden bekannt seien. Anders als die dpa-Meldung konzentriere er sich stärker auf praktische Fragen zu betroffenen Modellen, Halterinformationen und Rückrufcodes; die mögliche Notwendigkeit eines zweiten Werkstattbesuchs stehe dort nicht im Mittelpunkt.

FOCUS online: „VW Rückrufaktion: Diesen Brief dürfen Kunden nicht ignorieren“ (25.09.2026)

Der Artikel beschreibe, wie Halter die Betroffenheit anhand des Herstellerbriefs, der Fahrzeug-Identifizierungsnummer oder einer Werkstattanfrage klären könnten. Zudem hebe er hervor, dass die Rückrufaktion sicherheitsrelevant sei und bei ausbleibender Reaktion weitere Maßnahmen möglich seien; die dpa-Meldung setze dagegen den Schwerpunkt auf die begrenzte Verfügbarkeit der richtigen Ersatzschraube und die daraus folgende Nachreparatur.

Beide Berichte bestätigten den sicherheitsrelevanten Charakter, die betroffenen Modellreihen und die kostenlose Reparatur. Unterschiede lägen vor allem in der Verbraucherinformation und der technischen Erklärung; offen bleibe in beiden Darstellungen, wann die korrekte Ersatzschraube flächendeckend verfügbar sei.

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