VW-Osnabrück, Porsche-Produktion

VW-Osnabrück: Porsche-Produktion endet 2026, Rheinmetall-Deal im Spiel

04.06.2026 - 09:30:42 | boerse-global.de

VW dementiert Schließung von Salzgitter, doch der Standort leidet unter hohen Kosten und Wettbewerb. Die Batterieproduktion für E-Autos gilt als große Hoffnung.

VW-Osnabrück: Porsche-Produktion endet 2026, Rheinmetall-Deal im Spiel - Bild: über boerse-global.de
VW-Osnabrück: Porsche-Produktion endet 2026, Rheinmetall-Deal im Spiel - Bild: über boerse-global.de

Betriebsratschef Björn Harmening stellte auf einer Betriebsversammlung am Donnerstag klar: Eine Werksschließung steht nicht zur Debatte. Er berief sich dabei auf gültige Vereinbarungen aus dem Jahr 2024, die solche Maßnahmen explizit ausschließen.

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Doch die Entwarnung ist nur eine halbe. Harmening zählte die enormen Belastungen auf, unter denen der Standort ächzt: steigende Materialkosten, scharfer Wettbewerb und die Auswirkungen der US-Zölle. Hinzu kommt die Abkühlung des chinesischen Marktes, die den gesamten Konzern unter Druck setzt. Die Belegschaft verabschiedete zudem den scheidenden Werksleiter Andreas Salewsky.

Batterieproduktion als Rettungsanker

Die große Hoffnung für Salzgitter heißt E-Mobilität. Der Standort ist nicht nur Sitz von PowerCo, der konzerneigenen Batterie-Einheit, sondern soll sich zu einem zentralen Zentrum für die Batteriezellfertigung entwickeln. Die strategische Bedeutung unterstrich ein Ereignis vom Mittwoch: Volkswagen startete in Spanien die Produktion der neuen Elektro-Kleinwagen ID. Polo und Cupra Raval im Seat-Werk Martorell. Salzgitter ist für die Lieferung der Batteriezellen für diese Fahrzeuge vorgesehen.

Rund zehn Milliarden Euro investiert Volkswagen in seine spanischen Aktivitäten, unterstützt durch etwa 400 Millionen Euro an lokalen Subventionen. Das Ziel: 300.000 Elektroautos pro Jahr vom Band rollen lassen.

Zwickau und Osnabrück: Noch tiefer in der Krise

Während Salzgitter auf die Batterie-Zukunft setzt, kämpfen andere deutsche Standorte mit unmittelbaren strukturellen Problemen. Das Zwickauer Werk, einst die erste komplett auf E-Autos umgerüstete Fabrik Europas, leidet unter der schwachen Nachfrage. Die Belegschaft schrumpfte von über 10.000 auf rund 8.000 Beschäftigte – und weitere Einschnitte sind absehbar.

Um die Unterauslastung zu bekämpfen, denkt Volkswagen über eine Partnerschaft mit dem chinesischen Hersteller SAIC nach. Konkret könnten chinesische Fahrzeuge in Zwickau produziert werden, um den chinesischen Herstellern die hohen EU-Importzölle zu ersparen. Derzeit halten chinesische Marken in Deutschland einen Marktanteil von 2,5 Prozent. Branchenprimus BYD peilt für 2026 eine Verdopplung seiner Verkaufszahlen auf 50.000 Einheiten an.

In Osnabrück läuft die Produktion von Porsche-Modellen 2026 aus, der T-Roc Cabriolet folgt Mitte 2027. Betriebsratschefin Daniela Cavallo brachte eine radikale Neuausrichtung ins Spiel: Eine Kooperation mit Rüstungskonzern Rheinmetall – der Standort könnte auf Verteidigungsprojekte umsatteln.

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Sparkurs und juristische Baustellen

Die Diskussionen um die Standortsicherheit fallen mit einem konzernweiten Sparprogramm zusammen. Seit Dienstag sind Details bekannt: Outsourcing von Tor-Diensten und neue Abfindungsangebote für Mitarbeiter.

Parallel beschäftigen arbeitsrechtliche Streitigkeiten die Justiz. Das Landesarbeitsgericht Niedersachsen wies am 29. Mai Schadensersatzklagen von Managern ab, die sich auf das Hinweisgeberschutzgesetz beriefen – ihre internen Meldungen lagen vor Inkrafttreten des Gesetzes. Und das Arbeitsgericht Braunschweig verhandelte über die Rückzahlung von Jubiläumsprämien. Während einige Beschäftigte die Zahlungen behalten durften, wurden andere zur Rückzahlung verdonnert – mehrere Berufungsverfahren laufen.

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