Volkswagen-Rückruf, Lenkungsausfall

VW-Rückruf: Fast eine Million Autos in Deutschland von möglichem Lenkungsausfall betroffen

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 13:10 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Bei knapp einer Million Autos von Volkswagen, Audi und Seat in Deutschland kann eine korrodierende Schraube die Lenkung beeinträchtigen. Betroffen sind mehrere Modellreihen mit Baujahren von 2013 bis 2024.

Autobauer VW: Knapp einer Million Fahrzeuge droht ein Lenkungsausfall. (Archivbild) - Bild: Moritz Frankenberg/dpa
Autobauer VW: Knapp einer Million Fahrzeuge droht ein Lenkungsausfall. (Archivbild) - Bild: Moritz Frankenberg/dpa

Bei knapp einer Million Fahrzeugen von Volkswagen, Audi und Seat in Deutschland kann eine fehlerhafte Lenkungsverschraubung im Extremfall zum Ausfall der Lenkung führen.

Mehrere VW-Modelle betroffen

Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) geht es bei Volkswagen um die Modelle Tiguan, Touran, Golf Variant, Caddy und Golf. Die Fahrzeuge wurden zwischen dem 24. September 2013 und dem 1. Juli 2024 produziert.

Weltweit könnten bei diesen VW-Modellen fast 2,16 Millionen Fahrzeuge betroffen sein, davon knapp 900.000 in Deutschland. Zur Behebung soll die Lenkungsverschraubung durch eine korrosionsresistentere Schraube ersetzt werden.

Audi Q3 und Seat-Modelle ebenfalls betroffen

Beim Audi Q3 reicht der betroffene Produktionszeitraum vom 31. Oktober 2017 bis zum 23. Mai 2024. Weltweit könnten fast 700.000 Fahrzeuge betroffen sein, in Deutschland gut 58.500.

Das gleiche Problem kann laut KBA bei den Seat-Modellen Ateca und Tarraco auftreten. Diese Fahrzeuge wurden zwischen April 2016 und September 2024 produziert. Eine genaue Zahl der betroffenen Seat-Fahrzeuge war zunächst nicht bekannt; für andere Konzernmarken wie Skoda lagen in den KBA-Daten zunächst keine Informationen vor.

Korrosion durch Streusalz möglich

Audi erklärte, interne Qualitätsprüfungen hätten das Problem bei bestimmten Produktionschargen des Q3 aufgedeckt. Unter bestimmten Umwelteinflüssen und nach langjährigem Betrieb unter Streusalzeinfluss könne Korrosion an einer Befestigungsverschraubung der Lenkung entstehen.

Schreite die Korrosion fort, könne in Einzelfällen die Funktion der Lenkung beeinträchtigt werden. Bislang habe es in diesem Zusammenhang keine Personen- oder weitergehenden Sachschadensfälle gegeben, teilte Audi mit.

Hersteller bittet um Werkstattbesuch

Audi bittet die Halter der betroffenen Fahrzeuge im Rahmen eines vorsorglichen Rückrufs in die Werkstätten. Dort soll die Verschraubung ausgetauscht werden. Eine Stellungnahme von Volkswagen lag zunächst nicht vor.

Warum die Schraube sicherheitsrelevant ist

Die Lenkung gehört zu den unmittelbar sicherheitsrelevanten Fahrzeugsystemen. Ein möglicher Schraubenabriss kann deshalb weitreichendere Folgen haben als ein gewöhnlicher Komfort- oder Elektronikfehler. Entscheidend ist, dass die Korrosion nach Angaben des Herstellers erst unter bestimmten Umweltbedingungen und nach langjährigem Betrieb, insbesondere unter Streusalzeinfluss, fortschreiten kann.

Die Größenordnung des Rückrufs ist erheblich: Weltweit könnten bei den genannten Volkswagen-Modellen fast 2,16 Millionen Fahrzeuge betroffen sein, beim Audi Q3 knapp 700.000. Für Deutschland nennt das KBA zusammen knapp 960.000 Fahrzeuge allein bei Volkswagen und Audi; bei den Seat-Modellen Ateca und Tarraco steht die genaue Zahl noch aus. Damit betrifft der Vorgang zahlreiche ältere und jüngere Fahrzeuge aus unterschiedlichen Baureihen.

Was Halter jetzt beachten sollten

Für Besitzer der genannten Modelle ist der Rückruf vor allem deshalb bedeutsam, weil die betroffenen Fahrzeuge über einen langen Produktionszeitraum gebaut wurden. Die konkrete Betroffenheit lässt sich nur fahrzeugbezogen, etwa über die Rückrufinformation des Herstellers oder die Halteranschreiben, feststellen. Die vorgesehene Reparatur besteht im Austausch der Lenkungsverschraubung durch eine korrosionsresistentere Schraube.

Bislang sind laut Audi keine Personen- oder weitergehenden Sachschäden im Zusammenhang mit dem Problem bekannt. Der Fall zeigt zugleich, warum sicherheitsrelevante Rückrufe auch ohne bereits eingetretene Unfälle durchgeführt werden: Die Hersteller und Behörden sollen ein mögliches Versagen beheben, bevor daraus ein Kontrollverlust im Straßenverkehr entsteht.

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